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Gibt es Menschenrassen?

Benjamin schrieb:
Aber wenn ich sage, dass man Menschen in blauäugige und braunäugige Rassen unterteilen kann, dann ist das meines Erachtens logisch vertretbar. Genauso unterteilen wir Menschen in "Milchkühe" und "Fleischkühe". Es handelt sich hierbei lediglich um die Frage nach der Wortdefinition von "Rasse".
Das Wort ist seit dem Zweiten Weltkrieg eben sehr angeschwärzt. Ganz besonders im Deutschen. Aber meiner Meinung nach ist es nicht falsch, wenn man dieses Wort beim Menschen genauso anwendet wie beim Tier.
"Rasse" bedeutet bei Tieren soviel wie "Zuchtform", alle anderen Begriffsdefinitionen sind falsch. Wenn man also blauäugige und braunäugige Menschenrassen bewußt und absichtsvoll züchtet (falls das möglich wäre und einem da nicht die gewisse Unregelmäßigkeiten der Vererbung in die Quere kämen), dann - und nur dann - wäre es logisch vertretbar, hier von Rassen zu sprechen. Übrigens, ich unterteile Menschen nicht in "Milchkühe" und "Fleischkühe", wer macht denn sowas?

Nochmals schöne Grüße, Gaius
 
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Aber warum ist euch das Festhalten an dem Rassenbegriff für Menschen denn eigentlich so fürchterlich wichtig? "Typ" oder "Stamm" reicht doch für den alltäglichen Sprachgebrauch und trifft die Sache wesentlich genauer.

wir haben da wohl immer aneinander vorbei geredet, Gajus.

Mir ist es gar nicht wichtig, einer bestimmten Rasse anzugehören,
meinetwegen auch einer „typologischen Kategorie“, wie ich zu anfang schon betont habe,
oder einem Typ oder Stamm,

ich verwehre mich dagegen, daß man denjenigen, die einen Begriff mißbrauchen, das aktive Handeln überläßt,
wenn dann die weißen Rassisten den weißen Herrentyp
oder die schwarzen rassisten den schwarzen Herrenstamm proklamieren,
dann weichen wir wieder auf einen anderen Begriff aus?

fragt Claus
 
Claus schrieb:
wir haben da wohl immer aneinander vorbei geredet, Gajus.
Weiß ich nicht. Ich hebe hier doch sehr auf die Beantwortung der Ausgangsfrage ab, die nach dem heutigen Stand und deutschem Sprachgebrauch in der Biologie recht eindeutig mit "nein" zu beantworten ist.

Daß man zur Behufe der Diskriminierung anderer Menschen kein bestimmtes Wort braucht, ist klar - darum befassen sich ja antirassistische Aktivitäten auch nicht ausschließlich mit Fragen der sogenannten "Rasse", sondern mit Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit im Allgemeinen.

Ansonsten dreht sich die Diskussion mittlerweile schon über zwei threads im Kreise. Interessant ist nur, daß immer mehr Leute dazustoßen, die eine gewisse Bereitwilligkeit zu zeigen scheinen, Menschen in "Rassen" einzuteilen. Ich weiß ganz genau, wer sich darüber freut.

Allerbeste Grüße, Gaius
 
Gaius schrieb:
"Rasse" bedeutet bei Tieren soviel wie "Zuchtform", alle anderen Begriffsdefinitionen sind falsch. Wenn man also blauäugige und braunäugige Menschenrassen bewußt und absichtsvoll züchtet (falls das möglich wäre und einem da nicht die gewisse Unregelmäßigkeiten der Vererbung in die Quere kämen), dann - und nur dann - wäre es logisch vertretbar, hier von Rassen zu sprechen. Übrigens, ich unterteile Menschen nicht in "Milchkühe" und "Fleischkühe", wer macht denn sowas?

Nochmals schöne Grüße, Gaius


Ja sorry, da hab ich einen festen Blödsinn geschrieben.
Was ich meinte war: Genauso unterscheiden wir auch "Milchkühe" von "Fleischkühen".
Gaius, du meinst, dass alle anderen Begriffsdefinitionen von "Rasse" falsch wären, als die, dass "Rasse" soviel wie "Zuchtform" bedeutet. Da muss ich dich leider enttäuschen, so ist es gewiss nicht. Denn ich denke nicht, dass es irgendjemanden gibt, der mit Fug und Recht behaupten könnte, dass eine gewisse Begriffsdefinition die einzig richtige wäre.
So etwas wie eine allgemeingültige Begriffsdefinition kann man nicht erdenken, man kann sie nur beobachten und zwar an dem beobachten, wie der Begriff verwendet wird. Wenn z.B. im Duden stehen würde, es heißt "die Baum" anstatt "der Baum", dann wäre das deshalb nicht automatisch richtig. Als Sprachwissenschafter muss man sich an den Wortgebrauch der Allgemeinheit richten. Und wenn die Allgemeinheit das Wort "Rasse" auch für "äußerliche Merkmale" verwendet, so ist es meines Erachtens eine logisch vertretbare Aussage, dass es verschiedene Menschenrassen gibt.

Ben
 
Gaius schrieb:
Hallo Ziesemann,
Aber warum ist euch das Festhalten an dem Rassenbegriff für Menschen denn eigentlich so fürchterlich wichtig? "Typ" oder "Stamm" reicht doch für den alltäglichen Sprachgebrauch und trifft die Sache wesentlich genauer.

Grüße, Gaius
Aber nicht im geringsten ist mir das wichtig, Gaius! - Ich habe mich erst dazu geschaltet, als apodiktisch erklärt wurde, wer den Begriff "Rasse" gebraucht "ist ein Rassist". - Und dann erlaubte ich mir denn doch den Hinweis, dass in praktisch allen Verfassungen - auch den brandneuen des 21. Jahrh. - der Begriff "Rasse" volkommen unbekümmert genutzt wird. C'est tout.

Ich bin kein Rassist auch meine Freunde sind zum Teil Ausländer, und ich habe sogar einen guten Freund, der ist ein Blacky. Aber der protestierte, als ich ihn mal - vermeintlich schonend - einen "coloured" nannte. "I'm black!" - er legte großen Wert darauf, zur Rasse der schwarzen Afrikaner gezählt zu werden. Aber das nur so nebenbei - er hatte eben noch nicht in diesem Forum die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kenntnis nehmen können.

Mit Vergnügen grüße ich alle Diskutanten - Ziesemann
 
Hi lieber Ben,

Da muss ich dich leider enttäuschen
Jetzt bin ich aber enttäuscht :D

Ich kann natürlich die kleine Biologie-Stunde aus #8 samt dem Zusatz aus #17 nochmal wiederholen (sicher weißt Du auch mehr darüber), aber Du wirst hier und heute nicht viel daran ändern können, daß das Wort "Rasse" bezüglich der Tiere sich ausschließlich auf Zuchtformen bezieht. In der Natur entstehen neue Arten oder Unterarten, Rassen nur durch menschlichen Eingriff. Und die eventuelle Planung menschlicher Fortpflanzung geht wohl kaum so vonstatten wie etwa die Hundezüchtung.

Und: daß eine Mehrheit einen Begriff verkehrt anwendet, macht den Gebrauch nicht richtiger. Zur Sprachwissenschaft gehört noch ein bißchen mehr dazu, als dem Volk aufs Maul zu schauen.

Grüße, Gaius
 
Siehst Du, Ziesemann, dann können wir das Wort "Rasse" ja freudigst fallenlassen
und den krummen Sprachgebrauch besten Gewissens anderen Leuten - und den Rassisten natürlich - überlassen!

Ebenfalls vergnügteste Grüße, Gaius
 
Aber der protestierte, als ich ihn mal - vermeintlich schonend - einen "coloured" nannte. "I'm black!" - er legte großen Wert darauf, zur Rasse der schwarzen Afrikaner gezählt zu werden. Aber das nur so nebenbei - er hatte eben noch nicht in diesem Forum die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kenntnis nehmen können.
Ziesemann, ich könnte Dir ähnliche Beispiele aus Brasilien erzählen, wo die schwarzen Brasilianer es befremdlich finden, von den Europäern als „Afroamerikaner“ eingestuft zu werden.

Ich weiß, daß ich jetzt etwas abschweife:
aber ähnlich verhält es sich mit den Zigeunern.
(die sind zwar keine Rasse, vielleicht ein Stamm, ich weiß es nicht, aber spielt hier auch keine Rolle, es geht um die Bezeichnung)
Ich bin in einem fernsehbeitrag aufgeklärt worden, daß die osteuropäischen Zigeuner die Zinti und die Roma sind,
die aber erheben den Anspruch ihrer Stammesbezeichnung für die gesamte Zigeunerschaft.
Das ruft den Widerspruch der iberischen Zigeuner hervor, deren Volksbezeichnung anders lautet (leider vergessen), aber sie sind ausdrücklich keine Zinti oder Roma.

Deshalb denke ich, die selbsternannten gutmeinenden Zuweiser von Namen für Völker, Stämme und Rassen, sollten sich bei ihrer Tätigkeit etwas mehr zurücknehmen.

meint Claus
 
Claus schrieb:
Deshalb denke ich, die selbsternannten gutmeinenden Zuweiser von Namen für Völker, Stämme und Rassen, sollten sich bei ihrer Tätigkeit etwas mehr zurücknehmen.
Ganz genau, uneingeschränkte Zustimmung. Am besten, man läßt diese ganzen Einteilung, Ein-, Ab- und Ausgrenzungen völlig sein, die bringen am Ende nur Unfrieden und böses Blut.
 
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