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Eine Frage zu Jesus

AW: Eine Frage zu Jesus


Ja, die Eltern, Großeltern, Tanten, Onkels, älteren Geschwister o.ä. sind in der Regel die ersten Identifikations-Objekte in der Entwicklung eines heranwachsenden Menschen ....:schnl:

Okay, aber auch als erwachsene Person folgt man irgendeiner Weltanschauung, glaubt an sie und identifiziert sich mit ihr...unabhängig davon, ob man Atheist, Christ oder Esoteriker usw ist...:D
 
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AW: Eine Frage zu Jesus

also so, wie man zB Eltern verehrt, ihnen glaubt usw...

Was heute unter *ehren* allgemen gebräuchlich verstanden wird, ist nicht die Bedeutung die es früher gab. Habe mich diesbezüglich überzeugen lassen, dass die Bedeutung anders war und sinnvoller Weise auch heute noch anders bedeutet werden sollte.

Eltern ehren bedeutet z.B. nicht ihnen zu glauben sondern fast das Gegenteil.

Ein Beitrag der sehr aufschlussreich war und selbstverständlich von niemandem *geglaubt* werden muss, ich jedoch für wertvoll erachte, dass über ihn nachgedacht wird.

Maria45 schrieb:
Ja, was bedeutet wirklich "ehren"?
im Hebräischen ist das Wort für "Ehre" verwandt mit dem Wort für "Schwere" und für "Leber".
Es ist das Schwere, das, dem wir Gewicht geben.
Das, was bei uns eben ins "Leben" geht. Leben und Leber gehören ja auch zusammen.
So wie der Alkoholismus die Leber zerstört und ehrlos macht.
Ein Alkoholiker - oder allgemeiner ein schwer Drogenabhängiger - wird alles andere im Leben "leicht" machen, sprich entwerten, als unbedeutend, wertlos, nicht ins Gewicht fallend einschätzen, nur eben die Droge und ihre Beschaffung, das ist dann das einzige was zählt. Dafür sind dann Lügen und Verbrechen völlig gerechtfertigt, hauptsache, es kommt "Stoff" rüber.
der "Stoff", also das Stoff-liche, die Materie, ist ja auch das, was "schwer" ist, was Gewicht hat.

Nun sind Vater und Mutter in jeder Hinsicht diejenigen, aus denen wir in dieser physisch erscheinenden Form hervorgegangen sind. So könnte man sagen, alle grundlegenden Startpunkte wurden von ihnen vorgegeben. Und dann ist es doch einfach weise, alle diese Startpunkte ganz genau zu beleuchten, ganz exakt zu analysieren und ihnen in bester Weise gerecht zu werden.

Es geht also nicht um ein blindes "Verehren", sondern vielmehr um eine Stimmigkeit im Gewicht. Beispiel ein alkoholkranker Vater. Habe ich einen solchen und sehe, was der Alkohol in seinem Leben und im Leben seiner Familie angerichtet hat, ist es eine Form diesen Vater zu ehren, wenn ich diesem Umstand großes Gewicht beimesse und nicht selber leicht-sinnig mit Alkohol umgehe.

Im "Ehren" meiner Ursprünge lege ich größtes Gewicht auf meine Wurzeln, gebe ihnen alle Wichtigkeit, denn aus ihnen lebe ich, aus ihnen komme ich.
Es ist auch ein Teil des sich-selbst-erkennens, wenn ich ihnen große Aufmerksamkeit schenke. Nur im Erkennen woher ich komme kann ich ermessen, wohin mein Sinn zielt.

Anderes Beispiel: Meine Mutter hat sich entschieden, mit mir keinen Kontakt mehr zu pflegen. Ich ehre ihre Entscheidung, gebe ihr größtes Gewicht, und werde keinesfalls zu ihr Kontakt suchen. Ich verehre also nicht ihr gestörtes Kommunikationsverhalten, sondern gebe dem was da ist, seinen Wert, sein Gewicht und seinen Sinn.

Weiteres Beispiel: Ein Vater hat seine Tochter missbraucht. Sie ehrt ihn damit, dass sie sein Verhalten nicht einfach "hinwegliebt", sondern diesem Verhalten großes Gewicht gibt. In dem Fall entscheidet sie sich z.B. dafür, überhaupt keinen Kontakt mehr mit dem leiblichen Vater zu pflegen, lässt also sein Verhalten sehr schwer wiegen, gibt dem große Wichtigkeit. Das, was da ist, soll gewürdigt werden, soll seine Kraft entfalten, soll nicht verleugnet werden.
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Wenn wir drüber nachsinnen, erhält *ehren* eine ganz andere Bedeutung als Ja und Amen zu den Eltern zu sagen, fühlen, denken.
 
AW: Eine Frage zu Jesus

Okay, aber auch als erwachsene Person folgt man irgendeiner Weltanschauung, glaubt an sie und identifiziert sich mit ihr...unabhängig davon, ob man Atheist, Christ oder Esoteriker usw ist...:D

Ja, nicht wenige erwachsene Personen haben ihre ersten Identifikationsobjekte durch abstraktere Identifikationsobjekte ersetzt - und sind beispielsweise nach dem Ende ihrer Kindheit mit einer anderen Weltanschauung/Ideologie, Partei, Kirche, Sekte o.ä. infi... ääääähhhh......identifiziert, als es ihre Eltern waren - was ja nichts macht ..., wenn sie an diese oder jene Inhalte/Anschauungen usw. glauben ...

Ich habe einmal versucht, den Prozeß der menschlichen Identitästbildung in 4 Phasen zu differenzieren:
1. Imitation (Kleinkind, Kind)
2. Identifikation (Kind, Jugendlicher)
3. Ich-Identität (Jugendlicher, junger oder auch älterer Erwachsener)
4. Selbst-Identität (wenige Erwachsene)

Aber dieses Thema ist ein weites Feld ...wie so viele andere Themen auch ...:schnl:
 
AW: Eine Frage zu Jesus

4 Phasen zu differenzieren:
1. Imitation (Kleinkind, Kind)
2. Identifikation (Kind, Jugendlicher)
3. Ich-Identität (Jugendlicher, junger oder auch älterer Erwachsener)
4. Selbst-Identität (wenige Erwachsene)

Nicht schlecht. Obwohl eine Sache fehlt.

(Hörige Fremd-Identifikation, wo im Laufe der Zeit die Imitation zur Identifikation unbemerkt sich manifestiert, was nicht nur die Selbst-Identität sondern auch die Ich-Identität völlig verhindert, wenn nicht jemand wiederum, diesmal im Positiven, von Außen einschreitet.)
 
AW: Eine Frage zu Jesus

Nicht schlecht. Obwohl eine Sache fehlt.

(Hörige Fremd-Identifikation, wo im Laufe der Zeit die Imitation zur Identifikation unbemerkt sich manifestiert, was nicht nur die Selbst-Identität sondern auch die Ich-Identität völlig verhindert, wenn nicht jemand wiederum, diesmal im Positiven, von Außen einschreitet.)

Ja, selbstverständlich sind weitere Differenzierungen möglich ...:schnl:

Meine 4 Phasen liefern lediglich eine grobe Landkarte zum Thema Identitäts-Bildung des Menschen ...​
 
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AW: Eine Frage zu Jesus

Ja, nicht wenige erwachsene Personen haben ihre ersten Identifikationsobjekte durch abstraktere Identifikationsobjekte ersetzt - und sind beispielsweise nach dem Ende ihrer Kindheit mit einer anderen Weltanschauung/Ideologie, Partei, Kirche, Sekte o.ä. infi... ääääähhhh......identifiziert, als es ihre Eltern waren - was ja nichts macht ..., wenn sie an diese oder jene Inhalte/Anschauungen usw. glauben ...

Ich habe einmal versucht, den Prozeß der menschlichen Identitästbildung in 4 Phasen zu differenzieren:
1. Imitation (Kleinkind, Kind)
2. Identifikation (Kind, Jugendlicher)
3. Ich-Identität (Jugendlicher, junger oder auch älterer Erwachsener)
4. Selbst-Identität (wenige Erwachsene)

Aber dieses Thema ist ein weites Feld ...wie so viele andere Themen auch ...:schnl:

Eine sehr gute Darstellung, nur was ist mit den Kindern, die wie mir neulich eine Frau gesagt hat: "Dann haben sie ja immer in einen zerbrochenen Spiegel geschaut."
Ich weiß, dass ich mich nach heil sein und Heilung sehne. Was und wie ordnest Du das ein? In den Bereich der Imagination?
Ich kann auch nicht behaupten, wenn ein Kind seine Hände entdeckt und damit spielen lernt, dass es in den Bereich der Imitation fällt. Es ist ganz einfach ein Lebensimpuls aus ihm selber heraus. Genauso wie es seine Stimme entdeckt und gebraucht und eben durch Verstärkung und Motivation gefördert werden kann. Kinder lernen selber und schneller durch etwas ältere Kinder als durch Erwachsene. Was ich aber auch nur aus der Beobachtung von kinderreichen Familien habe.
:blume2:
rg​
 
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