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Rudolf Steiner

AW: Rudolf Steiner

So zu sagen das Goetheanum frei Haus -

Juhuuu! :jump6:




http://www.zeit.de/2004/50/Dornach

Ich frage mich allen Ernstes ob alles was mit Rudolf Steiner verbunden ist und zu uns gelangt, immer so riesig und klobig sein muss. Rudolf Steiner wird man meines Erachtens dadurch nicht gerecht

Ganz kurz und ohne den Link angeschaut zu haben:R.Steiner hat das Goetheanum in seiner heutigen Form selbst noch konzipiert,der ein Nachfolgebau des ersten,hölzernen,Goetheanums war,welches kurz nach seiner Eröffnung einer Brandstiftung zum Opfer fiel.Es ist Sitz der internationalen Anthroposphischen Gesellschaft und beherbergt viele Sektionen und eine Bühne,die zu ihrer Zeit die größte Europas war.Das Goetheanum war und ist ein Mekka für Architekten und Ingenieure,weil viele Baustoffe -wie z.B. der Beton-eigens für diesen Bau entwickelt wurden.Mit der Verwendung des heute schwierigen Baustoffes wollte man einer neuerlichen Brandstiftung entgegen treten.
Betritt man den Bau,so erlebt man im Inneren eine gewisse Weite und Erhabenheit-ähnlich eines Domes.Die organische "abbe-Ecken"-Architekur,nicht jedermanns Geschmack,fand im Goetheanumbau ihren Ursprung .
 
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AW: Blavatsky und Steiner

Liebe Chaotin,

du hast recht, es gibt bei Steiner sehr enge Verbindungen zum Okkultismus und zu Frau von Blavatsky, doch diese Verbindungen sind nicht allein ursächlich für seine anthroposophische Erkenntnismethode, sondern vor allem seine monistische Weltsicht, die er schon in der Philosophie der Freiheit 1894 dargestellt hat und auch schon davor und kurz danach in seinen Goethe-Studien. Erst 1900 beginnt sein Kontakt zur Theosophischen Gesellschaft Berlin und damit zu Frau von Blavatsky. D`accord?

viele grüße von manfred:)


http://members.aol.com/dilloo

Das antroposophische Modell des Menschen stimmt überein mit dem der Theosophie. Die Begrifflichkeiten und Inhalte wurden 1:1 übernommen.
Alleine diese Tatsache bestimmt das Menschenbild der Antroposophie Steiners entscheidend. Es ist das Menschenbild der Theosophie Blavatskys.

Eine zweite Säule ist der Einfluss Goethes, das ist natürlich unverkennbar.

Antroposophische Interna sind oft ebenso, wie theosophische, abenteuerlich und für heutige Ohren abstrus. Ich verhalte mich da neutral und möchte das Weltbild der Antroposophie nicht abwerten, aber es ist heute absolut indiskuabel. Was nicht ausschließt, dass es wahr sein könnte, denn was wissen wir denn heute von der Welt mehr, als dass wir in einem riesigen Kosmos leben. Das archaische Geschichtsbild wird mit jeder Neuentdeckung wieder revidiert. Hätte man noch um 1900 behauptet, der Mensch sein mehrere hundert tausen Jahre alt, dann wäre man verlacht worden. Heute ist das Stand der Forschung. Betrachtet man diese Entwicklung, dann halte ich nichts für ausgeschlossen.

Die gesellschaftliche Wirkung Steiners ist enorm. Er hatte den ersten biologischen Landbau angeregt, als noch kein Mensch an Umweltverschmutzung dachte und die grüne Bewegung nahm von dort ihren Ausgang.

Gruß Harry
 
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AW: Rudolf Steiner

HarryHaller schrieb:
Antroposophische Interna sind oft ebenso, wie theosophische, abenteuerlich und für heutige Ohren abstrus. Ich verhalte mich da neutral und möchte das Weltbild der Antroposophie nicht abwerten, aber es ist heute absolut indiskuabel.


Es geht mir nicht darum hier Rudolf Steiner oder die nach seiner Lehre und Prinzipien entwickelten Waldorfschulen pauschal zu verurteilen, ich muss aber zugeben, dass es mir persönlich, in Gegensatz zu dir Harry, schwer fällt einiges aus seinen Schriften zu relativieren.

Das hat einen Grund: alles was rassistisches Gedankengut enthält, trägt bei oder führt sogar zum Rassismus, so wie wir ihn doch mit seinen tragischen Konsequenzen erlebt haben.

Es heißt unter anderem bei Steiner, dass die Menschen immer dümmer werden wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben würden. Der Weiße gehöre im Gegensatz zum *****(!) zu einer überlegenen, da kopfgesteuerten Rasse.

Wie schön! Wobei ich mich nur ein wenig freuen kann, ich gehöre zu den Weißen, aber bin keineswegs blond und auch nicht blauäugig. Aber auch dazu hat sich Rudolf geäußert, zwar nicht sehr erbaulich für mich:


"Zuletzt würden nur mehr Braun- und Schwarzhaarige da sein können; aber wenn nicht abgeholfen wird, so bleiben sie zugleich dumm.

Nun aber ernsthaft weiter, hier einige Zitate aus Rudolf Steiners Werken:

"Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, dass sie alles Licht und alle Waerme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper hindurchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper hindurch, sondern hält sich an der Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz. (...) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muss etwas sein, was ihm hilft, bei diesem Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim ***** ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark, Und das kann alles das, was da im Menschen drinnen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim ***** namentlich alles das, was im Körper und dem Stoffwechsel zusammenhängt, lebhaft ausgebildet.“
(Rudolf Steiner, Vortrag am 03.03.1923 in Dornach; siehe Thomas Höfer: Der Hammer kreist. Zur Bewertung problematischer Aussagen Rudolf Steiners. in: Flensburger Hefte 41, Juni 1993: Anthroposophie und Rassismus, S. 8f)


Nun, mir reicht es, wer weiter lesen möchte, hier ein Link mit einigen Passagen die weitere rassistische Theorien Rudolf Steiners enthalten:

http://www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/steiner.htm

Harry, ich weiß nicht wie es dir geht. Aber bei solchen Äußerungen, die nicht nur rassistisch sondern auch dümmlich-abenteuerlich sind (siehe die Sache mit dem Hinterhirn der Schwarzen), kann ich persönlich nicht anders, als zu sagen: ich kann es mir ersparen in Rudolf Steiners Werk nach noch Brauchbarem zu suchen. Dafür gibt es genug andere die ich gerne lesen möchte - und es nicht schaffen werde.

Sei willkommen im Denkforum, Harry.

Liebe Grüße

Miriam
 
AW: Rudolf Steiner

Liebe Mirjam,

nun hatte ich die Kritik nicht so gedacht, wie Du sie weiter ausgeführt hast. Man sagt z.B. auch Blavatsky nach sie hätte Rasissmus gelehrt. Ich kenne die Geheimlehre ziemlich gut und muss sagen, da steht nichts dergleichen drin. Blavatsky spricht von Rassen, das ist korrekt, jedoch in keinem Zusammenhang mit höherwertigen und minderwertigen.

Was Steiner angeht, so finde ich das auch sehr bedenklich. Du musst aber auch sehen, dass viele andere Künstler und Philosophen dem Rassismus viel Material in die Hände gespielt haben. Nietsche z.B. hat mit seinem Begriff des Übermenschen ein Monster erschaffen, das die Nazis dann zum Leben erweckt haben.
Wagner war mit seinem grenzenlosen Germanenkult ebenfalls auf der Linie des NS-Regims. Viele konnten sich eben vor 1933 nicht vorstellen, was passieren wird.
Auch die neueste Erkenntnis, dass die Generäle der Wehrmacht keine Humanisten waren muss man m.E. aus der historischen Entwicklung heraus begreifen. Sie wurden nicht so erzogen und Im Kaiserreich galt der Arbeiter nunmal noch nicht als vollwertiger Mensch. Das hatten erst Marx und Engels klar gemacht. In den so hochgelobten USA, die sich heute als Weltgewissen verstehen, herrschte Anarchie bis ins späte 18te Jahrhundert und der Bürgerkrieg machte erstmals deutlich, dass das Zeitalter der Sklaverei beendet zu sein schien.
Dass die Franzosen das Schlachtfest, das sie französische Revolution nannten heute noch feiern jagt mir Schauer über den Rücken.

Die Liste an inhumanen Weltanschauungen ist lang und vor 1933 gab es kaum jemand der sie verstanden hätte. Nach 45 waren die Gesichter vorallem in Deutschland lang und man akzeptierte diese auf dem Recht des Einzelnen gegründete Verfassung eben zähneknirschend und stürzte sich in die Arbeit oder ins Vergnügen, denn da hatte man erstmal die Schnauze voll vom Krieg.

Erst die Nachkriegsgeneration wuchs mit den Menschenrechten auf und verinnerlichte diese Weltsicht von der wir heute ausgehen als wäre sie selbstverständlich.

Das war jedoch nicht immer so. Nur einzelne Philosophen hudigten einem solchen Ideal.
Wenn Du heute z.B. Platon liest, dann findest Du keine Zeile darüber, dass sich die alten Philosophen gegen die Knabenliebe ausspgesprochen hätten. Die galt in Griehcnland als vollkommen normal. Heute erfüllt das den Straftatbestand der Pädophilie und wird überdies allgemein geächtet. Ich möchte die Liste nun lieber schließen, denn die Geschichte ist voller Monströsitäten. Die einführung des Christentums in Rom war z.B. eine humane Revolution, denn bei den Römern galt der Mensch nichts, wenn er sich nicht mit Schwert und Schild verteidigen konnte. Wir sehen heute vieles einfach durch unsere Brille der Humanität, doch das ist unsere Sicht und sie ist voll gerechtfertigt, doch es war eben früher anders...

Gruß Willibald.
 
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AW: Rudolf Steiner

Die Entgleisungen Steiners sehe ich als Rest eines überkommenen Menschenbildes. Man muss sehen, dass Steiner auf anderen Gebieten, wie z.B. dem biologischen Landbau etwas ganz Entscheidendes geleistet hatte.
Auch die Pädagogik ist uns heute noch um Meilen voraus. Unsere staatlichen Schulen sind dagegen noch steinzeitlich und stecken noch im 19ten Jahrhundert fest.
Es geht nicht an, dass unsere Kinder von 8-13 Uhr auf einer Holzbank sitzen um Wissen in sich hineinzustopfen. Das muss sich ändern und Vorbild ist hier eben auch das Antroposohische Modell.

Wenn ich von einer abenteuerlichen Philosophie spreche, dann meine ich die Lehre von Engeln und einem Kosmos der von Geistwesen und geistigen Hierarchien gelenkt wird. Das entspricht vollkommen dem der Theosphie. Auch dass der Mensch aus einem Engelwesen zum Affen wurde, ist abenteuerlich und für uns heute absolut indiskutabel. Aber diesbezüglich enthalte ich mich einfach der Stimme, solange wir es eben nicht wissen. Da diskutiere ich einfach nicht mit.

Gruß Harry
 
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AW: Rudolf Steiner

Liebe Mirjam,

nun hatte ich die Kritik nicht so gedacht, wie Du sie weiter ausgeführt hast. Man sagt z.B. auch Blavatsky nach sie hätte Rasissmus gelehrt. Ich kenne die Geheimlehre ziemlich gut und muss sagen, da steht nichts dergleichen drin. Blavatsky spricht von Rassen, das ist korrekt, jedoch in keinem Zusammenhang mit höherwertigen und minderwertigen.

Was Steiner angeht, so finde ich das auch sehr bedenklich. Du musst aber auch sehen, dass viele andere Künstler und Philosophen dem Rassismus viel Material in die Hände gespielt haben. Nietsche z.B. hat mit seinem Begriff des Übermenschen ein Monster erschaffen, das die Nazis dann zum Leben erweckt haben.
Wagner war mit seinem grenzenlosen Germanenkult ebenfalls auf der Linie des NS-Regims. Viele konnten sich eben vor 1933 nicht vorstellen, was passieren wird.
Auch die neueste Erkenntnis, dass die Generäle der Wehrmacht keine Humanisten waren muss man m.E. aus der historischen Entwicklung heraus begreifen. Sie wurden nicht so erzogen und Im Kaiserreich galt der Arbeiter nunmal noch nicht als vollwertiger Mensch. Das hatten erst Marx und Engels klar gemacht. In den so hochgelobten USA, die sich heute als Weltgewissen verstehen, herrschte Anarchie bis ins späte 18te Jahrhundert und der Bürgerkrieg machte erstmals deutlich, dass das Zeitalter der Sklaverei beendet zu sein schien.
Dass die Franzosen das Schlachtfest, das sie französische Revolution nannten heute noch feiern jagt mir Schauer über den Rücken.

Die Liste an inhumanen Weltanschauungen ist lang und vor 1933 gab es kaum jemand der sie verstanden hätte. Nach 45 waren die Gesichter vorallem in Deutschland lang und man akzeptierte diese auf dem Recht des Einzelnen gegründete Verfassung eben zähneknirschend und stürzte sich in die Arbeit oder ins Vergnügen, denn da hatte man erstmal die Schnauze voll vom Krieg.

Erst die Nachkriegsgeneration wuchs mit den Menschenrechten auf und verinnerlichte diese Weltsicht von der wir heute ausgehen als wäre sie selbstverständlich.

Das war jedoch nicht immer so. Nur einzelne Philosophen hudigten einem solchen Ideal.
Wenn Du heute z.B. Platon liest, dann findest Du keine Zeile darüber, dass sich die alten Philosophen gegen die Knabenliebe ausspgesprochen hätten. Die galt in Griehcnland als vollkommen normal. Heute erfüllt das den Straftatbestand der Pädophilie und wird überdies allgemein geächtet. Ich möchte die Liste nun lieber schließen, denn die Geschichte ist voller Monströsitäten. Die einführung des Christentums in Rom war z.B. eine humane Revolution, denn bei den Römern galt der Mensch nichts, wenn er sich nicht mit Schwert und Schild verteidigen konnte. Wir sehen heute vieles einfach durch unsere Brille der Humanität, doch das ist unsere Sicht und sie ist voll gerechtfertigt, doch es war eben früher anders...

Gruß Willibald.

Schade, daß Du hier nicht mehr schreibst. Harry Haller, Willibald oder Steppenwolf. Denn der obige Beitrag gehört mMn. mit zum Besten und Differenziertesten, was ich im Forum in den letzten Monaten gelesen habe (Miriam, auf deren Beitrag Du kontrovers geantwortet hast, wird es mir verzeihen, da sie eh weiß, wie ich zur Qualität ihrer Beiträge stehe).

Zum eigentlichen thread-Thema Rudolf Steiner möchte ich mich dabei nicht äußern. Ich kenne dessen Schriften nicht, allenfalls ganz wenig rudimentär aus der "Sekundärliteratur". Deshalb kann ich auch schlecht die strittige Passage in Kontext mit dessen sonstigen Ansichten bringen.

Generell ist es aber ein sehr spannendes Thema, die Frage, ob und ggf. wie Personen bzw. Persönlichkeiten retrospektive überhaupt zu bewerten sind. Da ich kein Anthroposoph bin, sondern Lutheraner nehme ich den Reformator als Beispiel. Luther ist für mich einer der größten Deutschen, vielleicht der wichtigste überhaupt, bedenkt man, daß er nicht nur die Reformation in Bewegung gesetzt hat, sondern darüber hinaus auch mit der Übersetzung der Bibel die deutsche Sprache "geschaffen" hat (zur Erinnerung: vordem sprach man in Bayern "besseres Deutsch" als im ursprünglich niederdeutschen Norden. Kann man sich heute, wenn man aus der Gegend um Hannover kommt gar nicht mehr vorstellen *g*. die Bayern unter uns mögens mir verzeihen).

Genau derselbe Luther hat aber Schriften verfaßt, die so haarsträubend sind, daß sie fast einen Brechreiz verusachen können. Das betrifft zum einen seine Ansichten gegenüber dem Bauernkrieg, in denen er dazu auffordert, deren Anhänger zu erschlagen. Und sie damit, obgleich nicht zuletzt er dafür verantwortlich war, im Stich ließ, sie in gewissen Maße sogar verriet.

Mag letzterer Ausfall noch politisch gerechtfertigt sein, daß Luther damit nicht nur seine eigene Haut, sondern auch die Reformation retten wollte, die nämlich nur durch das Wohlwollen gerade der Fürsten möglich war, so finden sich - jedenfalls nach heutigem Verständnis - kaum noch Worte für die antisemitischen (oder sollte man besser sagen: antijudaistischen, denn sie waren im Gegensatz zu Hitlers rassischem Antisemtitismus sicher religiös motiviert) Hetzschriften gegen Ende seines Lebens. Ich setze diese zumindest dem groben Inhalt nach einmal als bekannt voraus.
Der Lutheraner steht hier vor einem gewaltigen Problem: Er könnte versuchen, Luther damit zu retten, daß die Aussagen vermutlich zur damaligen Zeit gar nichts besonderes waren, viele, wenn nicht fast alle Christen der damaligen Zeit so gedacht haben mögen. Das mag alles in etwas anderem Licht erscheinen lassen. Eine solche Rechtfertigung ist aber mMn deshalb nicht wirklich möglich weil es auch Menschen bzw. Christen gegeben haben muß, die anders gedacht haben, auch damals. Denn wie hätte sonst auch nur ein einziger Jude in der Diaspora überleben können?

Und nur zu gern beriefen sich später sogar die Nazis auf den Luther aus dem 16. Jh.. Genauso wie sie sich eben auf Nietzsche oder Wagner beriefen. Ob die Genannten allerdings - und hier möchte ich auch Steiner wieder nennen, obgleich der von den Nazis nicht vereinnnahmt worden ist, soviel ich weiß die Anthroposophie im Gegenteil sogar verboten wurde - ernsthaft erfreut darüber gewesen wären, wenn sie ernsthaft angesichts der tatsächlichen Greuel damit in Verbindung gebracht worden wären, darf zumindest bezweifelt werden, denn es hat sich doch um Personen gehandelt, die zu ihren Lebzeiten jedenfalls über ein sehr ausgeprägtes "standing" verfügten und deren Ansichten eben keineswegs und schon gar nicht notwendig nach Ausschwitz führten. Mancher aufrechte Demokrat hat sich dagegen - als es denn losging - zum Verbrecher und Mörder machen lassen. Die weitaus meisten Christen haben ihren Glauben bis zur Unkenntlichkeit verleugnet. Sie wollten urplötzlich von Abraham und Isaak rein gar nichts mehr wissen und zeigten nicht einmal die geringste Opferbereitschaft, im Gegenteil, sahen z.T. plötzlich sogar ihre Stunde gekommen. Und wo waren die ganzen aufgeklärten Menschen?

Geistige Brandstiftung hin oder her: Es kommt immer darauf an, wie sich der einzelne in der konkreten Situation verhält.

Trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack, gelinde gesagt. Luther hätte echt zum Helden werden können, hätte er nicht diesen Dreck verfaßt. Stattdessen wurde er zum Sinnbild dafür, daß überall dort, wo viel Licht vorhanden ist, auch viel Schatten geworfen wird.

Viele Grüße
Zwetsche
 
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AW: Rudolf Steiner

Eine sehr interessante Diskussion, aus der ich viel gelernt habe.
Ich habe vor vielen Jahren mal ein kleines Buch von Steiner gelesen, um mir ein Bild zu verschaffen und konnte gar nichts damit anfangen, ehrlich gesagt.

Allein die Trennungen zwischen Geist und Materie sind heute ohnehin völlig überholt. Wenn man dann auch noch Trennungen zwischen feinstofflich und grobstofflich vornimmt, dann setzt es bei mir aus, ehrlich gesagt.
Aber ich verstehe weiter nicht so viel davon, wollte nur kurz anmerken, wie interessant eure Diskussion ist und dass ich mich dafür bedanke.
 
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