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Glück vs. Sinn

AW: Glück vs. Sinn

glück ist, wenn mensch aufhört, nach dem sinn zu fragen, weil das hier und jetzt so präsent ist, dass da keine frage mehr rein passt.

;)
 
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AW: Glück vs. Sinn

Sorry, aber ich wollte das obrige Zitat nicht durch eine schlechte Übersetzung verfälschen. Diese Szene hat mich zum Nachdenken angeregt und ich persönlich habe mich für ein "Life od meaning" entschieden.

Mich interessiert wonach ihr euer Leben orientiert.

Glücklich sein oder Sinnerfüllung ?

lg
fusselhirn
Deinem englischen Text ist insofern zuzustimmen, dass man natürlich, um Glück zu erleben, den Augenblick nützen und auskosten muss.

Dennoch gibt es natürlich auch hier eine Verbindung: ohne weiteres und ruhigen Gewissens kann man die Einstellung haben, dass man sein Glück darin sieht, einen Sinn im Leben zu finden sowie auch den Umkehrschluss, dass man den Sinn des Lebens eben darin sieht, (so oft wie möglich) glücklich zu sein.

Bei den vielen gescheiten Sachen, die diesbezüglich bereits erwähnt wurden, habe ich nicht entdeckt, dass für Menschen mit Gewissen - und ich glaube, dass alle eines haben - schon der Weg zum Glück auch wichtig ist (soweit man Glück und Sinn nicht direkt verbindet). Ich nehme jetzt absichtlich ein banales, aber trotzdem lebensnahes Beispiel:

Nehmen wir an, jemand sieht das höchste Lebensglück in einem Häuschen mit einem kleinen Garten. Sein Geld verdient er sich mit dem Außendienstverkauf irgendeines Artikels. Er kennt den Artikel durch und durch. Ich glaube nicht, selbst dann nicht, wenn er seinen Lebenstraum in 5 Jahren ausbezahlt hat, dass er auf Dauer glücklich wird, wenn er seinen Artikel unter falschen Angaben verkauft hat. Er ist eher glücklich, wenn er 10 Jahre dafür braucht und das Gefühl hat, immer ehrlich gewesen zu sein.

Ich glaube ja sogar an das Gewissen unserer Gauner; es ist nur ungleich schwächer als ihre Triebe.

Liebe Grüße

Zeili
 
AW: Glück vs. Sinn

Hi lilith51,

Meinst du wirklich, dass es egoistisch ist, das persönliche Glück zu wollen?
Ja, ist aber wertfrei gemeint.

Macht es dich nicht auch glücklich, den Weg, den du selbst gewählt hast, gehen zu können?
Nein! Freiheit heisst für mich Verantwortung. Verantwortung ist nicht gleich Glück!

Ist nicht gerade DAS dein persönliches Glück?
Nein

Welchem "höheren" Sinn hast du dich eventuell unterworfen, der mit Verzicht auf dein persönliches Glück zu tun hat und dem du folgen willst?
Ich habe mich keinem "höheren" Sinn unterworfen.

Und ich interpretiere auch gleich ganz frech, dass du eben im Verzicht dein Glück und deine Befriedigung findest.
Es geht nicht um Verzicht. Ich versuche nicht explizit Glück zu vermeiden. Es geht um das primäre Entscheidungskriterium bzw. Ziel meiner Handlungen. Die Ausrichtung im Leben.
Man könnte es vielleicht vorsichtig als Lebenseinstellung verstehen:
Ich will glücklich sein oder ich tue meine Pflicht.
Pflichterfüllung bzw. Sinnerfüllung müssen nicht zum persönlichen Glück führen. Habe ich aber das Glück als Maxime, tue ich nur Dinge die im Endeffekt zu meinem persönlichen Glück beitragen.

Jetzt habe ich dich wahrscheinlich noch mehr verwirrt, oder?

Du hast auch einen festen Platz in meinem Herzen.:blume1:

fussel
 
AW: Glück vs. Sinn

@all


Mit euren Antworten habt ihr mir alle gezeigt, das ihr das Glück gewählt habt.
Schade, ich hatte gehofft, jemanden zu finden, der einen anderen Pfad in seinen Leben geht bzw. gehen will. Das wäre interessant gewesen. Bei der "Sinnerfüllung" hat das persönliche Glück keinerlei Bedeutung. Natürlich gibt es bei dem Ziel des egoistischen Glücks auch den persönlichen Sinn des Lebens, der untergerordnete Sinn ist nicht in meiner Ausgangfrage gemeint gewesen.

lg,
fussel

Hallo Fussel,
vielleicht paßt dies Beispiel aus meinem Freundeskreis zu Deiner Erwartung:

Vor mehr als dreißig Jahren wurde die Frau eines Freundes infolge eines Unfalles geh-unfähig. Probleme plötzlich massenhaft, braucht keine Erklärung.
Es stand grundsätzlich nur die Entscheidung an, ob zusammen weiter machen (das Leben) oder nicht. - Sie forderte nichts, war nur in Erwartung. Er hat nicht weiter überlegt, äußerte sich aber gelegentlich etwa so:

Es ist wie eine Expedition, man weiß nichts von kommenden Überraschungen, aber man muß zusammen weiter. Oder: früher soll es vorgekommen sein, daß ein Angehöriger freiwillig mit in`s grausame Sibirien ging, also, was soll`s.
Und baute die Wohnung um, Eingang eben, Fenster tiefer, Küche neu, Bad größer und was da erforderlich war. Seine Freizeit war reine Arbeit dafür.

Ein weiterer Freund hat dann damals damit begonnen, seinen großen Garten rollstuhlfreundlich zu gestalten. Planier-Raupe rein, Erdbewegungen an der Hanglage, breitere Wege mit sanfter Steigung, Hochbeete und ähnliches.

Nun ist erstaunlich für uns (ich zähle ja dazu), wieviel und wie oft "Augenblickszufriedenheit" sich dazu gesellt. Oft genügen kleinste Ursachen, auf die wir uns aufmerksam machen, zur reinen Freude. - Das ist eingebettet in die lange zuvor festgemachte Ziel-Vorgabe.
Das ist täglich erfahrbar als sinnvolle Folge-Tätigkeit im Sinn-Ganzen.

Es ist fast, als hätte das Unglück damals eine Glückswirkung verursacht.

Sei freundlich gegrüßt.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Glück vs. Sinn

Zwischen Glück und Sinn...

Der Beitrag von Zumzum brachte mich zur Erkenntnis, dass zurzeit, zwar auf einer ganz anderen Ebene, unsere Familie auch etwas Ähnliches erlebt.

Bei uns geht es um meinen kleinen Enkelsohn Mathias, ich erzählte schon über ihm im Thread "Über Pflege- und Adoptivkinder".
Der Junge ist nun zwei Jahre und vier Monate alt und hatte in seinen ersten sechzehn Monaten ein Martyrium erlebt, völlig isoliert in seinem Gitterbettchen, im Dunkeln gehalten. Näheres kann man im anderen Thread nachlesen.

Nun ist Mathias, nach einer etwas längeren, sehr wichtigen Anbahnungszeit, seit sechs Wochen endgültig bei meiner Tochter und ihren Mann, seine Pflegeeltern, die ihn irgendwann adoptieren werden.

Es gibt Tage, in denen eine gewisse Aggressivität seine Eltern vermuten lässt, dass dumpfe, eher unterbewusste Erinnerungen ihn quälen. So zum Beispiel wenn er ein Gitterbett sieht und gleich ängstlich losbrüllt.

Und dann gibt es diese anderen Tage, in denen seine lustige Art, seine Anhänglichkeit gegenüber den Eltern, die Tatsache dass er sich in seinem neuen zuhause so bewegt als wäre er schon immer da gewesen, uns alle glücklich macht.
Und natürlich ist das für seine Eltern der Sinn ihres jetzigen Lebens.

 
AW: Glück vs. Sinn

Es geht nicht um Verzicht. Ich versuche nicht explizit Glück zu vermeiden. Es geht um das primäre Entscheidungskriterium bzw. Ziel meiner Handlungen. Die Ausrichtung im Leben.
Man könnte es vielleicht vorsichtig als Lebenseinstellung verstehen:
Ich will glücklich sein oder ich tue meine Pflicht.
Pflichterfüllung bzw. Sinnerfüllung müssen nicht zum persönlichen Glück führen. Habe ich aber das Glück als Maxime, tue ich nur Dinge die im Endeffekt zu meinem persönlichen Glück beitragen.

Greifen wir zu Beispielen: wenn du für Hilter in treuer Pflichterfüllung in den Krieg ziehst und dort umkommst, dann macht dich das zwar kurzfristig unglücklich, aber du hast einem größeren Sinn gedient: du hast deinem Vaterland gedient.

Wenn du hingegen nur deinem Glück folgst und dich den ganzen Tag vollfrisst, dann hinterlässt du eine sinnlose Wirkung auf die Welt, und von dir bleibt nur ein Fettfleck. Aber du warst glücklich.

Nun kann es aber auch sein, dass du dich den ganzen Tag verwirklichst, und dass das deiner von dir gefühlten Bestimmung entspricht, z.B. ein solider Tischler zu sein. Dann erfüllst du deinen Sinn und du bist glücklich.

Mit der Devise: lebe deinen Tag und der Rest ist eh egal, kann ich gar nichts anfangen. Mit der irren Idee: gib dir einen Sinn, egal ob du ihn spürst oder nicht, und egal, ob dich das glücklich macht, kann ich aber auch nichts anfangen.

Ich glaube nur einer Devise: erfülle deinen Sinn, und wenn es dich glücklich macht, dann erkennst du, dass es der richtige ist.

lg Frankie
 
AW: Glück vs. Sinn

Hallo fusselhirn!

Das Streben nach Glück allein ist unbefriedigend. Welche Achtung hast Du vor nur glücklichen Menschen?

Man muss auch seine Pflicht tun! Wenn ich meine Pflicht getan hab, dann kann das Glück hinzutreten. Das höchste Gut ergeben beide zusammen.
 
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AW: Glück vs. Sinn

was wenn glücklichsein die sinnerfüllung eines menschen ist? meint ihr dass das in bereich des glückes fällt? wenn nicht dann würds ja bedeuten dass wenn man nach dem glück strebt dass das gleich auch eine sinnerfüllung ist

was mich betrifft: ich erfülle meinen sinn wenn ich glücklich bin denn ich strebe der natur nach, was nicht bedeutet dass ich egoistisch bin, denn es gibt ja die menschliche natur ihrem dem verstand ;)

lg kubi
 
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