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Jeder Zweite geht fremd ?

JaneS. schrieb:
Andrerseits gibt es Menschen, die durch einen Hungerstreik zu Tode gekommen sind. Sie haben ihre Triebe (Selbsterhaltungstrieb) "besiegt". Wieder ohne das hier werten zu wollen. Und wieder Blumenthal: "Der Mensch kann immer auch anders"...

ja, solche einzelfälle gibt es
so wie es auch menschen gibt, die lebenslang sexuell enthaltsam sind (ohne dabei asexuell sein zu müssen)

diese sind aber ausnahmen und selbst die nur in ausnahmesituationen

die mehrheit hält nicht einmal eine diät konsequent durch, vor allem ohne hilfe von außen

lg,
Muzmuz
 
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ich habe nicht geschrieben, dass wir nicht monogam sein können, ich habe geschrieben, dass wir nicht monogam veranlagt sind
Okay, Missverständnis, sorry!

die mehrheit hält nicht einmal eine diät konsequent durch, vor allem ohne hilfe von außen
Da hast du sicher recht. Ich glaube aber, dass das nichts mit übermächtigen Trieben zu tun hat, sondern andere Ursachen hat, d.h. dass bewusst oder unbewusst andere Ziele verfolgt werden als den Hunger zu stillen.

LG
Jane
 
letztendlich ist es doch ganz einfach:
niemand muß fremdgehen, das ist alles eine rein freiwillige geschichte.
hat nix mit trieben oder so zu tun (psychisch kranke mal außer acht gelassen). essen und trinken muß jeder - sex (vor allem mit "fremden") braucht niemand zum überleben.
wie das nun zu beurteilen ist, daß muß jede/r mit sich und seinem partner ausmachen ... .

zölibatärerweise ;-)
dex
 
Ansichten eines Oldies

dextra schrieb:
letztendlich ist es doch ganz einfach:
niemand muß fremdgehen, das ist alles eine rein freiwillige geschichte.
hat nix mit trieben oder so zu tun (psychisch kranke mal außer acht gelassen). essen und trinken muß jeder - sex (vor allem mit "fremden") braucht niemand zum überleben.
wie das nun zu beurteilen ist, daß muß jede/r mit sich und seinem partner ausmachen ... .

zölibatärerweise ;-)
dex

Wer nicht essen und trinken kann, verhungert, es gibt keine Alternative zur Nahrung, aber wer grad keinen Sexualpartner zur Hand hat, muss nicht vor Sexfrust die Waende hochgehen, er muss sich auch nicht auf die naechstbeste Frau stuerzen!
Die fuersorgliche Natur hat uns Haende gegeben...
Abgesehen davon habe ich noch keinen Menschen gekannt, der es achselzuckend hingenommen hat, wenn der Partner mit jemand anderem Sex hat.
Er steht in dem Moment im Regen, fuehlt sich aussen vor, nicht so wichtig, nicht er, sondern jemand anders ist das Objekt der Begierde, er ist ploetzlich zweite Wahl, denn sonst waere der Partner mit ihm zusammen und nicht mit jemand anders.
Wir sind alle nicht Jesus, wir sind nicht so selbstlos, wie wir es gern haetten.
Eifersucht wird gern tabuisiert, man schaemt sich ihrer, sie hat etwas Laecherliches, ist politisch nicht korrekt.
Aber egal, was da verletzt wird, egal, ob das gut oder schlecht ist, ganz unabhaengig von jeder Moral: es tut weh.
Natuerlich nur, wenn einem gefuehlsmaessig etwas am Partner liegt, aber davon gehe ich mal aus.
Ich moechte es so aehnlich sagen wie Jane.
Wenn Sex richtig gut ist, dann hat er etwas Ekstatisches und wird zu einem Fest. Zwei Menschen tauchen ein in eine mit nichts zu vergleichende Intimitaet - ich sags mal spirituell: ihre Energien vermischen sich, und das ist koestlich. Ein Dritter hat da keinen Platz.
Dringt er ein, geht etwas kaputt.
Man muss wissen, wieviel einem eine richtig gute Partnerschaft wert ist. Es gibt nichts umsonst.
Es ist aber auch nicht immer einfach.
Wenn man jung ist, foerdert die permissive Haltung unserer Gesellschaft das Fremdgehen, weil die sexuelle Neugierde sehr gross ist.
Jeder muss unbedingt genau wissen, wie es mit anderen ist, ob er nicht etwas versaeumt, auch, wenn er gluecklich ist mit dem Partner.
Ist der Mensch aelter, dann wird er vorsichtiger, weil er mittlerweile weiss, dass es gute Beziehungen nicht an jeder Strassenecke gibt.
Sex schon...
Ich moechte noch sagen, dass ich in diesem Text das generische Maskulinum benutze, alles betrifft Maenner wie Frauen gleichermassen!

Fortuna wuenscht einen schoenen Abend und,

wenn moeglich, schoenen Sex :)
 
Fortuna schrieb:
Abgesehen davon habe ich noch keinen Menschen gekannt, der es achselzuckend hingenommen hat, wenn der Partner mit jemand anderem Sex hat.
Er steht in dem Moment im Regen, fuehlt sich aussen vor, nicht so wichtig, nicht er, sondern jemand anders ist das Objekt der Begierde, er ist ploetzlich zweite Wahl, denn sonst waere der Partner mit ihm zusammen und nicht mit jemand anders.
Wir sind alle nicht Jesus, wir sind nicht so selbstlos, wie wir es gern haetten.
Eifersucht wird gern tabuisiert, man schaemt sich ihrer, sie hat etwas Laecherliches, ist politisch nicht korrekt.
Aber egal, was da verletzt wird, egal, ob das gut oder schlecht ist, ganz unabhaengig von jeder Moral: es tut weh.
Natuerlich nur, wenn einem gefuehlsmaessig etwas am Partner liegt, aber davon gehe ich mal aus.
Hallo Fortuna,

das sehe ich genauso. Ob das ein weiblicher Standpunkt ist? Glaube ich aber nicht wirklich. Es ist wohl eher so, wie du schreibst: man schämt sich seiner Eifersucht, frau vielleicht auch, aber Mann wohl noch mehr (allgemein gesprochen), gibt sich eher cool und reißt sich die nächste auf. Aber Eifersucht trifft wohl Männer und Frauen gleichermaßen.

Wenn Sex richtig gut ist, dann hat er etwas Ekstatisches und wird zu einem Fest. Zwei Menschen tauchen ein in eine mit nichts zu vergleichende Intimitaet - ich sags mal spirituell: ihre Energien vermischen sich, und das ist koestlich. Ein Dritter hat da keinen Platz.
Das hast du schön gesagt... :)

Ist der Mensch aelter, dann wird er vorsichtiger, weil er mittlerweile weiss, dass es gute Beziehungen nicht an jeder Strassenecke gibt.
Sex schon...
Sehr treffend gesagt! :reden:

Liebe Grüße
Jane
 
Fortuna schrieb:
Eifersucht wird gern tabuisiert, man schaemt sich ihrer, sie hat etwas Laecherliches, ist politisch nicht korrekt.

moin fortuna,

so ist das nun mal mit der eifersucht ... .

aber ich denke, daß ein gewisses maß an eifersucht in eine gute beziehung mit hineinspielen sollte. wenn meine partnerin eine gewisse eifersucht zeigt, dann sehe ich doch als persönliche bestätigung, daß ihr noch was an mir liegt. umgekehrt genau so. sicherlich ein kleines maß zuviel kann sehr viel kaputt machen, denn jeder mensch braucht und verdient seine freiheit und kommunikation mit anderen menschen, ach anderen geschlechts.

und hallo @ jane:
deine antwort auf fortuna fragt, ob es ein weiblicher standpunkt ist. nein, das ist es nicht. ich denke mal, daß männer -ich zumindest- es auch so sehen. und daß männer (immer) "cool" reagieren, oder sich so geben, das gehört ins reich der legenden ... ;-).

eifersüchtigerweise
dex
 
Das Thema hat erwartungsgemäß viele Emotionen geweckt. Daß es hier irgendwann um "auf Frauen stürzen" ging und um Vergewaltigungen und Treibtäter, zeigt eigentlich nur, wie sehr uns dieses Thema oder eher vielleicht "das Fremdgehen" beschäftigt und betrifft. Und, will man den Zahlen glauben, sind ja auch einige "Fremdgänger" unter uns. Wer nun auch das geistige Fremdgehen noch mit einbezieht, wird eine Zahl erhalten, die wohl weit über den 50% liegen wird.

Dabei stellt sich dann die Frage: wenn schon so viele "fremdgehen", liegt dann nicht etwas wichtigeres zugrunde und wenn ja: was?

Ich denke, daß man sich zunächst wirklich darüber im klaren sein sollte, daß die herrschende Meinung den Sex von den allgemeinen Verhaltensregeln ausgenommen hat und man hier etwas sehr besonderes sieht.

In Anbetracht der hohen Beteiligungszahlen erscheinen mir die Argumente manchmal sehr positivistisch, edel und nicht realistisch, um der Sache gerecht zu werden. Ich denke auch, daß man die Realitäten mehr in die Betrachtung ziehen muß und nicht nur von den wenigen "pefekten" Beziehungen ausgehen darf.

Da gibt es dann viele Ehen, bei denen die Erotik abgeflaut ist, bei denen oft sogar überhaupt keine sexuelle Beziehung mehr vorhanden ist und doch verbindet die Partner eine sehr enge freundschaftliche Beziehung, die auch keiner von beiden Partnern aufgeben will. Müssen sexuelle Bedürfnisse nun tatsächlich unterdrückt werden? Die psychologischen Aspekte dieser Form von sexueller Abstinenz sind nicht nur von Freud dargelegt worden.

Vielleicht muß der Partner, der sich so auf die Treue beruft auch darauf bedacht sein, daß die sexuellen Bedürfnisse des anderen Partners nicht verkommen und hinreichend befriedigt werden. Ansonsten ist dies ein "ich gebe dir nichts und du darfst es auch sonst nicht bekommen".

Ich meine noch immer, daß man die Extremsituationen außer Betracht lassen und sich mehr mit der Frage beschäftigen sollte: warum ist die sexuelle Treue für uns so wichtig?
 
dextra schrieb:
aber ich denke, daß ein gewisses maß an eifersucht in eine gute beziehung mit hineinspielen sollte. wenn meine partnerin eine gewisse eifersucht zeigt, dann sehe ich doch als persönliche bestätigung, daß ihr noch was an mir liegt. umgekehrt genau so. sicherlich ein kleines maß zuviel kann sehr viel kaputt machen, denn jeder mensch braucht und verdient seine freiheit und kommunikation mit anderen menschen, ach anderen geschlechts.
Moin, Dextra!
Sicher, Eifersucht kann einen Reiz haben, aber zuviel davon schadet, denke ich.
Sie kann auch krankhaft sein, aber das ist eigentlich ein anderes Thema, hier geht es ja ums sogenannte Fremdgehen.
Und da habe ich einfach Zweifel, ob es ueberhaupt jemandem je gelingt, das in einer guten Partnerschaft gefuehlsmaessig zu begruessen, auch, wenn er das mit dem Kopf will und logisch findet und auch, wenn es so vereinbart ist!
Ein beruehmtes Paar, Simone de Beauvoir und Sartre, hat es jahrelang versucht.
Simone ist damit nur sehr schwer klargekommen, Sartre wohl leichter, auch deshalb, weil er die Freiheit, die sie sich zugestanden, ungleich oefter nutzte als sie.
Gluecklich war sie in der Beziehung nicht, ausser am Anfang. All ihre Buecher spiegeln ihre Eifersucht.
Ich behaupte einfach mal, dass man nicht mehr unbeschwert, heiter und vertrauensselig sein kann in einer Beziehung, in der der Partner "a roving eye" hat.
Wer wechselnde Sexualkontakte unbedingt braucht, der sollte besser keine feste Beziehung eingehen.
Das ist jedenfalls meine Meinung, niemand muss sie teilen ;)!

Fortuna
 
Fortuna schrieb:
Ich behaupte einfach mal, dass man nicht mehr unbeschwert, heiter und vertrauensselig sein kann in einer Beziehung, in der der Partner "a roving eye" hat.
Wer wechselnde Sexualkontakte unbedingt braucht, der sollte besser keine feste Beziehung eingehen.
Das ist jedenfalls meine Meinung, niemand muss sie teilen ;)!

Fortuna

demhabeichnichtsmehrhinzuzufügen

nichtsmehrhinzufügenderweise
dex
 
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Lieber Louiz,
aus dir spricht die Stimme der Vernunft, die nicht fehlen darf!
Ich moechte dir zu einigen Punkten antworten.

louiz30 schrieb:
Wenn schon so viele "fremdgehen", liegt dann nicht etwas wichtigeres zugrunde und wenn ja: was?
Ich ging in zwei Beziehungen fremd, beide waren aus unterschiedlichen Gruenden unbefriedigend.
Besonders in meiner Ehe fuehlte ich mich nicht genuegend gewuerdigt, geliebt, beachtet.
Da kommt man dann als Frau, vor allem, wenn man nicht gerade aussieht wie Quasimoda, leicht in Versuchung! Man kann natuerlich fragen, weshalb man sich nicht vorher trennt, aber das ist nicht immer so leicht, vor allem, wenn kleine Kinder da sind.
louiz30 schrieb:
Ich denke, daß man sich zunächst wirklich darüber im klaren sein sollte, daß die herrschende Meinung den Sex von den allgemeinen Verhaltensregeln ausgenommen hat und man hier etwas sehr besonderes sieht.
Ja, das stimmt.
louiz30 schrieb:
In Anbetracht der hohen Beteiligungszahlen erscheinen mir die Argumente manchmal sehr positivistisch, edel und nicht realistisch, um der Sache gerecht zu werden. Ich denke auch, daß man die Realitäten mehr in die Betrachtung ziehen muß und nicht nur von den wenigen "pefekten" Beziehungen ausgehen darf.
Auch das stimmt!
louiz30 schrieb:
Da gibt es dann viele Ehen, bei denen die Erotik abgeflaut ist, bei denen oft sogar überhaupt keine sexuelle Beziehung mehr vorhanden ist und doch verbindet die Partner eine sehr enge freundschaftliche Beziehung, die auch keiner von beiden Partnern aufgeben will. Müssen sexuelle Bedürfnisse nun tatsächlich unterdrückt werden? Die psychologischen Aspekte dieser Form von sexueller Abstinenz sind nicht nur von Freud dargelegt worden.
Tja, das ist ein Dilemma, fuer das jedes Paar seine individuelle Loesung finden muss.
louiz30 schrieb:
Vielleicht muß der Partner, der sich so auf die Treue beruft auch darauf bedacht sein, daß die sexuellen Bedürfnisse des anderen Partners nicht verkommen und hinreichend befriedigt werden. Ansonsten ist dies ein "ich gebe dir nichts und du darfst es auch sonst nicht bekommen".
Das ist eine Grundvoraussetzung!
louiz30 schrieb:
Ich meine noch immer, daß man die Extremsituationen außer Betracht lassen und sich mehr mit der Frage beschäftigen sollte: warum ist die sexuelle Treue für uns so wichtig?
Ich lebe in einer solchen Extremsituation, naemlich der, dass ich, wie man so schoen sagt, den "Richtigen" irgendwann einmal erwischte. Er war von Anfang an ein Prinz und wurde nie zum Frosch.
Da hatte sich sowas wie Fremdgehen von Anfang an erledigt und war nie ein Thema.
Allerdings hatten wir beide sehr viel Erfahrung hinter uns und wussten gleich, was wir aneinander hatten.
Soviel zu mir.
Warum sexuelle Treue auch wichtig ist, wenn die Beziehung nicht so gut ist und vielleicht nur noch vor sich hinduempelt, man sich aber weder trennen kann noch will?
Ich denke, weil man trotzdem das Leben teilt und wenn das auch nur halbwegs gelingen soll, stoeren die Fremdeinfluesse. Sie MACHEN die Partner untereinander fremd.
Beim Sex geht es ans Eingemachte, es ist DER Punkt, der einem Paar exklusiv gehoeren muss, sonst sind sie kein Paar, sondern nur zwei Leute, die eine lose Verbindung haben.
Ich kann es mir in der Praxis einfach nicht vorstellen, heiter und entspannt meinem Partner gegenueber zutreten und zur Tagesordnung ueberzugehen, wenn ich weiss, er war gerade mit einer anderen Frau im Bett.
Man muss sich das wirklich mal konkret vorstellen!
Er sagt: ich geh jetzt zu Anna, bin morgen wieder bei dir, dann machen wir es uns nett.
Und ich sitz dann da mit meiner Phantasie?
Und am naechsten Tag begegne ich Anna, und sie schwaermt: du, mit deinem Dieter ist es immer so toll im Bett.
Denn so muesste es sein koennen, wenn man eine offene Beziehung ganz ehrlich und und ohne Heimlichkeiten lebt...
Oder wie muss man sich eine solche vorstellen?

Fortuna
 
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