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Ein Stromauto ohne Solardach ist wie ein Toilette ohne Wasserspülung

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Technik" wurde erstellt von Bernies Sage, 13. Juni 2018.

  1. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

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    Ein Stromauto ohne Solardach ist wie eine Toilette ohne Wasserspülung!

    Für welche irrwitzingen "Zukunftstechnologien", die universalökonomisch längst der Vergangenheit angehören, soll denn der Bürger als Steuerzahler in Zukunft noch alles " Grünes Licht für grünes Zukunftsgift " seine Zustimmung geben?

    Merkt denn hier niemand, welche unheilvolle Verbindungen gerade im ehemals fortschrittlichen Deutschland zwischen Politik und Großindustrie derzeit am gesetzgeberischen Entstehen sind, Deutschland zum geistigen Armenhaus Europas zu machen, dank staatlicher Förderung von technologisch besonders rückschrittlicher "Grünen"-Technologien?

    Warum werden ökonomisch sinnvolle Hybrid-Technologien eigentlich nicht als ideale Übergangslösung für einen Einstieg in ein Niederstromzeitalter gesehen?

    Ich würde mir viele Menschen wünschen, die über Landesgrenzen und Kulturgrenzen hinweg sich freiwillig zu einer sozialethisch hocheffizient orientierten Offensystemökonomie bekennen würden, auf universeller Grundlage eines neu+artigen *BIOS-Kapitalismus*, den es selbst dann gibt, wenn es ihn nicht gibt!

    Bernies Sage (Bernhard Layer)
     
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  2. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Sehen wir uns das mal im Detail an:

    An einem völlig ungetrübten Hochsommertag entspricht die mittlere Leistung pro Fläche 1000W/m². Selbst wenn der Winkel exakt 90° von Autodach zu Sonneneinstrahlung beträgt (was in Europa wohl kaum der Fall sein wird, außer man fährt eine sehr steile Straße entlang), dann können die besten kommerziellen Solarzellen nicht viel mehr als 15% Wirkungsgrad erreichen. Das heißt, von den 1000W/m² kann man bestenfalls 150W/m² nutzen.

    Dann sagen wir, mein Auto ist mit einem 2m x 2m Solardach überzogen, also 4m² Solarfläche, dann kann man damit in dem eben geschilderten Idealfall 600W generieren. Das Tesla S-Modell braucht ungefähr 18kWh pro 100km elektrische Energie. Das heißt, für einen Kilometer braucht man 0.18 kWh oder anders gesagt, wenn dein Auto eine volle Stunde unter bester Sonneneinstrahlung im Freien steht, hast du 3,3km getankt. Was ja gar nicht einmal so schlecht wäre. Aber es wäre der absolute Idealfall.

    Wenn die Sonneneinstrahlung nur 50W/m² beträgt (stark bewölkter Tag), dann ergibt eine analoge Rechnung, dass du 0,15km pro Stunde im Freien tankst. Bzw. gute 6 einhalb Stunden für einen Kilometer Fahrleistung unter freiem Himmel stehen musst.
     
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  3. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Eine vielleicht noch aufschlussreichere Rechnung ist es, wenn man einfach die mittlere Energie pro Jahr hernimmt, die die Sonne einstrahlt. Die ist in Wien ca 1100kWh/m² (übers ganze Jahr). Bei einem Wirkungsgrad von 15% bekommt man damit auf 165kWh/m² und bei einem Solardach von 4m² in Summe 660kWh. Für das Tesla S-Modell, das 18kWh/100km braucht, könnte man somit jährlich 3656km in Wien tanken. Wohlgemerkt nur, wenn das Auto immer an einem Ort freier Sonneneinstrahlung steht, also keine Tiefgarage, Carport, Schatten von Bäumen oder Gebäuden, usw..

    Der Preis einer kWh liegt in Österreich zwischen 13 und 23 Cent. Im teuersten Fall würden einem die 660kWh also 150€ kosten, im günstigsten Fall 86€. Man könnte also mit einem Solardach 86-150€ im Jahr sparen, wenn das Auto immer an einem Ort freier Sonneneinstrahlung steht, also keine Tiefgarage, Carport, Schatten von Bäumen oder Gebäuden, usw. Aber ob das die Kosten des Solardaches tilgt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2018
  4. Belair57

    Belair57 Well-Known Member

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    Der Betrieb der Heizung oder Klimaanlage reduziert das dann auf 0 Kilometer.:)
     
  5. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Ja, aber die nutzt man ja auch ohne Solardach. ;)
     
  6. Belair57

    Belair57 Well-Known Member

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    Ich will da nicht weiter auf das Thema Elektrofahrzeuge eingehen. Ich habe es mir selbst grob durchgerechnet, Anteil der Kraftwerke mit erneuerbaren Energien, Wirkungsgrad von Kraftwerken, die gesammten elektrischen Übertragungs-Umspannverluste, Wirkungsgrad Ladegerät, Akkumulator, Elektroantrieb. Wenn man noch die Ressourcen, Herstellung und Entsorgung der Akkumulatoren berücksichtigt, ein Wahnsinn !
     
  7. Tüftler

    Tüftler Member

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    Bin auch ganz deiner Meinung! Man kann Dach, Türen, Kofferraum und Motorhaube mit Photovoltaik ausstatten! Aber das nit der Hauptgrund warum es sicht nicht lohnt. Lange ladezeit und braucht dein Auto länger beim laden, zahlst du auch entsprechend mehr! Und Lithium ion ist ein hochexplosiver Mist der dein ganzes Auto kosten kann. Wie das Samsung Galaxy Note 7 :D
     
  8. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Ich hab's mir zwar nicht durchgerechnet, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, wie sich das je rechnen soll. Abgesehen von der Herstellung und Entsorgung, wie du sagst, der Energie-Transport ist enorm. Und Ladezeiten von 6h bei 200km Reichweite?

    Kurz nachgerechnet, würde der Stromverbrauch in Österreich durch ein Umsteigen auf E-Autos folgenden Anstieg des Stromverbrauchs verursachen:

    Google verrät, dass ein Auto in Österreich durchschnittlich 14000 km pro Jahr gefahren wird und es 4,87 Mio. angemeldete Autos gibt. Bei einem Stromverbrauch von 15kWh pro 100 km erhält man daraus jährlich eine Energie von 10,2 Milliarden kWh. Momentan verbraucht Österreich insgesamt (also auch Industire eingerechnet) rund 70,2 Milliarden kWh Strom im Jahr. Wir würden also um gut 14% mehr Strom brauchen als bisher, aber woher den nehmen? :dontknow:
     
  9. Tüftler

    Tüftler Member

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    Hauptsache hinter mir stinkt's nit. :teufel2:

    Verbraucher Effizienz steigern. Wie die LEDs statt Glühbirne z. B.
     
  10. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

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    Ich habe da einen ganz schlimmen Verdacht, aber den möchte ich doch aus "ganz persönlichen gesundheitlichen Gründen" lieber für mich behalten! :mad:

    @Benjamin : Vielen Dank für Deine sachlichen Beiträge. Es ist natürlich eigentlich jedem klar, dann man Niederenergietechnologien wie die Solarzellentechnik nicht in "fairer" Konkurrenz zu Hochenergietechnologien leistungsmäßig gegenüberstellen kann, wie sie beim Tesla-Modell bislang nur im Hochenenergiebereich zum Einsatz kommen.

    Immerhin weiß man, dass bei starker Beschleunigung und sehr hohen Geschwindigkeiten das "große Stromfressen" einsetzt, wohingegen bei konstanter gemäßigter Geschwindigkeit und geringem Luftwiderstand bereits ein geringer Erhaltungsstrom ausreichen würde, sodass es auf ein intelligentes Umschalten ankäme.

    Beim Tesla gibt es bei hohen Geschwindigkeiten allerdings noch ein weiteres "klitzekleines Problemchen", das aber immer und überall dort auftaucht, wo ein hoher Stromfluss existiert und bekanntlichermaßen dabei auch automatisch ein mitführendes Magnetfeld generiert wird, so will es nun einmal die uns immer wieder "neu" zu überraschen wollende Natur! :D

    In folgendem Elektroauto-Forum wurde dies bereits überwiegend sachlich andiskutiert, wobei natürlich auch nicht verhehlt werden sollte, dass bei den Teilnehmern eine gewisse Lachschadenfreude nicht zu verheimlichen war.

    https://www.goingelectric.de/forum/...magnetfeldmessung-am-supercharger-t26293.html

    Bernies Sage (Bernhard Layer)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2018
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