AW: Die aktuelle Diskussion um die Mieten in Österreich
Hab' ich mich wirklich so mißverständlich ausgedrückt?
Ich schrieb nicht daß sie die Wohnungen auf Dauer leer stehen lassen, sondern daß sie die "alten" Mieter im wahrsten Sinne des Wortes raus ekeln, damit sie die Wohnung an den nächsten teurer vermieten können.
Ja, so wie Wirte die "Sitzenbleiber" zum Gehen drängen, damit neue, nunmehr mehr zahlende Gäste Platz haben. So wie Unternehmen ihre Kunden kategorisieren um ihnen unterschiedlich viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der Hintergrund ist 'normal', aber gegen Schikanen gibt es rechtliche Mittel. Andererseits gibt es Mieter die ihre Miete nicht bezahlen aber trotzdem die Wohnung nicht räumen. Und dann noch die, die zwar ausziehen, aber die Wohnung in einem Zustand hinterlassen deren Aufarbeitung sehr kostenintensiv ist. Und ? Sowohl Mieter wie auch Vermieter machen Dinge, die nicht in Ordnung sind. Jetzt die eine Seite pauschal verteufeln und die andere Seite pauschal als Opfer zu sehen hilft niemanden.
Ich finde es als Frechheit, daß z.B. für ein 30 m² "Appartement" 450 € verlangt werden. Das ist in meinen Augen Mietwucher.
In Monaco oder Bahrain wirst du ein Vielfaches zahlen müssen. Ob etwas Wucher ist hängt von den "ortsüblichen" Zuständen ab. Finde ich eine Frechheit dass ein VW Polo 20000,- kostet, muss ich halt mit einem Dacia vorlieb nehmen. Wenn mir auch der Dacia zu teuer ist, muss ich halt Öffis nehmen. Alles kostet seinen Preis, auch Öffis. Letztere weniger Geld, dafür aber ggf Komfort und Freiheit.
Genau. Gibt ja genug Brücken unter denen sie wohnen kann.....
Es gibt Mietzinsbeihilfe und Wohnungen, die halt nicht so groß, komortabel oder in guter Lage sind. Man muss halt seine Wünsche nach seinen Möglichkeiten ausrichten oder verzweifeln.
Und mit welchen Gesängen kann man Deiner Meinung nach die Mißstände, die ja unstrittig vorhanden sind beseitigen?
Abgesehen davon, daß ich unter "Schlaraffenland" was anders verstehe als leistbare Mieten.
Ich denke, dass keinerlei Gesang helfen wird. Die Welt ist nicht perfekt und die Zeit die verschwendet wird um Perfektion schaffen zu wollen besser investiert wäre indem man kleine Verbesserungen macht.
Kurzes Beispiel: Würde ein Weltverbesserer in der Zeit, in der er ein globales System erfindet das erstens nicht funktioniert und sich zweitens auch (zum Glück) nie realisieren lässt arbeiten und den dadurch erzielten Extraverdienst an Bedürftige spenden, hätte er tatsächlich etwas verbessert.
Dazu bedarf es aber einer Bescheidenheit an der es leider mangelt.
Bin ich ganz Deiner Meinung. Wenn ein Mieter die Miete NICHT bezahlt, hat der Vermieter jedes Recht diese Geschäftsbeziehung zu beenden.
Aber darum geht's doch nicht. Ich spreche von den Immobilieninvestoren, die ihr Geld möglichst gewinnbringend anlegen wollen und ganze Stadtviertel von den "Ureinwohnern" befreien
Ok, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen würdes du hier abstecken ? Wie sähe hier deine optimale Lösung aus ?
Bevor ich wieder mißverstanden werde. Es ist gut, daß es Mietbeihilfe gibt für Menschen die, aus welchen Gründen auch immer, aus eigener Kraft die Miete nicht aufbringen können.
Aber es ist nicht gut, daß die Mieten mittlerweile so hoch sind, daß immer öfter der Staat, also der Steuerzahler, einspringen muß, weil immer weniger leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht.
Sind nur die Mieten, oder nicht auch die Ansprüche der Mieter gestiegen ?
Sind die Haushaltsgrößen nicht permanent kleiner geworden und dadurch natürlich auch die Miete pro Person gestiegen ?
Liegt es nicht auch am Lebenswandel (z.b. mehr Scheidungen), dass sich die 3 Personen (Vater, Mutter, Kind), die sich früher in einer Wohnung aufhielten dies nun in 2 Wohnungen tun und demnach natürlich die doppelte Miete zahlen müssen ?
Sind tatsächlich nur die Immobilieninvestoren verantwortlich und die Mieter nur die Opfer ?
Als "naturgegeben" würde ich den Kapitalismus nicht bezeichnen. Denn dann wäre es auch der Kommunismus oder jede andere "Macht".
Kapitalismus, also dass der Stärkere mehr Möglichkeiten hat als der Schwächere halte ich für "naturgegeben" im Sinne von ubiquitär. Kommunismus als "naturgegeben" lediglich im Sinne von "auch in der Natur ohne den Menschen vorhanden", wie beispielsweise bei staatenbildenden Insekten auf eine eigene Weise zu beobachten. Jedoch nicht ubiquitär.
Richtig. Die Grundidee des Sozialismus. Und nicht des Kommunismus. Aber dieses Wissen scheint irgendwie verloren gegangen zu sein.
Heutzutage ist der "Sozialist" ein "Weltverbesserer, Gutmensch, linker Spinner usw."
Da haben die "Kapitalisten" ganze Arbeit geleistet.....
Ja, und leider wird der Sozialismus nur allzu gerne vergewaltigt. Einerseits von Kapitalisten, die sich ihr Kapital nicht erarbeiten sondern erschenken lassen wollen und andererseits von Wichtigtuern denen es im Grunde um ihren eigenen Status geht und für die die "Verbesserung der Welt" nur die Bühne ist, auf der sie ihren Ruhm erzielen wollen.
Letztere sind dann die, die anstatt bescheiden ihren Beitrag zum Wohle anderer zu leisten eben ihre Phantasiegebilde ausmalen und zum Besten geben auf dass sie als Welterlöser gefeiert werden mögen.