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Wissen und Glauben - Was ist der Unterschied?

L

lilith51

Guest
in vielen beiträgen in diesem forum geht es immer wieder um wissenschaftliche beweise, um zitate aus anerkannten schriften, um theorien, die schon 753 Mal bewiesen bzw. widerlegt worden sind. (konkreter kann ich es nicht formulieren, weil ich ja noch längst nicht alles gelesen habe. :) )

ich stolpere immer wieder über die begriffe "ich weiß" oder "ich glaube".

im allgemeinen werden die begriffe so verwendet:

- ich weiß bedeutet, dass ich überzeugt bin, etwas verstanden zu haben, etwas als wirklich abgesichert und bewiesen erkannt zu haben.

- ich glaube bedeutet, ich bin mir nicht sicher, aber es scheint mir richtig zu sein.

nun ist es gerade beim wissen so, dass wir vieles einfach nur angelernt und angelesen, dann im kopf weiter verarbeitet und verstanden haben. vieles haben wir überhaupt nur gelesen und halten es für wahr.
d.h. für mich nichts anderes, als glauben, dass diejenigen, die das alles selbst erforscht haben, glaubwürdig sind und recht haben.
aber ich habe es nicht selbst erfahren, d.h. ich weiß es nicht wirklich aus eigener erfahrung.

wirklich wissen kann ich etwas mMn nur dann, wenn ich es subjektiv nachvollziehen kann bzw. selbst erlebe und erfahre.

was sagt ihr dazu?

lilith51

wenn das schon in irgendeinem früheren thread behandelt worden ist, bitte ich euch um einen hinweis. ich bin mit der menge der themen noch etwas überfordert.
 
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Im Bellum Gallicum schreibt Cäsar:
Was die Menschen wünschen, glauben sie im allgemeinen gern.

Das bedeutet doch, dass aus Wunschdenken heraus Vieles, das u.U. fragwürdig ist, glaubwürdig erscheint,weil es uns den Augenblick angenehmer gestaltet oder eine Situation vielleicht erträglicher macht, während auf der anderen Seite das Wissen um die Wahrheit - falls sie es wirklich ist - aus egoistischen Gründen ( oder weil Wissen mit Realisieren zu tun hat und die Realität oft Weh tut) zu Gunsten des Glaubens verdrängt wird.

Wenn ich an etwas glaube, oder Jemandem oder einer Information Glauben schenke, dann halte ich mir indirekt eine Hintertür offen, durch die ich flüchten kann wenn ich feststellen muss, dass ich mich geirrt habe.
Wenn ich aber behaupte etwas zu wissen, was sich dann aber als falsch beweist, dann gerate ich in Erklärungszwang oder mir wird Ignoranz nachgesagt.
Fragt mich mein Lehrer, welche Flüsse durch das Zweistromland fließen und ich sage: " Ich glaube....., das sind Mosel und Rhein", dann "glaube" ich, dass er sich verzweifelnd an den Kopf fasst. Sage ich aber: "Ich weiß, dass es Mosel und Rhein sind", dann " weiß ich, dass ich die Sechs so gut wie sicher habe.
Blödes Beispiel, ich weiß! Aber wenn wir vorgeben etwas zu glauben, weil wir uns nicht ganz sicher sind und es sich hinterher als falsch erweist, dann wiegt es weniger schwer, als wenn wir Wissen abliefern wollen, das sich in Wirklichlichkeit als massivste Unwissenheit herausstellt.

Rhona
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zitat lilith51:
"- ich weiß bedeutet, dass ich überzeugt bin, etwas verstanden zu haben, etwas als wirklich abgesichert und bewiesen erkannt zu haben.

- ich glaube bedeutet, ich bin mir nicht sicher, aber es scheint mir richtig zu sein.
.....
wirklich wissen kann ich etwas mMn nur dann, wenn ich es subjektiv nachvollziehen kann bzw. selbst erlebe und erfahre."


:jump1: Gebe Dir da ganz recht.
Wobei ich an mir erlebe, dass
1.:ich bei "Schulwissen", das man eben weiss, nur zu wissen glaube.
2.:wenn ich sage "ich glaube", dies Themen sind, die ich noch in Arbeit habe;
sprich, wo ich dabei bin, zu erleben, zu betrachten und zu erkennen.
3.:wenn ich sage "ich weiss", dann ist das ein Gefühl!
Das Gefühl, es zu wissen. Achtung: ich meine damit KEIN Schulwissen,
liebe Rhona. Sondern es handelt sich dabei eher um etwas Spirituelles.

So, jetzt weiss ich nicht, ob das Euch was bringt. Aber ich glaube, der einen oder dem anderen vielleicht. :zunge 5:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
>kathi, lilith und Rhona

Macht euch das mit dem Wissen und dem Glauben nicht zu kompliziert.

Im allgemeinen definieren wir Wissen mit
sinnlicher Wahrnehmung, wie sehen, spüren (tasten) und riechen, sowie mit
logischen Konsequenzen (großen Wahrscheinlichkeiten: wenn es morgen regnet, (weiß ich) werden nachher die Straßen nass sein.​
Glauben hingegen heißt immer vermuten, oder im negativen Fall - wenn wir an was Schlechtes glauben - befürchten. Wenn man im April für Juni eine Reise zu den Pyramiden von Giseh bucht, dann bucht man sie deshalb, weil man in diesem Augenblick glaubt, dass die Pyramiden im Juni tatsächlich auch noch stehen; wissen kann man es in diesem Augenblick noch nicht, sondern erst dann, wenn man sie tatsächlich sieht, ist man besonders sinnlich, muss man sie wohl auch berühren.

Einen Sonderfall bildet mMn das Hören: Wenn Schröder sagt: "Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird abnehmen", dann heißt das - wissenschaftlich exakt formuliert: Schröder sagte, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland abnehmen werde. Gebe ich es einfach so wieder, dass ich sage: "Die Arbeitslosigkeit in Deutschland nimmt ab", bedeutet das - jetzt in der Selbstreflexion - dass ich Schröder glaube.

Vor die Wahl gestellt, ob ich mich jetzt zu den gläubigen oder zu den wissenden Menschen zähle, halte ich mich - leicht zerknirscht - für einen gläubigen. Das war aber wieder einmal für ein Denkforum unsachlich; ich hoffe, dass ich deswegen von walter nicht gesteinigt werde.

Liebe Grüße

Zeili
 
hallo zeili!

Einen Sonderfall bildet mMn das Hören: Wenn Schröder sagt: "Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird abnehmen", dann heißt das - wissenschaftlich exakt formuliert: Schröder sagte, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland abnehmen werde. Gebe ich es einfach so wieder, dass ich sage: "Die Arbeitslosigkeit in Deutschland nimmt ab", bedeutet das - jetzt in der Selbstreflexion - dass ich Schröder glaube.

du glaubst in diesem bespiel schröder, schröder glaubt seinen mitarbeitern, die das aus der statistik herausgelesen haben und vielleicht auch noch seinen beratern, die meinen, es macht sich gut, wenn eine positive äußerung zu diesem thema veröffentlicht wird, usw. usw.
:ironie:
ja das gefällt mir sehr gut.

die wissen sicher genau, was läuft. da haben wir eine wirklich fundierte basis für politische/wirtschaftliche/finanzielle entscheidungen. denn genauso funktioniert es ja in allen bereichen.

interessant, aber für mich nicht überraschend ist, wie erstaunt dann oft die konsequenzen betrachtet werden, die durch das handeln aufgrund dieser "sicheren ausgangsbasis" entstehen.
:autsch:
aber das als randbemerkung.


der bekannteste spruch von sokrates lautet, wie jeder weiß (*lol*):
ich weiß, dass ich nichts weiß.

aber erst durch das eigene nachforschen und in zusammenhänge bringen kann ich zu dieser erkenntnis kommen. wenn ich das, was vielleicht irgendwer wirklich weiß, einfach glaube, dann glaube ich zu wissen. Dabei weiß ich nicht einmal, dass ich "nur" glaube. (das NUR in anführungszeichen deshalb, weil es hier nicht um eine negativ-bewertung geht.)


ich bin hier in diesem denkforum förmlich auf dieses thema gestoßen worden. lesen und vergleichen von diversen erkenntnissen und richtungen, ob es philosophie oder religionen oder autoren von bücher bzw. beiträgen sind, ist meinungsbildung durch informationsvielfalt. mit wissen hat das noch nichts zu tun.

glücklicherweise gibt es hier eine ganze menge leute, die gern selber denken und diese informationen in ihre eigenen zusammenhänge bringen. :danke:

das thema, "was wird unter dem titel wissensvermittlung in unseren schulen wirklich vermittelt", wäre vielleicht hier noch einer näheren betrachtung wert.
:zunge 5:
herzlich
lilith
 
kathi schrieb:
das man eben weiss, nur zu wissen glaube.

Nur zu wissen GLAUBEN. DAS ist der Punkt.
Wenn ein Stein zu Boden fällt, dann sagt jeder "jaja... die Schwerkraft". Ist es dann bewiesen? Eigentlich nicht, da der Stein ja vielleicht nicht jedes Mal zu Boden geht. Es kann ja auch sein, dass er einfach schweben bleibt und später erst zu Boden fällt. Man müsste also jedes Mal dabei sein, wenn ein Stein zu Boden fällt, damit man es als "bewiesen" betrachten kann. So viel zu den Naturgesetzen.


Dabei ist - wie Rhona schon gesagt hat - es besser, immer glauben (vermuten etc.) zu sagen, wenn man sich nicht ganz sicher ist. Ein Beispiel:
Ich sage: "Ich glaube, dass die Quadratzahl von 18 324 ist."
Der Wert meiner Aussage ist also höher als "Ich weiß es nicht", aber niedriger als "Ich weiß, dass die Quadratzahl von 18 324 ist". Wenn meine Aussage jetzt falsch wäre, dann würde ich mein gutes Gewissen trotzdem behalten können, da ich es nur geglaubt habe und mein Image als Mathegenie befindet sich nicht ganz im Arsch. Wenn es jedoch richtig wäre, könnte ich zwar sagen "Ich hab's doch gewusst", trotzdem würde ich nicht mein Ansehen aufstufen können, da ich an meiner Aussage selber gezweifelt habe. Klingt ein bisschen kompliziert, aber ich hoffe, ihr wisst, was gemeint ist.

Das wichtigste ist aber - meiner Meinung nach -, dass sich die anderen nicht auf meine Aussage stützen und dadurch nichts Falsches lernen.
 
erst fühlen, dann denken, dann handeln

zwischen fühlen und denken liegt ein Verstehensentwurf

dieser Verstehensentwurf heisst bei den Theologen 'glauben'
 
scilla schrieb:
erst fühlen, dann denken, dann handeln

zwischen fühlen und denken liegt ein Verstehensentwurf

dieser Verstehensentwurf heisst bei den Theologen 'glauben'

dass "glauben" etwas bezeichnet, das ich (noch) nicht sicher wissen kann, habe ich schon verstanden.
was mich veranlasst hat, diesen thread zu eröffnen, hatte einen anderen grund. ich hatte den eindruck, dass das viele WISSEN in wirklichkeit gar kein wissen ist, sondern genauso ein glauben ist, wie der glaube an gott. nur heißt der gott dann wissenschaft.

und eigenartigerweise gilt das, was ein mensch ganz subjektiv erfährt und erlebt, nicht als WISSEN, obwohl es doch das einzige ist, was er wirklich wissen kann, auch wenn es nur er allein weiß und den beweis (nach wissenschaftlich anerkannten kriterien) nicht anderen vorführen kann.

ich habe kein ufo gesehen :zunge 5: , auch wenn sich das jetzt beinah so anhört.

herzlich
lilith51
 
Unheimlich Fortgeschrittenes Outing (UFO)

lilith51 schrieb:
ich hatte den eindruck, dass das viele WISSEN in wirklichkeit gar kein wissen ist, sondern genauso ein glauben ist, wie der glaube an gott. nur heißt der gott dann wissenschaft.

und eigenartigerweise gilt das, was ein mensch ganz subjektiv erfährt und erlebt, nicht als WISSEN, obwohl es doch das einzige ist, was er wirklich wissen kann,
auch wenn es nur er allein weiß und den beweis (nach wissenschaftlich anerkannten kriterien) nicht anderen vorführen kann.
Ich glaub ich hab ein UFO gesehen :zunge4: :zunge4:

Nein, eigentlich 2: dich und mich!!!

Jetzt ist mir klar: Du weißt das (oder zumindest was ähnliches), was auch ich weiß. Wie schön!!!
Machen wir eine Wissenschaft daraus?
Ach so- die Beweise fehlen.

Vielleicht hilft uns die Kripo Köln oder Kripo Kitzbühl dabei - was meinst?

Aber im "Ernst": Ich stimme Dir voll und ganz zu!!! :zauberer1 ,Du "Zauberin".

lg an alle kathi
 
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ich sehe so wie lillith wenig qualitativen unterschied zwischen wissen und glauben
ich denke, wissen ist ein glaube, der eine art "wissenschaftliche prüfung" bestanden hat

so wie man sich im glauben irren kann, kann man sich auch im wissen irren, wobei letzteres seltener der fall sein wird, da die "wissenschaftliche prüfung" einen teil der irrglauben schon aussortiert
die irrtümer, die die prüfung bestehen führen dann zum irren im wissen, wenn man ihnen auf die schliche kommt

lg,
Muzmuz
 
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