Auf Initiative Steiners wurde der Architekt Carl Schmid-Curtius (1884–1931)
[17] beauftragt, Entwürfe für ein Grundstück in München-
Schwabing anzufertigen. Das Bauprojekt sah einen Doppelkuppelbau vor und erhielt den Namen
Johannesbau[18] nach der Hauptgestalt Johannes Thomasius aus Rudolf Steiners Mysteriendramen. Schmid-Curtius musste die ursprünglichen Pläne für den Johannesbau in München immer weiter umarbeiten, um Auflagen zu erfüllen, die aus Rücksicht auf umliegende Bauwerke verlangt wurden. Deswegen hielt Steiner zunehmend einen Bau in Dornach für geeigneter, zumal auf dem unbebauten Hügel das vorgesehene Gebäude besser zur Geltung käme. Der Plan für den Münchener Johannesbau wurde am 12. Januar 1913 vom Staatsminister des Inneren
Maximilian von Soden-Fraunhofen in München schliesslich aufgrund «schönheitlicher Standpunkte» abgelehnt,
[22] wogegen man Einspruch einlegte. Steiner erhielt danach noch die Möglichkeit, in der Nachbarschaft von
Stift Neuburg bei
Heidelberg Bauland zu erhalten –
Alexander von Bernus wollte es ihm schenken – die Planungen und Vorbereitungen zum Grundstückskauf wurden jedoch schon im Vorfeld auf Dornach ausgerichtet, so dass Steiner das Angebot seines Freundes am 19. September 1913 ablehnte.
[23] Die Entscheidung, in der Schweiz zu bauen, fiel tatsächlich bereits im Juni 1913, und am 20. September desselben Jahres wurde der Grundstein gelegt.
[24]