• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Die Zeit heilt nicht Wunden!

casebumbase

New Member
Registriert
4. Juni 2006
Beiträge
37
Ich hab mit Ihnen geredet / wir haben zusammen Zeit verbracht / unser Leben war bewegend / und wir haben auch viel Gelacht / haben über manche Probleme / gemeinsam nachgedacht / wir haben die Zeit hinterfragt / und die Nacht wach gemacht / wir standen auch im Regen / und wurden zusammen nass / wir haben oft gefroren / doch teilten jede Last / das Glück in unserem Leben / war die überwiegende Fracht / wir haben Liebe gelebt / und gaben darauf acht / das nichts uns besiegen kann / es blieb nicht mal der Verdacht......schwarze Wolken zogen auf / und nahmen mir die Sicht zu sehen / was geschehen war / ist geschehen / keinen Schritt konnt ich mehr sicher gehen / vernichtendes Leben / mein persönliches Erdbeben / du hälst mich nicht auf / das wirst du nicht erleben / und du lässt Sie alle fallen / auf dem Schlachtfeld Ihres Lebens / geboren, gelebt, gestorben, verweht / und noch bevor der Morgen vergeht / von Vorne gelebt / die Horden bewegt / die Sorgen gedreht / oder was man so unter Sorgen versteht / ich weiss nur / seit damals hab ich nicht mehr richtig gelebt / hab alles nicht so wichtig gesehen / und lies mich zunehemend gehen / kein Problem / und war es auch unangenehm / hab ich nicht mal versucht / das Problem zu verstehen / harte Zeiten brechen ein / rauhe Winde wehen / ich höre auf zu schreien / und blind umher zu gehen / die Wunden sind zwar nicht verheilt / doch ich kann schon wieder stehen / fast vergessen ist das Leid / und sterbende Tränen /

casebumbase
 
Werbung:
casebumbase schrieb:
Ich hab mit Ihnen geredet / wir haben zusammen Zeit verbracht / unser Leben war bewegend / und wir haben auch viel Gelacht / haben über manche Probleme / gemeinsam nachgedacht / wir haben die Zeit hinterfragt / und die Nacht wach gemacht / wir standen auch im Regen / und wurden zusammen nass / wir haben oft gefroren / doch teilten jede Last / das Glück in unserem Leben / war die überwiegende Fracht / wir haben Liebe gelebt / und gaben darauf acht / das nichts uns besiegen kann / es blieb nicht mal der Verdacht......schwarze Wolken zogen auf / und nahmen mir die Sicht zu sehen / was geschehen war / ist geschehen / keinen Schritt konnt ich mehr sicher gehen / vernichtendes Leben / mein persönliches Erdbeben / du hälst mich nicht auf / das wirst du nicht erleben / und du lässt Sie alle fallen / auf dem Schlachtfeld Ihres Lebens / geboren, gelebt, gestorben, verweht / und noch bevor der Morgen vergeht / von Vorne gelebt / die Horden bewegt / die Sorgen gedreht / oder was man so unter Sorgen versteht / ich weiss nur / seit damals hab ich nicht mehr richtig gelebt / hab alles nicht so wichtig gesehen / und lies mich zunehemend gehen / kein Problem / und war es auch unangenehm / hab ich nicht mal versucht / das Problem zu verstehen / harte Zeiten brechen ein / rauhe Winde wehen / ich höre auf zu schreien / und blind umher zu gehen / die Wunden sind zwar nicht verheilt / doch ich kann schon wieder stehen / fast vergessen ist das Leid / und sterbende Tränen /
casebumbase
also ich würd mal sagen, dass die zeit doch alle wunden heilt.
natürlich gibt es ausnahemen, wie auch in deinem gedicht.
so ist ein labiler mensch, der sich nun in selbstmitleid suhlt und depressiv wird, natürlich nicht in der lage zu vergessen, denn zu schön ist doch der schmerz.
solche leute müssen dann schlicht und ergreifend zum psychologen und sich helfen lassen, vorausgesetzt sie wollen das man ihnen hilft!

in deinem gedicht scheint dies nicht der fall zu sein, er leidet und leidet gerne, da kann man auch nicht helfen und die zeit wird auch nicht heilen.

lg binchen
 
Binchen schrieb:
also ich würd mal sagen, dass die zeit doch alle wunden heilt.
natürlich gibt es ausnahemen, wie auch in deinem gedicht.
so ist ein labiler mensch, der sich nun in selbstmitleid suhlt und depressiv wird, natürlich nicht in der lage zu vergessen, denn zu schön ist doch der schmerz.
solche leute müssen dann schlicht und ergreifend zum psychologen und sich helfen lassen, vorausgesetzt sie wollen das man ihnen hilft!

in deinem gedicht scheint dies nicht der fall zu sein, er leidet und leidet gerne, da kann man auch nicht helfen und die zeit wird auch nicht heilen.

lg binchen

Da geb ich dir absolut recht, Binchen! :clown2:
lg
 
Binchen, ist es wirklich gut, alles zu heilen und vergessen zu wollen? Sind es wirklich die labilen Menschen, die sich „in Mitleid suhlen“ oder bedarf es anderer Qualitäten, um manches eben nicht zu verdrängen, nicht zur Tagesordnung überzugehen, nicht gegen alles immun zu sein?

Sind es nicht die Angepassten, die am schnellsten vergessen?

Zudem: Zeit ist keine wirkliche Größe und heilt daher auch nichts. Wir vergessen und verdrängen. Geheilt wird nichts, weder der Tod des Freundes, noch all die Enttäuschungen des Lebens. Es ist alles da, bleibt da und kommt irgendwann wieder heraus.

Verdrängen ist nicht heilen.
 
Ja Louiz, das stimmt wohl, es wird nicht alles geheilt, kann gar nicht, der Tod eines geliebten Freundes oder Familienmitgliedes wird immer schmerzhaft sein. Aber die Zeit hilft insofern, als dass der Schmerz nicht mehr so präsent ist - was einer Verdrängung oder einem Vergessen aber nicht geichkommt.
Ich kann mit Schmerz unterschiedlich umgehen. Ich kann ihn von mir wegschieben, ihn verdrängen, einfach nicht mehr daran denken, mich abschirmen, im schlimmsten Fall gegen sämtliche positive Gefühle, die eine Enttäuschung, ein gebrochenes Herz zur Folge haben könnten.
Oder ich konfrontiere mich damit, lasse den Schmerz heraus, spreche darüber, nehme Hilfe in Anspruch.
Das sind unterschiedliche Herangehensweisen, die nichts mit der Zeit als "Wundenheiler" zu tun haben. Ganz allgemein und für sich betrachtet heilt die Zeit insofern, als dass sie Dinge verschwimmen lässt, die Aktualität und damit unmittelbare Betroffenheit beeinflusst.
Und ja, gerade labile Menschen - wobei ich statt "labil" eher "Menschen, die aus ihrer Verzweiflung heraus einfach nicht anders handeln können" sagen würde - setzen sich eben nicht mit solch schmerzhaften Erfahrungen auseinander, sie verdrängen und bauen einen Panzer auf, der sie abschirmt. Dieser Mangel an Konfrontation führt dazu, dass sie keine Erklärungen suchen oder finden - und damit immer nur den Ursprungszustand in Erinnerung behalten, was, in jedem Moment, in dem sie an das Geschehene erinnert werden, Selbstmitleid zur Folge hat. Das "Suhlen in Selbstmitleid" rechtfertigt wiederum den Panzer.
Die "Angepassten" gehen zur Tagesordnung über- die Frage ist, wie.
Beschäftigen sie sich trotzdem noch gedanklich mit dem Vorfall, oder verdrängen sie?
 
Die Zeit heilt nicht Wunden

>casebumbase: Auf Grund Deines lyrischen - wenn auch sehr kleine geschriebenen - Ergusses, nehme ich Dich einmal wörtlich; Du schriebst als Titel: Die Zeit heilt nicht Wunden. Dieser Satz ist - genau genommen - nur so auszulegen, dass die Zeit nie Wunden heilt, weder eine kurze Zeit noch eine lange Zeit (was, wie louiz30 schon bemerkt hat, relativ ist). Der Satz lässt offen, dass die Zeit anderes heilt als Wunden. Um nicht ewig bei Definitionen hängen zu bleiben, das Thema aber trotzdem so weit wie möglich ausdiskutieren zu können, möchte ich Dich einmal folgendes fragen.

Mir sind bezüglich Zeit zwei (herkömmliche) Sprichwörter bekannt, und zwar,
Die Zeit heilt alle Wunden und
Die Zeit eilt, heilt und weilt.​
Willst Du einen dieser beiden Sprüche jetzt in Frage stellen, willst Du Deinen Titel "wortwörtlich" zur Diskussion stellen oder willst Du noch etwas anderes ? Beantworte bitte diese Frage, bevor wir von falschen Voraussetzungen ausgehen und uns im Kreise drehen !

Liebe Grüße

Zeili
 
Dieser, mein Schmerz bleibt für immer!

Es gibt Schmerzen die unerträglich sind und bewusstlos machen. Sie sind verbunden mit Angst, Selbstmitleid, Wut und Warum?

Sie hätte nicht gedacht / das alles so schnell gehen kann / ist man erstmal krank / hat der Krebs einen in der Hand / mit Schmerzen fing es an / und es endete wie so oft / mit dem Tod und der Erkenntnis / sie hat es nicht geschafft /
sie hatte nicht die Kraft / die man braucht um zu siegen / Sie blieb liegen und hoffte Ihn mit Ruhe zu besiegen / sie wollte Stark sein und einiges im Leben erreichen / stattdessen gab Sie allen Krebskranken ein Zeichen /
Lasst euch nicht hängen / so wie ich / ihr müsst den Krebs zu bezwingen / der so skrupellos ist / unberechenbar und voller Gefahr / sie wollte leben / für immer
so wie es jeder mag /

denn jeder Mensch weiss / es ist besser wenn du länger lebst / doch meine Schwester ist gegangen / ´95 / sie war krank / voll Krebs / und ich war noch nicht alt genug um das alles zu verstehen / ich hatte noch so viele Fragen / es gab so vieles zu erzählen / stattdessen lag sie da / mit Morphium in den Venen / wir warteten / sie schloss die Augen / wir konnten nur da stehen / keiner konnt sie retten / keine Rettungsaktion starten / also blieb uns nur sie weich zu betten und einfach abzuwarten / Tausend Tränen flossen / hunderte Stimmen schrien auf / Mutter war geschockt / sie sah nie mehr anders aus /

casebumbase

ps: es gibt Schmerzen die man nicht lindern kann
es gibt Wunden die man nicht heilen kann
und es gibt Herzen die niemals aufhören zu weinen,
man hört es schluchzen, immer dann wenn man die Augen schliesst
 
Ich denke, dass die Zeit nur ein Pflaster ist, das sich auf die Wunde legt.
Je nach Art und Schwere der Verletzung heilt die Wunde unter dem Pflaster vollkommen aus oder es bleibt für immer eine Narbe zurück.

Und sollte tatsächlich eine Narbe zurückbleiben, dann ist es gut so, denn sie erinnert uns stets an das erfahrene Leid und macht uns vorsichtiger.

Gruß
baraka
 
Casebumbase, Du wirst es überwinden und überstehen, nicht nur mit Hilfe der Zeit, aber auch mit Hilfe der Zeit, mit Hilfe von gutmeinenden Menschen und einem liebenden Gott. Gib' nicht auf !

Liebe Grüße

Zeili
 
Werbung:
louiz30 schrieb:
Binchen, ist es wirklich gut, alles zu heilen und vergessen zu wollen? Sind es wirklich die labilen Menschen, die sich „in Mitleid suhlen“ oder bedarf es anderer Qualitäten, um manches eben nicht zu verdrängen, nicht zur Tagesordnung überzugehen, nicht gegen alles immun zu sein?

Sind es nicht die Angepassten, die am schnellsten vergessen?

Zudem: Zeit ist keine wirkliche Größe und heilt daher auch nichts. Wir vergessen und verdrängen. Geheilt wird nichts, weder der Tod des Freundes, noch all die Enttäuschungen des Lebens. Es ist alles da, bleibt da und kommt irgendwann wieder heraus.

Verdrängen ist nicht heilen.
hallo louiz,

richtig verdrängen ist nicht heilen, aber wie gregorius auch schrieb kann man verschieden mit seinem schmerz umgehen.
so kann ich schreien, brüllen, weinen, sprich den schmerz ausleben, doch dann sollte auch wieder gut sein oder zumindest einem besser gehen.
ich kann aber auch jahrelang mich nur damit beschäftigen wie ungerecht die welt oder gott oder sonstwer ist, mich dreimal am tag fragen warum und doch keine lösung dafür finden geschweige finden wollen.
denn wenn es mich wirklich nicht mehr loslässt, aber ich es auch nicht mehr will, sollte ich mir professionelle hilfe holen um mit dem schmerz richtig umgehen zu lernen.

daher bin ich schon der meinung, es ist besser wunden zu heilen und dann zu vergessen, um ein neues, sorgenfreies leben leben zu können.
schmerz, hass, wut und verzweiflung hindern mich an ein schönen leben zu denken oder zu leben.
es soll ja nicht heissen die verstorbene person zu vergessen.

und was du als angepasst bezeichnest sind für mich einfach die durchschnittlichen menschen, zudenen ich mich auch zähle, sprich die normalen.
alles was drüber hinaus schiesst ist nicht normal und zeigt grosse psychische schäden auf, die für diesen menschen und seine umgebung nicht gut sein können.
ich mein denk mal daran wenn du dauernd einen depressiven vor dir hast, der macht dich auf dauer auch krank - es ist oft schwerer jemanden leiden zu sehen und nicht helfen zu können, wie selbst der leidende zu sein.

wie gesagt zeit kann wunden heilen, es liegt an dem menschen selbst wie er damit umgeht, also ob er nur verdrängt oder es auslebt und dann gut sein lässt.

lg binchen
 
Zurück
Oben