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Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Bastoo

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27. April 2011
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4
Die Menschen diskutieren immer über Geld und Arbeit. Das ganze Leben dreht sich darum. Aber was ist das eigentlich? Wir nennen es "Arbeit" wenn wir irgendeine Tätigkeit vollbringen um uns mit Geld zu versorgen, damit wir unser Überleben sozusagen finanzieren können - also unser Essen unsere Unterkunft und was sonst noch alles anfällt im Leben eines Menschen. Das heißt wir sehen das ganze meist sehr individuell und wir denken nur daran UNSER Leben damit zu ermöglichen und nicht daran, dass die Arbeit eigentlich den Sinn hat ALLES am Laufen zu halten. Das was wir als - oft müßige - Arbeit bezeichnen ist eigentlich nur die Notwendigkeit einer jeden Gesellschaft ihr Fortbestehen zu sichern.

Das heißt es ist eigentlich ein gemeinschaftliches Unterfangen und daher ist es auch fahrlässig es als eine lästige Pflicht zu sehen - es ist einfach Teil des Lebens. Nun wird heute Arbeit aber immer stärker getrennt von den realen Werten und der Wichtigkeit die dahinter steckt - und das oberste Ziel ist für sich Geld zu verdienen.

Ein Mensch, der dabei hilft Häuser zu bauen, nimmt sich selber um die Aufgabe an dafür zu sorgen, dass Menschen die sich selber keine Unterkunft bauen können dennoch eine bekommen. Er macht es, weil er weiß, dass er selber auch genauso ein Haus braucht und es nicht alleine schaffen kann. Außerdem braucht er andere Dinge die er alleine nicht schaffen kann und deswegen nehmen sich seine Mitmenschen um die anderen Bereiche an, damit jeder problemfrei leben kann. In so einem Verhältnis gibt es eine starke Zusammengehörigkeit, weil sich jeder dessen bewusst ist, dass er die anderen braucht, und deshalb eine tiefe Verbundenheit zu allen hat. Jeder hilft dem anderen als Selbstverständlichkeit, weil er es selber auch so möchte wenn er Hilfe braucht.

Es ist also eine Art von Egoismus der aber eine Gemeinschaft bildet. Man braucht in psychologischer Hinsicht sowieso eine Art gesunden Egoismus, da man sich erst mit sich selbst beschäftigen und seine Bedürfnisse kennen muss, damit man auch seinen Mitmenschen sinnvoll helfen kann, wenn es ihnen nicht gut geht.

Das Geldsystem ermöglicht in unserer heutigen Zeit, dass wir alles und jeden gegen Geld "tauschen" können. Jeder der arbeitet bekommt seinen Lohn und damit kann er sein Leben finanzieren. Jeder hat die Freiheit sein Geld in das zu
investieren was er will und was er sich leisten kann. Durch die Möglichkeit gegen Geld theoretischerweise alles tauschen zu können, kommt im Menschen eine starke, treibende Kraft auf - und auch, weil er sich dadurch von den anderen unterscheiden kann.

Das ist die andere Form des Egoismus, oder auch Individualismus. Hier findet also diese Trennung von den anderen, von der Gemeinschaft statt. Der Mensch stellt sich vor, ganz alleine, oder in kleinen Gruppen etwas zu erreichen, um seinem Leben einen weiteren Sinn zu geben. Er blendet dabei aus, dass so eine große Leistung nur durch viele Menschen erreicht werden kann. Er sieht sich aber als wichtiger Initiator und sucht Wege sich allein emporzuheben.

Nehmen wir an, ein einzelner Mensch hat eine bahnbrechende Idee, eine technische Idee. Alleine ist er jedoch nicht dazu in der Lage die Sache groß aufzuziehen und deswegen heuert er immer mehr Menschen an ihm dabei zu helfen.
Er weiß ganz genau, dass er ohne die Arbeit der vielen Mitmenschen nicht dazu fähig gewesen wäre seine Erfindung zu entwickeln. Dennoch hebt er in erster Linie sich selbst hervor als alleiniger Erfinder und profitiert von allem was dies zur Folge hat am meisten. Unser ganzes Arbeitsleben ist heute so geprägt, weil jeder für sich selbst kämpft und das urtümliche Verständnis dafür tief vergraben hat, dass er sich in einer Gemeinschaft befindet und nicht unter Feinden.

Dennoch ist zu erwähnen, dass vieles anders werden kann, wenn der Mensch sich mental einerseits weiterentwickelt, andererseits einfach ein Stück weit zurückblickt in die Zeiten, in denen die Verbundenheit noch existierte und selbstverständlich war. Die Verbundenheit mit dem Lebensraum und seinen Mitbewohnern. Viele Einsichten benötigen nämlich nicht Unmengen an Studien und Lehren, sondern einfach das Beschäftigen mit der uns erschlossenen Realität. Wir müssen üben zumindest das für uns Wahrnehmbare wieder klarer wahrzunehmen.

Der Lauf der Dinge und grundlegende Beschaffenheiten des Lebens können nur durch Aufmerksamkeit und Offenheit erkannt werden. Somit sollte es auch für den Menschen möglich sein sich in das Bild einzufügen, wo dies doch bis jetzt so schwierig war, weil er nie wusste was er ist.
 
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AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Nehmen wir an, ein einzelner Mensch hat eine bahnbrechende Idee, eine technische Idee. Alleine ist er jedoch nicht dazu in der Lage die Sache groß aufzuziehen und deswegen heuert er immer mehr Menschen an ihm dabei zu helfen.
Er weiß ganz genau, dass er ohne die Arbeit der vielen Mitmenschen nicht dazu fähig gewesen wäre seine Erfindung zu entwickeln. Dennoch hebt er in erster Linie sich selbst hervor als alleiniger Erfinder und profitiert von allem was dies zur Folge hat am meisten.

Das scheinbare Dilemma und damit auch dessen Folgezwänge
lösen sich in dem Moment auf, da jener Mensch beschließt,
dass er gar nichts groß aufziehen muss.
Ich mein, Ideen zu haben verpflichtet doch nicht zu Uneffizientem, oder?

:rollen:
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Nehmen wir an, ein einzelner Mensch hat eine bahnbrechende Idee, eine technische Idee. Alleine ist er jedoch nicht dazu in der Lage die Sache groß aufzuziehen und deswegen heuert er immer mehr Menschen an ihm dabei zu helfen.

Was könnte es hierzulande nach dem Bau der V1, der V2 und des großen Atlantikwalls noch für bahnbrechende Ideen geben? Vielleicht sollten wir den Blick mehr auf die wirklich großen Völker richten, die ruhmreichen Gemeinschaften der schönen neuen Welt, allem voran die fleißigen Japaner. Vielleicht übertreffen die Schlitzaugen mit ihrer neuesten Baustelle sogar die 500.000 Mann in Tschernobyl.
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Vielleicht übertreffen die Schlitzaugen mit ihrer neuesten Baustelle sogar die 500.000 Mann in Tschernobyl.

Die Schlitzaugen, hm?
Geht doch nichts über Sesselpupser-Distanz.
Dachten ihrerzeit so ziemlich alle Kolonialisten.
Und gingen so ziemlich alle damit baden.
Bis auf die paar Überbleibsel am Strand,
die immer noch untergegangene Welt beschwören -
in der Regel meist auffallend peinlich platt.
Außerhalb der Regel leider auch.

:rollen:
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Der Mensch (die meisten) sind nicht in der Lage für sich selbst zu sorgen, der beweiß ist, dass die Anarchie nicht funktionieren wird. Aus diesen Grund gibt´s Politik. Unsere heutige "Politik" versucht aus jeden von uns ein Roboter zu machen der zur Schule gehen muss, der einen Job auslernen soll... Die Freiheit bedeutet heute ein Scheiß! Bis 17:00 arbeiten und den rest vorm PC/TV hocken und wieder arbeiten von dem Geld das wir nicht haben, kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen um Leuten zu imponieren die wir nicht mögen, den wir lassen uns durch den Fernseher manipulieren. Der schuldige ist der, den du im Spiegel jeden morgen siehst!
Ich finde Sinn des Lebens ist nicht die Arbeit, das einzige was zählt ist Freiheit,Freundschaft und Spaß.
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

....
Ich finde Sinn des Lebens ist nicht die Arbeit, das einzige was zählt ist Freiheit,Freundschaft und Spaß.

Jeder findet halt, was er findet ..., :ironie: soll ich im Auftrag des nun wieder arbeits-losen Oster-:hase: ausrichten, der gerade noch ein letztes Ei gefunden hat..., das wahrscheinlich nicht das Ei des Kolumbus ist ...:lachen::lachen::lachen:
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Der Mensch (die meisten) sind nicht in der Lage für sich selbst zu sorgen, der beweiß ist, dass die Anarchie nicht funktionieren wird. Aus diesen Grund gibt´s Politik.

Deshalb ist Zusammenarbeit ja auch so wichtig. Jeder sollte die Regeln der Gesellschaft verstehen, nicht nur Politiker. Wir brauchen keine Anarchie, aber jeder muss die Verantwortung für sein Leben selbst in die Hand nehmen und sie nicht an irgendwelche Hanseln abgeben.


Ich finde Sinn des Lebens ist nicht die Arbeit, das einzige was zählt ist Freiheit,Freundschaft und Spaß.

Es geht nicht darum wer denkt, dass der Sinn des Lebens Arbeit ist und wer nicht. Wir müssen uns da schon einmal ein bisschen weiterentwickeln von diesem ich finde das und du findest das. --> Die Tatsache ist die, dass Arbeit ein Bestandteil des Lebens ist - aber man sollte es vielleicht nicht "Arbeit" nennen, sondern einfach Lebenerhalten oder so. Die Menschen früher haben auch nicht gesagt sie gehen arbeiten, wenn sie Jagen gingen, oder ein Feld bestellten :)
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Die Tatsache ist die, dass Arbeit ein Bestandteil des Lebens ist - aber man sollte es vielleicht nicht "Arbeit" nennen, sondern einfach Lebenerhalten oder so. Die Menschen früher haben auch nicht gesagt sie gehen arbeiten, wenn sie Jagen gingen, oder ein Feld bestellten :)
Ich verstehe Arbeit als Aufgabe zum persönlichen, auch innerlichen, Wachstum. Das Leben zunehmend mit geringerem Widerstand zu meistern. Und sich am empfundenen Widerstand zu erweitern.

Arbeit -geronnene Energie eines Menschen- als Energietransfer von Lohnsklaven zu leistungsfreien Energiebeziehern ist ein patriarchal-primitives und unzeitgemäßes Relikt einer geistigen Altsteinzeit des Menschseins.

Aufgaben, welche die Menschen mit Freuden erfüllen können und diese sie mit Freude erfüllt, und ihnen ein Leben in Fülle und Erfüllung schenkt, weil ihre geronnene Energie größtenteils bei ihnen verweilt, und ein darausfolgender Beitrag für die Gemeinschaft, ist m.M.n. die Zukunft. Zum Wohle aller.

Wer anders sollte denn seine Zukunft gestalten als jeder selbst.:)
 
AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Bastoo
Ich glaube du widersprichst dich in dem du sagst, dass wir keine Anarchie brauchen, dass jeder die Regel der Gesellscahft verstehen soll UND jeder soll sein Leben selbst in die Hand nehmen und sie nicht an irgendwelche Hanseln abgeben. Ich glaube wir haben alle unser leben, unsere menschliche Freiheit, unsere Vorstellungen den Staat abgegeben. Unser Bestimmung ist sich weiter entwickeln, damit die Welt/Staat/Gesellschaft funktioniert. Wenn der Mülltransport ihre Arbeit nicht macht, muss ich selber den Müll weg bringen. Wenn ein Rasenmäher seiner Arbeit nicht macht, muss ich es machen. Wenn ein Artz nicht Arbeiten wird, werde ich sterben. Wenn Feuerwehr nicht Arbeiten, werde ich verbrennen.... siehst du wir sind alle auf uns angewiesen!

Irana
Lass uns alle ein Blick in die Geschichte werfen. Wie ihr sieht hat sich der Mensch immer und immer weiter entwickelt durch die Arbeit wie ich oben schon genannt habe. Besser gesagt es ist unsere Genetik sich weiter zu entwickeln und zu Arbeiten, den ohne Arbeit fühlen wir uns leer. Wir fühlen uns leer, weil wir so erzogen wurden. Ich meine man geht zur Schule um später eine Bildung zu bekommen, mit eine Schulbildung kannst du Jobs aussuchen damit unsere Gemeinschaft weiter entwickelt. Wie moebius schon sagte man findet, dass was man findet. Besser gesagt wenn du immer von deine Kindheit hörst, dass du später Abreiten wirst, dann glaubst du auch dran... Also ist der Mensch Manipulierbar! Ich weiß ich kritisiere uns allen, und ich weiß wenn wir alle nicht Abreiten würden, würde ich ganich hier sitzen und das schreiben.
 
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AW: Geld, Arbeit, Gemeinschaft

Die Menschen diskutieren immer über Geld und Arbeit. Das ganze Leben dreht sich darum. Aber was ist das eigentlich? Wir nennen es "Arbeit" wenn wir irgendeine Tätigkeit vollbringen um uns mit Geld zu versorgen, damit wir unser Überleben sozusagen finanzieren können - also unser Essen unsere Unterkunft und was sonst noch alles anfällt im Leben eines Menschen. Das heißt wir sehen das ganze meist sehr individuell und wir denken nur daran UNSER Leben damit zu ermöglichen und nicht daran, dass die Arbeit eigentlich den Sinn hat ALLES am Laufen zu halten. Das was wir als - oft müßige - Arbeit bezeichnen ist eigentlich nur die Notwendigkeit einer jeden Gesellschaft ihr Fortbestehen zu sichern.

Hallo

Ich finde das deine Gedanken ziemlich oberflächlich sind. Ich meine, das was du beobachtest und worüber du dir Gedanken machst, das ist nicht aus dem Nichts erwachsen, es hat sich entwickelt. Du führst keinen einzigen Grund an warum wir überhaupt arbeiten, wie es dazu kommt und sagst auch nicht ob es überall auf der Welt so ist. Du sagst schon richtig das wir nur arbeiten um alles am laufen zu halten, aber was wir wirklich am laufen halten ist nicht alles sondern nur unseren Wohlstand und Luxus, auf welchen wir aber auch verzichten könnten (nur ist keiner dazu bereit). Alleine um das aufrecht zu erhalten was wir uns heute aufgebaut haben, und darüber hinaus andere Werte wie Ästhetik, Wohlstand und Luxus, im einklang mit Verfassung und Gesetz, auch vollziehen zu können, müssen unmengen an Ressourcen verwendet werden. Behörden, Ämter, Anstallten, Dienstleistungsunternehmen und all die übrigen Instanzen die einem einfallen mögen, die mit unsichtbarer Ware handeln. Solche Instanzen sind nicht direkt auf einander angewiesen, nein, ihre Gewalt wurde gar absichtlich getrennt. Sie haben eben nicht mehr die Aufgabe "menschlich" zu sein, sondern für Ordnung des Systems zu sorgen, welches ansich Menschlichkeit ermöglichen sollte.

Das heißt es ist eigentlich ein gemeinschaftliches Unterfangen und daher ist es auch fahrlässig es als eine lästige Pflicht zu sehen - es ist einfach Teil des Lebens. Nun wird heute Arbeit aber immer stärker getrennt von den realen Werten und der Wichtigkeit die dahinter steckt - und das oberste Ziel ist für sich Geld zu verdienen.

Ja, es ist soweit gemeinschaftlich weil der Theorie nach jeder von dieser Ordnung profitieren sollte. Allerdings kann man sie ruhig als lästige Pflicht ansehen, da wie du schon sagst, die Werte, der Zweck, der geleisteten Arbeit nicht mit den persönlichen übereinstimmen mögen. Je komplexer ein System wird, je mehr Menschen darauf angewiesen sind, desto mehr Menschenfremder und Bürokratischen, Systemorientierter wird dessen Verwaltungskonzept sein. Das oberste Prinzip ist die aufrechterhaltung des Systems, Ökonomie und Effizienz, und um das zu gewährleisten müssen die Menschen auf vieles persönliches verzichten.
Desweiteren ist die Komplexität des System auch für sehr viele unzufriedenheiten verantwortlich, wo sich aber kein Verursacher mehr finden lässt, die Schuld schwebt frei im System. Das wirkt sich auch ungüstig auf die Psychologie aus.

Ein Mensch, der dabei hilft Häuser zu bauen, nimmt sich selber um die Aufgabe an dafür zu sorgen, dass Menschen die sich selber keine Unterkunft bauen können dennoch eine bekommen. Er macht es, weil er weiß, dass er selber auch genauso ein Haus braucht und es nicht alleine schaffen kann. Außerdem braucht er andere Dinge die er alleine nicht schaffen kann und deswegen nehmen sich seine Mitmenschen um die anderen Bereiche an, damit jeder problemfrei leben kann. In so einem Verhältnis gibt es eine starke Zusammengehörigkeit, weil sich jeder dessen bewusst ist, dass er die anderen braucht, und deshalb eine tiefe Verbundenheit zu allen hat. Jeder hilft dem anderen als Selbstverständlichkeit, weil er es selber auch so möchte wenn er Hilfe braucht.

Wenn alles ein geben und nehmen ist, wer braucht dann schon Philosophen oder Künstler? Nicht die Gemeinschaft und die Hilfe ist das Hauptprinzip der Arbeit, es ist vielmehr die Selbstverwirklichung und Freude daran. Alles andere entsteht auch durch Freude an der vorgeführten Leistung. Jeder sollte das machen was er am besten kann, und ich bin mir sicher, das es ein Natur gesetz ist, das es auch einen Konsument für jede Leistung gibt der bereit wäre sie fair zu begleichen.

Es ist also eine Art von Egoismus der aber eine Gemeinschaft bildet. Man braucht in psychologischer Hinsicht sowieso eine Art gesunden Egoismus, da man sich erst mit sich selbst beschäftigen und seine Bedürfnisse kennen muss, damit man auch seinen Mitmenschen sinnvoll helfen kann, wenn es ihnen nicht gut geht.

Naja, das ist jetzt eine Moralfrage, die ziemlich schwer zu beantworten ist, bzw. sie für jeden Menschen anders ausfallen wird. Im Computerspiel Final Fantasy 9 beschäftigte sich ein Charakter mit der Frage: Braucht es wirklich eine Grund jemandem zu helfen? Ich weiss es nicht ...

Das Geldsystem ermöglicht in unserer heutigen Zeit, dass wir alles und jeden gegen Geld "tauschen" können. Jeder der arbeitet bekommt seinen Lohn und damit kann er sein Leben finanzieren. Jeder hat die Freiheit sein Geld in das zu
investieren was er will und was er sich leisten kann. Durch die Möglichkeit gegen Geld theoretischerweise alles tauschen zu können, kommt im Menschen eine starke, treibende Kraft auf - und auch, weil er sich dadurch von den anderen unterscheiden kann.

Das ist die andere Form des Egoismus, oder auch Individualismus. Hier findet also diese Trennung von den anderen, von der Gemeinschaft statt. Der Mensch stellt sich vor, ganz alleine, oder in kleinen Gruppen etwas zu erreichen, um seinem Leben einen weiteren Sinn zu geben. Er blendet dabei aus, dass so eine große Leistung nur durch viele Menschen erreicht werden kann. Er sieht sich aber als wichtiger Initiator und sucht Wege sich allein emporzuheben.

Ja, das finde ich auch. Auch ich führe die Vereinsamung und den naiven Egoismus nur auf den Wohlstand zurück, dass jeder sich selbst Herr sein kann, und er nichts dazu benötige. Und in der Tat ist er dabei auf sehr viele Menschen angewiesen die ihm diesen _Wohlstand überhaupt erst ermöglichen, aber dass er ihnen zwar Moralisch zu Dank verpflichtet sein müsste, er es aber praktisch nicht ist und nicht sein kann, ist auch auf die komplexität des Systems zurück zu führen. Es findet kein mittelbarer Handel statt, sodass beide Seiten davon profitieren, sondern über 100.000 Umwege, wodurch jeder seiner Schuldverpflichtung entkommt. Das von dir gewollte Prinzip funktioniert ab einer hinreichend grossen Gesellschaft nicht mehr. Man kann die Wirtschaft und Politik eines Urwaldvolkes mit dem einer modernen Grossstad nicht vergleichen.

Dennoch ist zu erwähnen, dass vieles anders werden kann, wenn der Mensch sich mental einerseits weiterentwickelt, andererseits einfach ein Stück weit zurückblickt in die Zeiten, in denen die Verbundenheit noch existierte und selbstverständlich war. Die Verbundenheit mit dem Lebensraum und seinen Mitbewohnern. Viele Einsichten benötigen nämlich nicht Unmengen an Studien und Lehren, sondern einfach das Beschäftigen mit der uns erschlossenen Realität. Wir müssen üben zumindest das für uns Wahrnehmbare wieder klarer wahrzunehmen.

Solch eine Verbundenheit gibt es auch heute noch, allerdings nicht s sehr in Wohlstandsgesellschaften. Die Menschen in wirtschaftsschwachen der instabilen Länder sind vielmehr auf einander angewiesen als wir es sind, weil es ihnen eben an Geld mangelt, aber sie Theoretisch dem gleichen System zu folgen haben wie wir. Und wenn einem die Mittel dazu fehlen, so werden eben andere Wege gesucht um das überleben zu sichern, und sich seine Bedürfnisse zu befriedigen. Es wird viel mehr "ausser systemisch" gehandelt als wie bei uns. Es findet auch eine Werteverschiebung der persönlichen Einstellung. Ehre, Religion, Weisheit, Allzweckwissen, Ansehen und Beziehungen sind dort viel präsenter als wie bei uns.

Im Grunde führe ich diesen naiven Egoismus und die idiotische Vereinsamung nur auf den Wohlstand zurück, der einem es ermöglicht alles alleine erreichen zu können, und somit das Glück eines von uns lukrativer gestalltet.
Aber letzten Endes ist Glück ein Produkt der persönlichen Werte. Entweder man ist materialistisch, egoistisch, oder das Gegenteil. Jeder sollte frei wählen können, aber da man nicht vor die Wahlgestellt wird, orientiert man sich an andere Sachen. Aber das führt jetzt zu weit ...
 
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