• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Hallo Raphael!

Wenn ich sage: "Ich toleriere Deine Einstellung" will ich sagen, dass ich diese Einstellung nicht gutheiße, ich mir jedoch darüber im Klaren bin, dass es mir nicht zusteht oder unmöglich ist, darauf Einfluß zu nehmen.

Wenn ich sage: "Ich respektiere Deine Einstellung", sind wir nicht unbedingt gleicher Meinung aber wertschätzen einander.

Akzeptieren würde heißen, ich nehme an, mache es mir zu eigen.

Es ist mMn schon sinnvoll darüber nachzudenken, dass alle Haltungen gerechtfertigt sind und sich in der Wirkung selbstverständlich unterscheiden.

Gruß Mongi
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Noja, wie mensch sich/es auch dreht, das selbe Wort kann die unterschiedliche Gefühle dahinter,
nicht vereinheitlichen. :buegeln:
Das beginnt wohl bereits im Familienkreis, nicht zu reden von seiner Wohngegend.
Ich denk, ein Wiener wird dasselbe Wort anders verstehen/befühlen wie bspw. ein Kölner oder ein Münchner? :dontknow:

PS: Gefühle, Haltungen etc. nur zu beschreiben kommt mir irgendwie sinn-los (neben) sächlich vor. ^^​

servus
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Die Bedeutung der Wörter ist immer auch geschichtlich zu betrachten. Als gebürtige Niederländerin bin ich mit dem Begriff Toleranz aufgewachsen als ein zu schützender "Wert". Toleranz war seit 400 Jahre bestimmend für die niederländische Gesellschaft. Vergl.: http://books.google.de/books?id=a7O...&resnum=8&ved=0CEsQ6AEwBw#v=onepage&q&f=false

Die Ermordung des Filmemachers und Kolumnisten Theo van Gogh im November 2004 in Amsterdam war Auslöser für eine europaweite Debatte über das “Scheitern des niederländischen Integrationsmodells.” Im Zentrum der Debatten stand ebenfalls die Frage, ob Toleranz nicht letztendlich als Ignoranz real existierender Probleme missverstanden wurde:http://focus-migration.hwwi.de/Das-niederlaendische.1196.0.html

Hier passt womöglich Goethes Satz:
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.
Zitat von Johann Wolfgang von Goethe
 
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Hallo Raphael!

...............................................................................................
.. dann geh ich eben auf Abstand. Die Welt ist groß genug, um sich gegenseitig Freiraum zu lassen!


LG

EarlyBird :)
Das war wohl auch die niederländische Toleranzidee.Offenbar wird es irgendwann dann doch zu eng.

LG Mongi
 
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Hallo Mongi!

Danke für das Goethe-Wort! Genau die Empfindung hatte ich: Tolerieren (Ertragen) heißt letztlich Erniedrigen.
Danke auch für deine Wortunterscheidungen, sie sind treffend!

Gegenseitige Toleranz heißt Nicht-Krieg-Führen gegeneinander, das geht gut, solange das die Hauptströmung ist, doch sobald Hitzköpfe in ihrer Verblendung auftreten und Unheil stiften, ist Reibungsfläche genug da, dass Kämpfe ausbrechen.

Toleranz allein ist zu wenig; Respekt ist unbedingt nötig und Akzeptanz ist anzustreben.

MIt freundlichen Grüßen
Raphael
 
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Ich kann ganz leicht akzeptieren,
dass mir jemand den Tod wünscht.
Respektieren tu ich es nicht.
Tolerieren? Keine Ahnung, was Toleranz ist.
Brauchte ich noch nie .....

:rollen:
 
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Die Gärstoffe der Toleranz

Karl S. Guthke et altera beleuchten Lessings Horizonte und deren Bedeutung im Jahre 2003


" Der jüngste Versuch, den Begriff der 'Toleranz' aus "Lessings Horizonten" zu untersuchen, stammt aus der Feder des ausgewiesenen Lessing-Experten und mit Akribie arbeitenden Literaturdetektivs Karl S. Guthke, der seit mehr als 35 Jahren Geschichte, Kritik und Theorie der Literatur mit Scharfsicht und Humor geschrieben hat. Seine Schriften, vor allem die zu Lessing, bestechen durch die luzide Herangehensweise des Verfassers, mit der er alten Texten neue Einblicke abringt. Ausgangspunkt der kleinen Studie Guthkes über "Grenzen und Grenzenlosigkeit der Toleranz" ist die Beobachtung, in Lessings Texten herrsche eine "Lust am permanenten Zweifel" vor. Lessing widerstrebe "das Ins-Wort-Fassen seiner eigenen Position eben deswegen, weil solches Fixieren des 'Gültigen' zur eigenen Intoleranz verführte, 'Vorurteile und Einseitigkeiten verfestig[te]'". Indem er alle Lehrsysteme in Zweifel zieht, vermag das Nicht-Festlegen den unabhängigen Untersuchungs- und Entdeckungswillen überhaupt erst anzuregen. Auf dieser "dem Menschen konstitutiven Ungewißheit" beruht nach Guthke Lessings Toleranz. Davon ausgehend erörtert der Verfasser die kulturgeschichtlichen Perspektiven von Lessings Toleranzdenken und kommt zu dem durchaus anregenden Ergebnis, dieses Denken spiele sich in drei Horizonten - einem globalen, einem kosmischen und einem historischen - ab."
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6155
 
AW: Über die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes

Ich kann ganz leicht akzeptieren,
dass mir jemand den Tod wünscht.
Respektieren tu ich es nicht.
Tolerieren? Keine Ahnung, was Toleranz ist.
Brauchte ich noch nie .....

:rollen:
Akzeptanz beruht auf Freiwilligkeit . Darüber hinaus besteht eine aktive Komponente, im Gegensatz zur passiven, durch das Wort Toleranz beschriebenen Duldung. Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus und bildet demnach einen Gegensatz zur Ablehnung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz :sekt:
 
Werbung:
Zurück
Oben