• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Generationenvertrag

G

Gaius

Guest
Ziesemann schrieb:
Ferner habe ich wiederholt gesagt, daß Kinderlose, gerade auch kinderlose Paare, im Alter von den Kindern anderer Leute leben.

Adenauer irrte in seiner Annahme, Kinder bekämen die Leute sowieso. Der Generationenvertrag
droht angesichts der absehbaren demographischen Entwicklung zu scheitern.

Sollte man dennoch an diesem Konzept festhalten und eine auf grösseren Kinderreichtum zielende Politik gestalten?

Was wären andererseits sinnvolle Alternativen der sozialstaatlichen Altersvorsorge?
 
Werbung:
AW: Generationenvertrag

Was wären andererseits sinnvolle Alternativen der sozialstaatlichen Altersvorsorge?

Angesichts der demographischen entwicklung ist der generationenvertrag nun nicht mehr brauchbar,
ich bin für einen radikalen Umbau des Rentensystems:

abschaffen der zwangsweisen Rentenversicherung,
eine steuerfinanzierte Grundrente für jeden
(die aber nur das absolute Minimum garantiert:
nicht hungern, nicht frieren,
was bei einigen Milliarden menschen auf dem globus schon als Luxus gilt)
für alles andere muß jeder rechtzeitig selbst vorsorgen.

meint Claus
 
AW: Generationenvertrag

Adenauer irrte in seiner Annahme, Kinder bekämen die Leute sowieso. Der Generationenvertrag
droht angesichts der absehbaren demographischen Entwicklung zu scheitern.

Sollte man dennoch an diesem Konzept festhalten und eine auf grösseren Kinderreichtum zielende Politik gestalten?

Was wären andererseits sinnvolle Alternativen der sozialstaatlichen Altersvorsorge?

Ohne eine nächste Generation gibt es keine Alterversorgung.
Das kannst du drehen und wenden wie du willst.
Sogar wenn die Banken vollgestopft sind muss jemand die Produkte erzeugen, die von den Rentnern dann gebraucht werden.
 
AW: Generationenvertrag

Claus schrieb:
ich bin für einen radikalen Umbau des Rentensystems:

abschaffen der zwangsweisen Rentenversicherung,
eine steuerfinanzierte Grundrente für jeden
(die aber nur das absolute Minimum garantiert:
nicht hungern, nicht frieren,
was bei einigen Milliarden menschen auf dem globus schon als Luxus gilt)
für alles andere muß jeder rechtzeitig selbst vorsorgen.
...was sich radikalisieren und auf Arbeitslosen-, Kranken- etc. - Versicherung ausdehnen läßt. Wie hoch müßte diese Grundrente in etwa sein, vorausgesetzt, daß sie sämtliche Aspekte bisheriger Sozialversicherungen abdeckt?


Joan, ich zitiere Dich mal aus dem anderen thread (nicht ohne Grund hab ich diese Diskussion ja hierher verlegt):
joan05 schrieb:
Meine Meinung zu den Beiträgen habe ich schon erwähnt:
MEINE Beiträge zahle ich für die ältere(n) Generation(en) ein und nicht für mich.
"Wer arbeitet zahlt für die Alten", nicht "Ich arbeite und erhalte später davon meine Rente". Das wäre ein Sparstrumpfsystem, das es hier nicht gibt.
Insbesondere Empfängern geringerer Renten ist die Umlagefinanzierung oft schwer zu vermitteln, wie ich auf sozialdemokratischen Diskussionsveranstaltungen immer wieder erfahren durfte: ein "Sparstrumpfsystem" wäre für viele schlicht nachvollziehbarer.

"So war es, ist es und bleibt es" wird als politische Antwort nicht nachhaltig taugen: der nächste Schock kommt ab 2010, wenn die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge beginnen, in Rente zu gehen.
joan05 schrieb:
Ohne eine nächste Generation gibt es keine Alterversorgung.
Das kannst du drehen und wenden wie du willst.
Sogar wenn die Banken vollgestopft sind muss jemand die Produkte erzeugen, die von den Rentnern dann gebraucht werden.
Die Rentenkassen sind jedoch nicht nur aufgrund eines Schwundes der Beitragszahler überlastet, sondern (in D) auch wegen der gestiegenen Zahl von Empfängern nach der Wende, die bekanntlich ins westdeutsche System nicht eingezahlt hatten (die DDR war bankrott) sowie durch die sich häufenden Frühverrentungen. Sehr sinnvoll ist es ja nicht, sozialwirtschaftlich gesehen, die Leute mit 58 Jahren oder früher in Rente zu schicken, obwohl viele weit über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten können und wollen.
Das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren hatte seinen Sinn, als es noch mehr als genügend Arbeit für alle gab, so daß Platz für die nachrückenden Jüngeren gemacht werden mußte. Heute sind ganz andere Antworten nötig: als erstes müßte die gesellschaftliche Trennung von "jung"=erwerbsfähig und "alt"=Rentenempfänger fallen.
 
AW: Generationenvertrag

.. .was sich radikalisieren und auf Arbeitslosen-, Kranken- etc. - Versicherung ausdehnen läßt. Wie hoch müßte diese Grundrente in etwa sein, vorausgesetzt, daß sie sämtliche Aspekte bisheriger Sozialversicherungen abdeckt?

.

ich bin nur ein Leie, an dem das ganze Gezerre um Grundversorgung natürlich auch nicht vorbei geht,
und aus dieser Sicht meine ich:

auf jeden Fall muß die Grundversorgung so niedrig sein, daß es für jeden einen Anreiz gibt, fürs Alter vorzusorgen,
und nicht ein "Käptn Blaubär-Leben" zu führen.
(du weißt, wen ich damit meine?)
 
AW: Generationenvertrag

Den meisten Aussagen in diesem Thread kann ich problemlos zustimmen. Ich darf mir nur erlauben, noch auf das sog. Mackenroth Gesetz hinzuweisen - eine nach ihm benannte ökonomische Gesetzmäßigkeit, also kein Gesetz im Rechtssinne. Danach lebt jede Altengeneration - egal wie auch immer die Altenversorgung gestaltet wird, etwa durch eine Kapitaldeckung - von den Leistungen der Erwerbtätigen, also der früheren Kinder oder solche, die demnächst in das Erwerbsleben eintreten. Dies Gesetz ist unumstritten. Man braucht sich nur vorzustellen, daß die Kapitalfonds zur Altersversorgung die Geldanlagen in Immobilien und Aktien usw. stecken - wie es ja tatsächlich geschieht. Und was, wenn es keine Kinder gibt, die künftig in den Häusern wohnen und Miete zahlen oder in den Fabriken arbeiten?! Man es drehen wie man will: Kinderlose - egal aus welchem Grunde sie es sind, ob als tragisch empfundenes Schicksal oder als Homos/Lesben oder bewußt und gewollt - sie leben im Alter von Kindern - eben dann von denen anderer Leute. Beim sog. Generationenvertrag wird das nur offensichtlicher, aber das Gesetz gilt immer.
 
AW: Generationenvertrag

Ziesemann, du hättest natürlich Recht für den hypothetischen fall, daß schlagartig nur noch Alte da sind.

Aber:
erstens tritt dieser Fall nicht so ein
und
die Deutschen (plus Ösis :) ) sind natürlcih nicht allein auf der welt.

Wenn also Geld angespart wurde, können sich die Alten alles kaufen, was sie nötig haben,
oder auch, je nach Sparerfleiß, den Luxus, den sie meinen zu brauchen.

Wenn die Grundversorgung für die arbeitsfähigen entsprechend niedrig ist, werden sie auch arbeitswillig sein,
außerdem wird es immer gegenden in der welt geben, in denen sie ihr agespartes gegen das lebensnotwendige eintauschen können.

meint Claus
 
AW: Generationenvertrag

Claus, Du gehst aber ganz schön weit:

Claus schrieb:
Wenn die Grundversorgung für die arbeitsfähigen entsprechend niedrig ist, werden sie auch arbeitswillig sein,
außerdem wird es immer gegenden in der welt geben, in denen sie ihr agespartes gegen das lebensnotwendige eintauschen können.
Wir - die um die Vierzigjährigen - haben noch das Glück, auf ein Erbe hoffen zu können. Hätte ich nun zwei Söhne von achtzehn und zwanzig Jahren, könnte ich ihnen nur sagen: Seht zu! Lernt, soviel ihr könnt, und geht dahin, wo man überhaupt noch Geld für den eigenen Lebensunterhalt verdienen kann. Und wenn ihr dann noch dazu etwas ansparen könnt - umso besser.

Aber: warum wohl wurde das Wort "Generation Praktikum" mit zum "Wort des Jahres" gewählt? So hoch qualifizierte wie unbezahlte Arbeit wird zur Regel.

Ohne Arbeitseinkommen jedoch wird auch Mackenroths "Gesetz" hinfällig. Meinen Söhnen bliebe also, vom Erbe meines Vaters zu leben.
 
AW: Generationenvertrag

Wir - die um die Vierzigjährigen - haben noch das Glück, auf ein Erbe hoffen zu können. Hätte ich nun zwei Söhne von achtzehn und zwanzig Jahren, könnte ich ihnen nur sagen: Seht zu! Lernt, soviel ihr könnt, und geht dahin, wo man überhaupt noch Geld für den eigenen Lebensunterhalt verdienen kann. Und wenn ihr dann noch dazu etwas ansparen könnt - umso besser. .

Meine beiden Kinder können zwar auf ein ordentliches Erbe hoffen, aber sie haben es eigentlich nicht nötig,
beide sind Ingenieure, der Sohn recht gut im Job,
die Tochter hat sich mit einer niedrig qualifizierten tätigkeit im call-center abgefunden,
aber sie hat den willen, ihr Geld selbst zu verdienen.

Arbeit wird es immer geben, die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen die Arbeitnehmer arbeitswillig sind.
Hier bei uns sind die Polen zum Vorbild für Arbeitswilligkeit geworden,
ohne sie wäre die deutsche Landwirtschaft fast am ende,
Deutsche sind sich für solche "schmutzigen Schindereien" i.a. zu schade.
 
Werbung:
AW: Generationenvertrag

Meinen Söhnen bliebe also, vom Erbe meines Vaters zu leben.

Wenn du es nicht vorher durchbringst :reden: ...
Ich konnte auch mal auf ein dickes fettes Erbe zählen, aber das ist alles den Bach runtergegangen durch eine traurige Geschichte.
So kann es auch gehen!
Ein paar Gedanken dazu.
Wenn es mehr Rentner gibt als Leute, die für ihre Rente aufkommen können, müssen die Renten eben aus anderen Quellen bezahlt werden.
Geld gibt es genug, schließlich werden ja auch unsere militärischen Einsätze im Ausland ohne zu fackeln bezahlt, aber DA höre ich keinen Aufschrei!
Nur die alte Omi über 80 wird vorwurfsvoll angeguckt!
Wer weiß, was in 20 Jahren los ist, ob man sich als 80-Jährige dann überhaupt noch auf die Straße trauen kann...
Das mit dem mangelnden Nachwuchs, der Schuld ist oder sein wird an den leeren Rentenkassen, ist absoluter Blödsinn!
Wir leben in Zeiten der Globalisierung und könnten Arbeitsplätze, die hier nicht besetzt werden können, mit Menschen aus anderen Ländern abdecken.
Nur, und das ist ja der Witz, diese Arbeitsplätze gibt es doch gar nicht!
Heute verlassen schon hochausgebildete junge Menschen das Land, um in den USA oder den skandinavischen Ländern viel bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten wahrzunehmen.
Sie werden nicht zu Sozialabgaben in Deutschland gezwungen, zahlen nur Rentenbeiträge, wenn sie später mal eine deutsche Rente bekommen wollen.
Sollten sie aber später dennoch nach Deutschland zurückkommen, weil sie keinen Euro besitzen, was ja durchaus passieren kann, dann fallen sie hier auch wieder dem Sozialsystem zur Last, denn ihre deutsche Staatsbürgerschaft garantiert ihnen das soziale Netz.
Kinderreichtum ist wirklich keine Lösung!
Wer Angst hat, dass das kostbare deutsche Volk ausstirbt, sollte erstmal dafür Sorge tragen, dass junge Menschen ein Klima vorfinden, in dem es Spaß und Sinn macht, Kinder großzuziehen - ohne Armutsfalle, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, fehlende und viel zu teure Kinderbetreuungseinrichtungen und mit Schulen, in die man sein Kind ohne Angst um es schicken kann.
Was zur Zeit in Deutschland abläuft auf allen Ebenen, ist doch nur noch pervers.
ICH würde als junge Frau heute kein Kind bekommen und habe auch meinen Söhnen gesagt, dass ich keinen Wert auf Enkelkinder lege.
Die täten mir ja heute schon leid!

Fortuna
 
Zurück
Oben