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Demokratie und Globalisierung

scilla schrieb:
für mich gibt es Menschen, die tauschen (zu beidseitigem Nutzen)
durch den Tausch steigt das Kapital in Deutschland an
(die Regierung sollte also dafür sorgen, daß alles getauscht wird)
Scilla, nimm's bitte nicht persönlich. Ich hasse jeden Angriff auf eine Person; aber ich liebe auch scharfe Kritik an Meinungen.
Die oben zitierte Aussage ist - es fällt mir schwer das so offen zu sagen - so falsch, dass es noch schwerer fällt, sie zu diskutieren.
1. Alle Menschen tauschen - nicht nur gibt es für Dich Menschen die..
2. Wenn meine sechsjährige Enkelin ihr Bonbon bei der Freundin gegen ein Kaugummi tauscht, es ist ein Tausch! - wie soll da Kapital entstehen???
3. Wenn ein Transportwagen gegen Geld (das ist ein Tausch, denn Geld ist das univerale Tasuchmittel schlechthin), das in den Konsum fließt, in ein Wohnmobil für Wochenendurlaub umgebaut wird, dann ist nicht nur nicht Kapital entstanden sondern vernichtet worden!

Da Deine übrigen Meinungen auf der obigen basieren, brechen sie mit dem Einsturz dieser auch zusammen.
Aber noch immer warte ich einen Wideruf Deiner Ansicht, ich bekäme keine 15 Gründe für die Arbeitslosigkeit zusammen.
Gruß - Ziesemann
 
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scilla schrieb:
'griechisch' und 'römisch' waren als philosophische Kategorien gemeint

vielleicht könntest Du ja die Philosophie um eine 'deutsche' Variante bereichern (Holocaust?)

Schade, scilla, daß Dir - dem Philosophen *lächel* - zur Evolution des deutschen Staats- und Rechtswesens nichts besseres einfällt als jenes Wort, das Deutsche erst von der amerikanischen Unterhaltungsindustrie lernten. Es mag ja sogar sein, daß die Deutschen seinerzeit durch ihre Mördereien ein "religiöses Brandopfer" (holocausta, soweit mir die Bedeutung des Wortes geläufig ist) gebracht haben; welchem Gott oder Götzen wohlgefällig zu Ehre, wäre da heute noch zu fragen. Das Wort holocausta, wie es in der hieronymischen Bibelübersetzung, der Vulgata, steht, ist jedenfalls zu harmlos, um die Shoah zu benennen.

scilla schrieb:
die Chance stehen nicht schlecht,
da Du mit meinen Schlagworten und meinem Literaturhinweis nichts anzufangen weisst
Jaja, ich hab das Buch nicht gelesen. Stehen da auch nur Schlagworte drin?

scilla schrieb:
stelle Dir einen perfekten Herrscher (Monarchie) oder eine perfekte Elite (Aristokratie) vor,
da geht es Dir gut, und mir, und ihm, und ihr, und allen anderen auch
Voilà! Friedrich II. war vielleicht gar nicht so übel. Aber das habe ich immer gesagt, daß auch ein aufgeklärter, ergo demokratischer Absolutismus Gerechtigkeit zwischen den Menschen herstellen kann.

Deiner Definition des "Wesens der Demokratie"
scilla schrieb:
1) Wahl
Wahlergebnis führt zu Koalition
Koalition schließt Kompromis (schlecht) oder es herrscht Konsens vor (gut);

2) Diskussion
Menschen sprechen miteinander
der Diskussionsgegenstand schraubt sich evolutionär in die Höhe
und verbindet alle gegensätzlichen Meinungen zu Gottes Werk
wäre hinzuzufügen:

- die Wahrung gleichen Rechts und gleicher Freiheit für alle und der garantierte Minderheitenschutz;

abzuziehen wäre:

- die von vornherein vorgenommene Wertung von Kompromiß und Konsens als schlecht oder gut
- die angenommene Selbstbewegung von Gegenständen, die eine schraubenförmig aufstrebende Bewegung zwecks Verbindung zu einer Unio mystica vornehmen. Bleib aufm Teppich, scilla: "Menschen reden miteinander". Das muß erstmal reichen, Demokratie ist eben auch vor allem pragmatisches Verhandeln von Konflikten zwischen Menschen und braucht nicht gleich einen Gott zur Rechtfertigung der Erkenntnisse und Regeln, die Menschen dabei finden, um zukünftiges Zusammenleben zu erleichtern.

Aber darum geht es nicht *ironisch grins*, wenn wir über Demokratiedefizite z.B. der EU reden - dazu hätte ich wohl auch was zu sagen, aber jetzt ist der lustige Beitrag aus.

Obwohl noch viel dazu zu sagen wäre, wie Demokratie durch Freiheit überwunden werden könnte und dieselbe Freiheit in der Folge wiederum den demokratischen Rechtsstaat erzeugt.

Grüße euch alle,
Gaius
 
Wenn meine sechsjährige Enkelin ihr Bonbon bei der Freundin gegen ein Kaugummi tauscht, es ist ein Tausch! - wie soll da Kapital entstehen???

warum tauschen sie denn?

doch nur deshalb,
weil der Zustand nach dem Tausch mehr wert ist,
als der Zustand vor dem Tausch

Da Deine übrigen Meinungen auf der obigen basieren, brechen sie mit dem Einsturz dieser auch zusammen.

ich befürchte dieses eher bei Dir

befasse Dich mit Grenznutzen und Grenzleid!
 
die Wahrung gleichen Rechts und gleicher Freiheit für alle und der garantierte Minderheitenschutz

das ist keine kluge Ergänzung

1) Minderheitenschutz ergibt sich automatisch
wenn die Menschen (also auch die Minderheiten) miteinander sprechen

siehe
der Diskussionsgegenstand schraubt sich evolutionär in die Höhe
und verbindet alle gegensätzlichen Meinungen zu Gottes Werk​

2) gleiches Recht ergibt sich automatisch,
wenn die Menschen vor Gericht gegeneinander sprechen

Recht ist ein abstraktes Wort dafür,
daß der Richter alle gegensätzlichen Meinungen in einem göttlichen Urteil verbindet

3) gleiche Freiheit?

das ist falsch!

es wäre denkbar,
daß das Diskussionergebnis bereits im Vorfeld von einem Diskussionsteilnehmer vertreten/gelebt wurde

situationsbedingt hätte dieser Diskussionsteilnehmer recht,
die anderen hätten unrecht
und müssten jetzt ihr Verhalten ändern/überdenken
(was diese wiederum als Unfreiheit auslegen könnten)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ziesemann


wenn man heute mit beidseitigem Gewinn handelt bzw. tauscht,
muss sich das Kapital deshalb nicht vermehren

umgekehrt kann es sein,
daß ein Mensch ehrenamtlich handelt oder gar ein Minusgeschäft macht
UND DENNOCH das Kapital vermehrt

daran ist die Reduktion des Kapitals auf Finanzkapital schuld
das könnte die Regierung ändern
 
Hallo Gaius

Unfreiheit Teil 2

Menschen, die auf dem Lande leben,
haben andere Freiheiten als solche, die in der Stadt leben

Freiheit, wie Du sie wohl meinst,
ist situationsbedingt
 
scilla schrieb:
es wäre denkbar,
daß das Diskussionergebnis bereits im Vorfeld von einem Diskussionsteilnehmer vertreten/gelebt wurde

situationsbedingt hätte dieser Diskussionsteilnehmer recht,
die anderen hätten unrecht
und müssten jetzt ihr Verhalten ändern/überdenken
(was diese wiederum als Unfreiheit auslegen könnten)

Gilt für die Scharia genauso wie fürs BGB; was also ist zu tun?

Vielleicht nehmen alle erstmal dieses Therapeutikum ein, das angeblich für und gegen alles hilft, und dann sehen wir weiter?

Im Ernst, scilla: Deine klugen Relativierungen helfen Dir vielleicht, die Welt zu verstehen; grundsätzliche politische Konflikte werden durch derartige Weisheit leider (leider!) nicht zu lösen sein.

Es sei denn, Du schaffst es, einem Gegner Deine situationsbedingte Auffassung aufzuzwingen (oder andersherum).

Ich bin nun nicht Dein Gegner, aber so weit wie Du war ich auch schon. Es gibt aber auch Momente, wo Vermittlung unmöglich scheint - die Grenze wird ja zurzeit @Iran ausgetestet.

Gruß, Gaius
 
scilla schrieb:
warum tauschen sie denn?

doch nur deshalb,
weil der Zustand nach dem Tausch mehr wert ist,
als der Zustand vor dem Tausch
befasse Dich mit Grenznutzen und Grenzleid!
Scilla, sei ganz ruhig versichert, ich kenne mich bei den Begriffen Grenznutzen und Grenzleid - ich darf sagen - ausnahmsweise mal sehr gut aus. Ein Tausch wird vorgenommen, weil für beide der Nutzen nachher höher ist als vorher - Irrtum vorbehalten. Nur: Kapital muss dadurch nicht entstanden sein, das war Deine Behauptung, gegen die ich schrieb; aber Tausch erhöht allgemein den Wolhstand. Übrigens: Am Rande sei es vermerkt, das ist eines der Argumente für] die Globalisierung.

Ziesemann
 
Zitat:
Unsere Welt rückt immer mehr zusammen. Und eines der Ziele die sich die Völkergemeinschaft gestellt hat, ist die globale Demokratisierung.


Alle sollen an einen gemeinsamen Herd? Das wird nicht gehen, solange jeder sein eigenes Süppchen kocht bzw. dem Wahn verfällt, er allein wüsste die Zutaten für eine gesunde Mahlzeit. Viele Köche verderben den Brei.

Da es immer welche geben wird, die DAGEGEN sind (egal gegen was), wird es nie eine einheitliche Küche geben. Es gibt Dinge, die lassen sich eben nicht ändern und da muss man schauen, wie man das Beste daraus macht.

Globalisierung ist in erster Linie die Bereitschaft an der Gemeinschaft teilnehmen zu wollen und vielleicht auch die Erkenntnis, dass wir so verschieden gar nicht sind. Doch es gibt auch Länder, in denen anders gedacht wird (was ja ihr gutes Recht ist) und da endet dann der Traum der Globalisierung.

Ist dieses Forum demokratisch? Gibt es hier Meinungsfreiheit? Wie ist das mit dem Punktesystem zu vereinbaren oder ist die Meinung der Mehrheit die demokratische Meinung? *grübel
 
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Ein Tausch wird vorgenommen, weil für beide der Nutzen nachher höher ist als vorher - Irrtum vorbehalten. Nur: Kapital muss dadurch nicht entstanden sein

1) es könnte auch Arbeitskraft getauscht werden
dann würde der Tausch einen Arbeitsplatz bewirken
(es gibt mehr Arbeit als Menschen)

2) damit der Tausch funktioniert - Irrtum ausgeschloßen -
ist es wichtig,
eine Vorstellung davon zu haben,
was alles Kapitel ist

Wohlstand würde ich dieses Wissen nicht nennen,
da ich Wohlstand zu sehr mit Geld (mit kultureller Degeneration) verbinde

Am Rande sei es vermerkt, das ist eines der Argumente für] die Globalisierung.


das ist ein Gegenargument für Globalisierung!

wir beide wollen tauschen,
wägen also unser persönliches Grenzleid bzw. unseren persönlichen Grenznutzen ab,
werden aber am Tausch gehindert,
weil der Preis unseres Tausches nicht dem Niveau des WELTMARKTES entspricht

das Schlechte am Weltmarkt ist,
daß niemand weiss,
wie das Angebot des potentiellen Tauschpartners zustande gekommen ist
(wurden die Arbeiter geschlagen?
wurde die Umwelt verwüstet?)

desweiteren beschneidet der Weltmarkt das Angebot,
weil die lokalen/regionalen Besonderheiten der Nachfrage ignoriertwerden

der Weltmarkt zerstört die lokale/regionale Kultur (= Kapital!),
d. h.
auch die lokalen/regionalen Arbeitsplätze,
die durch Tausch entstehen

Wohlstand (= Kapital? Arbeitsplätze!) kann im Weltmarkt nur derjenige erreichen,
welcher mehr exportiert als importiert

der Weltmarkt sorgt also dafür,
daß es eine 1. Welt (die Gewinner) und eine 3. Welt (die Verlierer) gibt

Tausch (fair trade) würde alle in einer 2. Welt leben lassen
 
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