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Zeit und Zufall im Weltgefüge

AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Die Geschwindigkeit in Bezug auf was? Einstein lehrt uns (soweit ich informiert bin), dass es keine absolute Geschwindigkeit gibt, bzw. ich ja eigentlich subjektiv gesehen immer stillstehe.
Alles ist relativ, außer der Lichtgeschwindigkeit. Nach Einstein das einzig Absolute im Universum. Die Lichtgeschwindigkeit wird 300 000 km/s groß sein, ob wir nun mit 1% oder mit 80% der Lichtgeschwindigkeit bewegen oder nicht.

Nicht jedes Proton ist so alt, wie es beim Urknall war. Diejenigen nämlich, die von schwarzen Löchern gefangen werden, bewegen sich nicht mehr so schnell und altern daher.
Nach Einstein wird bei der Raumkrümmung auch die Zeit gekrümmt. Der Raum krümmt sich durch die Masse eines Körpers. Wie eine Bowlingkugel, die auf einem Gummituch aufliegt, so ist das Tuch(hier unser Raum) gekrümmt. Mit dem Raum krümmt sich auch die Zeit. Je näher an der Gravitationsquelle, desto langsamer vergeht die Zeit. Theoretisch gesehen altert daher unser Kopf schneller als unsere Füße...natürlich um Milliardstel von Sekunden...aber immerhin ;)
Jetzt zum schwarzen Loch. Das Schwarze Loch krümmt den Raum dermaßen, dass er zu einem Trichter wird. Da gleichzeitig auch die Zeit gekrümmt wird, existiert dort auch keine Zeit. Was mit dem verschluckten Licht passiert, weiß niemand...Steven Hawking ist einer der berühmtesten Physiker, der an dieser Frage gescheitert ist.

Das Thema ist so spannend, da kann ich nicht anders, als das aufzuschreiben, was mir gerade dazu einfällt...:zunge3:

LG Sisyphos :blume2:
 
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AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Jetzt zum schwarzen Loch. Das Schwarze Loch krümmt den Raum dermaßen, dass er zu einem Trichter wird. Da gleichzeitig auch die Zeit gekrümmt wird, existiert dort auch keine Zeit. Was mit dem verschluckten Licht passiert, weiß niemand...Steven Hawking ist einer der berühmtesten Physiker, der an dieser Frage gescheitert ist.

Das Thema ist so spannend, da kann ich nicht anders, als das aufzuschreiben, was mir gerade dazu einfällt...:zunge3:

LG Sisyphos :blume2:

hallo sisyphos,

die frage, was mit dem verschluckten licht passiert, ist nicht der knackpunkt
man kann ja sagen "es bleibt drinnen gefangen"

der knackpunkt ist die existenz schwarzer löcher, sie zeigt die diskrepanz zwischen ART und quantenphyik sehr schön
auch wenn wir heutzutage so tun, als stünde die existenz schwarzer löcher außer frage, ist diese sache wissenschaftlich noch ganz und gar nicht gegessen

die idee schwarzer löcher ist schon fast 100 jahre alt und erscheint zunächst einleuchtend
bei genügend masse kollabiert das masse tragende objekt, "verschluckt" sich selbst und alles, was sich in dessen nähe befindet
oder ein anderer ansatz: in schwerefeldern gibt es fluchtgeschwindigkeiten
d.h. bei einer kreisförmigen bahn um eine masse gibt es eine geschwindigkeit, bei der sich gravitation und fliehkraft aufheben
je mehr masse, desto größer diese geschwindigkeit bei konstanter entfernung
hat man genügend masse, kann die fluchtgeschwindigkeit über die lichtgeschwindigkeit hinaus anwachsen
da aber nichts überlichtgeschwindigkeit haben kann, wird alles, auch licht, verschluckt
ein kriterium dabei ist, dass die fluchtgeschwindigkeit nicht nur von der masse, sondern auch von der entfernung abhängt
d.h. zu jeder masse, sei sie auch mickrig, gibt es einen entsprechenden radius, der den ereignishorizont beschreiben würde
demnach müsste jede masse ein kleines schwarzes loch darstellen

um das aufzuklären: nein, tut es nicht...außer bei schwarzen löchern ist die kritische entfernung geringer als das objekt groß ist, und andere kräfte verhindern, dass jedes masseobjekt sich selbst verschluckt oder dass sich verschiedene masseobjekt einander genügen nahe kommen, um auf diese art zu verschmelzen

wie schon von dir beschrieben, vergeht die zeit in gravitationsfeldern langsamer; bei "unendlicher" gravitation steht die zeit still, was für den ereignishorizont auch gelten muss
das heißt aber wiederum, dass die bildung eines schwarzen loches, von außen betrachtet, unendlich lange dauern würde
wenn wir nun scharze löcher (auch, wenn nur indirekt) beobachten, müssten sich diese vor unendlich langer zeit gebildet haben
so weit die ART

die quantenphysik zeigte aber (mit hawkings hilfe), dass schwarze löcher durch die hawkings-strahlung eine begrenzte lebensdauer haben

d.h. die bildung dauert nach ART unendlich lange, während die lebensdauer, die auch die schon die bildung mit beinhaltet, nur einen endlich langen zeitraum beträgt
d.h. schwarze löcher müssten schon also zerstrahlt sein, bevor sie sich überhaupt bilden können

ich würde sagen, es ist dieses paradoxon, an dem auch hawking gescheitert ist

lg,
Muzmuz
 
AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Hallo !

Obwohl es ja eine Meinung - die ich grundsätzlich teile - gibt, dass die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften ist, finde ich, dass ein Gutteil aller bis jetzt geschriebenen Beiträge in den Themenkreis "Wisschenschaft und Technik" gehören.

Mit der Klausurarbeit der HAK-Matura kann man hier - ohne Gefahr zu laufen, andere anzuöden - nur ein paar grundsätzliche philosophische Gedanken einbringen; weshalb ich mich aus diesem thread verabschieden werde.

Fühlt sich wer ignoriert, bitte mich über PN zu kontaktieren.

Liebe Grüße

Zeili
 
AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Wie fügt sich der Mensch als Betrachter, in ein Bild über Kosmos und Zeit ein? Was ist menschlicher Geist, wie steht er in Zeit und Raum? Bei aller Überlegung kommen mir die berühmten Kippbilder in den Sinn... und daraus ergibt sich für mich die Frage, inwieweit der Mensch selbst sich seine Betrachtungen schafft. Anders ausgedrückt: Ist seine Sicht nicht das Licht, welches die beobachtbaren "Schatten" erzeugt? Wo kommt der Focus her und inwieweit beeinflusst dieser was man sieht?
 
AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Hallo, schöne Beiträge, gefallen mir sehr gut.

@Muzmuz
auch wenn wir heutzutage so tun, als stünde die existenz schwarzer löcher außer frage, ist diese sache wissenschaftlich noch ganz und gar nicht gegessen
Bist du sicher? Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich habe Aufnahmen von Beobachtungen von Schwarzen Löchern im Internet gefunden. Wenn das Unsinn ist, klär mich bitte auf, ich glaube dir gern, dass du in diesem Bereich gebildeter bist als ich.

Vielleicht kann man die Zeit für sich gar nicht definieren, sondern kann dies nur mit der Raumzeit tun und zwar folgendermaßen: Die Raumzeit ist das Allumfassende; das, worin alle Ereignisse stattfinden, worin einfach alles IST. Das Universum eben. Die Zeit wäre also nur eine Komponente desselben.

lg, Animus

p.s.: Dieser Thread ist, auch wenn es den Anschein haben mag, keineswegs nur für Wissenschaftliche Beiträge gedacht, auch wenn diese sehr interessant und gern gesehen sind. Immerhin handelt es sich hier um ein Philosophie-Forum.
 
AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Vielleicht kann man die Zeit für sich gar nicht definieren, sondern kann dies nur mit der Raumzeit tun und zwar folgendermaßen: Die Raumzeit ist das Allumfassende; das, worin alle Ereignisse stattfinden, worin einfach alles IST. Das Universum eben. Die Zeit wäre also nur eine Komponente desselben.

lg, Animus

QUOTE]

Hi Animus,

möchte mich auch dazu gerne in die Diskussion einklinken.

Raumzeit sollte besser nicht als das Allumfassende definiert werden. Erstens weil wir es ganz und gar nicht wissen, zweitens, weil es noch unendlich viele Möglichkeiten von unterschiedlichen Universen und Dimensionen gibt bzw. geben könnte. Zeit und Raum ist für unsere momentane Sichtweise, weil wir ja schließlich in DIESEM Universum leben, gekoppelt. Aus unserer begrenzten Sichtweise. Nicht mehr und nicht weniger.
Aber geben kann es noch viele, viele Dinge, von denen wir noch nicht mal die leisteste Ahnung haben/haben können.

Mit den Schwarzen Löchern: solange sie nicht bewiesen sind, sind sie nur eine - zwar auf sehr starken "Füßen" stehende, aber eben nur eine - Hypothese.
Vielleicht wissen wir in ein paar Jahren mehr, wenn der neue Collider bei Cern eindeutigere Ergebnisse liefert. Könnte - vielleicht - in ein bis zwei Jahren sein. Ich bin da eher schon optimistisch.
Spricht vieles dafür, für die Schwarzen Löcher.

Und die Zeit: auch da laufen Versuche und werden noch mehr in Cern durchgeführt werden, inwieweit die Zeit auch schneller oder langsamer laufen kann. Auch da sehen wir vielleicht noch ganz interessanten Ergebnissen entgegen.

Ich persönlich bin sehr neugierig. Und ganz besonders, was die Versuche mit dem neuen Collider uns bringen.

lb Gr sartchi
 
AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

Hallo, schöne Beiträge, gefallen mir sehr gut.

@Muzmuz

Bist du sicher? Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich habe Aufnahmen von Beobachtungen von Schwarzen Löchern im Internet gefunden. Wenn das Unsinn ist, klär mich bitte auf, ich glaube dir gern, dass du in diesem Bereich gebildeter bist als ich.

hallo animus,

die aufnahmen sind entweder künstliche grafiken oder aufnahmen von objekten, die so aussehen wie schwarze löcher
dass es objekte gibt, die sich offensichtlich so verhalten, wie es schwarze löcher täten, sind ein argument, das die hypothese der schwarzen löcher festigt; für einen beweis reicht das allerdings nicht

es wird auch schwer sein, die existenz schwarzer löcher zu beweisen, alleine aufgrund deren (hypothetischer) natur
der name selbst sagt ja schon irgendwie, dass sie unsichtbar sind
ebenso sind sie löcher; zeichnen sich also dadurch aus, dass dort eben etwas NICHT ist (z.b. kein raum-zeit-gefüge)
was wir sehen und messen können, ist die umgebung schwarzer löcher
jene effekte können aber nicht ausschließlich von schwarzen löchern hervor gerufen werden, ergo kein beweis

neben der (zumindest momentanen) beweisunfähigkeit kommt eben noch das theoretische paradoxon bezüglich schwarzer löcher
gerade die physik, deren extrapolation zur annahme von schwarzen löchern führt, führt sie andererseits ebenso ad absurdum

nachdem es also praktisch ausgeschlossen ist, die existenz schwarzer löcher zu beweisen, und es daneben auch noch theoretische probleme mit schwarzen löchern gibt, kann es folglich kein wissenschaftliches faktum sein, dass es schwarze löcher tatsächlich gäbe

lg,
Muzmuz
 
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AW: Zeit und Zufall im Weltgefüge

ad #13: "da aber nichts überlichtgeschwindigkeit haben kann..." - Ist denn wenigstens das beweisbar? Oder ist das auch nur eine - einstweilen unverzichtbare - Annahme?
 
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