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Unart die sich eingeschlichen hat

AW: Unart die sich eingeschlichen hat

Hallo Ihr.

Ich weiß nicht ob es euch auch schon aufgefallen ist, aber es hat sich da in der letzten Zeit eine verbale Unart eingeschlichen über die ich hier sprechen will bzw. auch eure Meinung zu dem Thema hören möchte.
[...]
Habt ihr es schon mal gehört? (gehört sicher, aber ev. noch nicht wahrgenommen)
Was haltet ihr davon? Wieso wird das überhaupt gemacht und wird das ein fixer Bestandteil unserer Sprache?? Ich finde es sehr abstoßend!
Wie steht ihr PAUSE ja PAUSE dazu? :D


Hallo Gmoaschandam,

an mir selbst habe ich neulich eine ähnliche Angewohnheit festgestellt, aber nicht durch mich selbst, sondern indem meine Freundin mich immer wieder darauf hingewiesen hat: und zwar füge ich anscheinend sehr häufig ein kurzes "ne" zwischen meine Sätze.

Interessant dabei ist, dass ich dies selbst nicht merke, immer erst hinterher, wenn meine Freundin mich diesbezüglich maßregelt.

Obwohl ich mich seither redlich bemühe und bewusst darauf achte, scheint das wenig zu helfen; dieses verflixte "ne" sitzt tiefwurzelig in meiner Satzbildungsgewohnheit fest und lässt sich so leicht nicht ausmerzen - ich merke es allenfalls immer erst dann, wenn es schon zu spät und das Unkrautwort also über die Lippen gerutscht ist.

Ich vermute, dass solche Marotten - in den beschriebenen Formen - zwar harmlos sind, allerdings durchaus - wenn sie bemerkt werden - im Blick bleiben sollten; schließlich könnten sich mit der Zeit deftigere Ticks daraus bilden, die dann nicht mehr rundum lustig sind.

Bis zu einem gewissen Maß ist ein gelegentliches "ja", "ähhh" oder anderweitige Füllwörter sicherlich völlig akzeptabel und unauffällig, häufen sie sich jedoch, dann werden sie für die meisten Zuhörer zur echten Nervenprobe und können ganze Vorträge ungenießbar machen; deshalb ist es mir auch wichtig, meinem "ne" auf die Spur zu kommen.

Bei mir habe ich das Gefühl, dass mein "ne" eher eine Art von Selbstgespräch ist, womit ich ein Argument mit Nachdruck vor mir selbst bestätigen möchte, denn im Moment des Aussprechens jenes Füllwortes - soweit habe ich das mittlerweile ergründen können - überdenke ich blitzschlagmäßig das eben Gesagte, um dann eine Folgeüberlegung schlüssig hieran anfügen zu können. Des Weiteren: je mehr mich ein Gedankengang fesselt und ich darin aufgehe, desto häufiger fällt das "ne".

Beste Grüße,

Philipp
 
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AW: Unart die sich eingeschlichen hat

Bei mir habe ich das Gefühl, dass mein "ne" eher eine Art von Selbstgespräch ist, womit ich ein Argument mit Nachdruck vor mir selbst bestätigen möchte, denn im Moment des Aussprechens jenes Füllwortes - soweit habe ich das mittlerweile ergründen können - überdenke ich blitzschlagmäßig das eben Gesagte, um dann eine Folgeüberlegung schlüssig hieran anfügen zu können. Des Weiteren: je mehr mich ein Gedankengang fesselt und ich darin aufgehe, desto häufiger fällt das "ne".

Eine echt interessante (Selbst-)Analyse, Philipp!

Ich muss mich nun allerdings fragen, ob ich das "ne"
auch in eines meiner Wörterbücher, z.B. in die nächste
Ausgabe von DAS TREFFENDE WORT aufnehmen soll -
und die passenden Synonyme. Vielleicht wär's auch was
für Deine Diplomarbeit oder den Doktor!? Denk' drüber
nach.


Sehr angeregt
grüßt
Reinhard70
(einst auch Verlagslektor - bei einem bekannten
Unternehmen in Stuttgart)
 
AW: Unart die sich eingeschlichen hat

Eine echt interessante (Selbst-)Analyse, Philipp!

Ich muss mich nun allerdings fragen, ob ich das "ne"
auch in eines meiner Wörterbücher, z.B. in die nächste
Ausgabe von DAS TREFFENDE WORT aufnehmen soll -
und die passenden Synonyme. Vielleicht wär's auch was
für Deine Diplomarbeit oder den Doktor!? Denk' drüber
nach.


Sehr angeregt
grüßt
Reinhard70
(einst auch Verlagslektor - bei einem bekannten
Unternehmen in Stuttgart)


Hallo Reinhard,

bevor ich wissenschaftlich mit meinem "ne" umgehe, muss ich noch einige Studien diesbezüglich unternehmen. Schließlich ist es nicht eben einfach, eine bloße Selbsterfahrung/Vermutung wissenschaftlich nachweisbar zu machen. Außerdem nehme ich an, dass dieses Sprachphänomen unlängst in diversen Promotionen abgehandelt wurde - man müsste einmal nachstöbern. :)

Beste Grüße,

Philipp
 
AW: Unart die sich eingeschlichen hat

... man müsste einmal nachstöbern.

Hoffentlich hast Du genug Zeit dafür, Philipp!

Mit besten Wünschen
Reinhard70
:verwirrt1
 
AW: Unart die sich eingeschlichen hat

Hatte einen Porfessor der so sprach:

Also hier also da haben wir diese Gleichung, mit der wir also hier also da weiter rechnen.

JEDER Satz war so gespickt mit "also hier also hier also da" :reden:

Er war so ein lieber, daher konnten wir darüber hinweg sehen.
 
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AW: Unart die sich eingeschlichen hat

Ich habe sogar gestern oder vorgestern in einer Zeitung in einem Artikel (ein "offenes Wort" eines Redakteurs in einer Bahn-gratis-Tageszeitung) ein geschriebenes "ja" gelesen.
Ging in etwa so: bla bla bla bla - ja - bla bla bla.... richtig mit den Bindestrichen geschrieben damit die Gedankenpause versinnbildlicht wird.

Die haben ja einen Pecker. So eine Unart :wut1:
 
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