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Eine Dokumentation.
Eine Phantasie.

Glauben Sie bloß nichts, es ist alles ausgedacht.



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  1. Ich bin alt geworden.

    Wenn ich meine,
    das gefunden zu haben,
    wonach ich jahrzehntelang gesucht habe,
    kann ich nicht zugreifen;
    ich will es greifen,
    aber ich kann es nicht greifen.

    Früher nervten mich die vielen Gedanken,
    nie Ruhe, immer Herumgedenke;
    heute suche und finde ich
    keine Gedanken,
    alles leer geworden.

    Heute lese ich,
    daß sich Martin Walsers Verhältnis zum Tod
    mit steigendem Alter nicht verändert.
    "Der Tod ist, wenn man 30 ist,
    genauso unvorstellbar wie mit 85.
    Es ist die absolute Dissonanz.
    Es gibt keine Vertrautheit mit ihm."

    Dissonanz gehört zu den Wörtern,
    die ich einfach nicht begreifen kann.
    Ich muß immer wieder nachsehen,
    was es im Zusammenhang bedeutet.
    Ich kann mir unter manchen Wörtern,
    wenn ich sie mir anschaue,
    nichts vorstellen.

    Ich bemerke seit Jahren,
    wie ich immer weniger werde.
    Ich lebte früher mit dem Glauben,
    da kommt noch etwas;
    ich muß nur abwarten,
    es kommt schon,
    etwas.

    Obwohl,
    auf ein Etwas habe ich nicht gewartet,
    es sollte schon etwas Größeres sein
    so eine Art Wunder,
    das aus mir etwas macht,
    das mit mir etwas macht,
    zu etwas macht.

    Manchmal,
    leider nur manchmal,
    macht mir das alles nichts aus.
    Ich sitze mit meinem leeren Kopf,
    ohne jedes Etwas
    und ohne Wunder
    in meiner Bude herum.
    Manchmal,
    leider nur manchmal,
    weiß ich,
    daß das völlig egal ist,
    daß alles hier völlig egal ist.

    Mein Vater hat heute Geburtstag,
    ich muß jedes Jahr nachrechnen,
    wie alt er geworden ist.
    Ich traue mich nicht,
    ihn anzurufen,
    ich weiß schon längst nicht mehr,
    über was ich mit ihm reden soll.
    Ihn nur zu streicheln geht nicht,
    das traue ich mich nicht,
    dafür ist er zu wenig dement.

    Heute ist ein Heiler Abend.
    Ich werde auf einem Sofa liegen,
    Kerzen werden brennen
    und ich werde fragen,
    was ist denn nun diese Dissonanz.

  2. Liebe wie verehrte Selbsthilfegruppe Selbstwert.


    Am Mittwoch, den 5. Dezember 2012 findet das dritte Treffen der Selbsthilfegruppe Selbstwert statt. Ich möchte mich für dieses Treffen entschuldigen, auch für die kommenden Treffen. Als Erklärung möchte ich Ihnen anbieten, daß ich keine Aussichten sehe, jemals so etwas wie einen Selbstwert durch die Gruppengespräche auftreiben zu können.

    Zur Gründung der Gruppe wurde wie marktschreierisch angegeben, daß man den Selbstwert der Teilnehmer finden und stärken werde - das sehe ich nicht. Ich gebe zu, daß diese Blindheit mein ... Problem ist und Sie alle damit nichts zu tun haben. Ich weiß zwar nicht, wie Sie es anstellen, aber ich kann mir tatsächlich vorstellen, daß einige aus der Gruppe nach einigen Jahren Gruppenarbeit angeben, ihren Selbstwert spürbar gestärkt zu sehen.

    Ich hatte erklärt, ich gebe niemals auf und würde zu den kommenden Treffen der Gruppe erscheinen. Nun gebe ich zu, das war gelogen. Eigentlich sollte das ein Witz sein, denn ich gehe davon aus, daß man es mir ansieht, ein Aufgeber zu sein.

    Wie auch immer, ich wünsche Ihnen allen gute Gespräche über Katzenhaltung, Partnerschaftsfragen und alles, was so ansteht.


    Ich verbleibe als das Gruppenmitglied ohne jeden Selbstwert,

    Ihr Svensgar.

  3. Heute war es soweit. Die Selbsthilfegruppe zur Findung und Stärkung des Selbstwertes (der Selbsthilfegruppenteilnehmer) hatte ihr erstes Treffen.
    Als ersten Fotobeweis meiner Teilnahme zeige ich das T-Shirt, welches ich während der zwei Stunden trug. Nur damit Sie sehen, daß ich Sie hier nicht verscheißere.

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    Zum Ablauf.
    Ein paar Minuten vor dem Treffen war ich vor Ort, rauchte draußen noch eine Zigarette, auf Lunge. Dann ging ich rein, in die Selbsthilfelokation.
    In einem Raum waren 14 Stühle im Kreis angeordnet, auf denen 12 Gruppenteilnehmer, die Gruppenerfinderein und die Selbsthilfetreffpunktleiterin saßen. In der Mitte war ein Tablett mit Kerzen abgestellt.
    Es fand unter den Wartenden keine Kommunikation statt. Ich bemerkte, daß ich leicht zitterte; ich konnte kaum mein gestern gekauftes Notizbuch (1.40 $) ruckelfrei halten. Durch mehrmaliges Verändern meiner Haltung gelangte ich in eine Lage, die Zittern nicht auffällig herzeigte. Ich beruhigte mich, langsam.
    Die Gruppenerfinderin, eine dicke Frau Anfang 50, ging in die Mitte, zu den Kerzen, und zündete diese an.
    Es waren sieben Frauen und fünf Herren anwesend, dazu die Erfinderin und die Chefin. Später wurde von den Letzteren erwähnt, daß ungewöhnlich viel Gliedträger in der Gruppe sind. (Ich verwende das Wort Gliedträger, obwohl ich annehme, daß es keine Rolle spielen wird.)
    Das Alter der Frauen bewegte sich zwischen Ende 40 und Mitte 60, die Herren glänzten mit einer Altersspanne zwischen 28 und 65. Ich bin ein Augenmensch und stellte fest, daß keine annähernd attraktiven Menschen anwesend waren, ich sollte also nicht abgelenkt werden können.
    Mir fiel auf, daß fast alle Männer rechts und fast alle Frauen links der Moderatorinnen saßen, ich saß genau in der Mitte der Geschlechtergruppen.

    (Damit die Leser meines Berichtes einen Eindruck haben können, unter welchen Umständen ich diesen Bericht jetzt schreibe, zeige ich ein originales Foto meiner Schreibsituation her. )

    [​IMG]


    Die erste Sitzung begann. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, sich selbst vorzustellen. Allgemein wurde der volle Namen genannt, teilweise das Alter und ob Erfahrung in der Teilnahme an Selbsthilfegruppen bestand, manche erwähnten eine psychische Spitalisierung, und die meisten erklärten, daß sie das Thema Selbstwert interessiere.
    Als ich an der Vorstellungsreihe war, sagte ich vorformulierte Sätze wie: Mein Name ist Svensgar ..., ich bin schon 48 Jahre alt. Seit dreieinhalb Jahrzehnten bin ich mir bewußt, keinen Selbstwert angeben zu können. Mein Erscheinen begründete ich mit der reißerischen Anzeige der Gruppenerfinderin in einer werbefinanzierten Wochen"zeitung", in der es hieß: Findung und Stärkung des Selbstwertes.

    Nach den Vorstellungen ging die Chefin an eine großformatige Zettelstaffelei, auf der Fragen standen. Was ist wichtig, für die Gruppe? Und so ein Fragezeug. Die Antworten waren Respekt, Achtung, Verbindlichkeit (man sollte pünktlich sein und einen eventuellen Abschied aus der Gruppe nicht wortlos betreiben), keine Gewalt, nichts aus der Gruppe weitertragen und so. Wobei die Antworten, die spärlich kamen, von der Chefin, die moderierte, wie vorgesagt wurden.
    Ich fragte dazwischen, inwieweit man ehrlich sein sollte, wenn klar ist, daß die Ehrlichkeit verbale Gewalt darstellen könnte. Man einigte sich darauf, daß niemand "Du blöde alte Sau" sagen sollte.
    Dann wurden fünf verschiedene Zettel in die Runde gegeben, mit allgemeinen Gruppenverhaltensregeln. Dabei fiel mir auf, daß nicht wenige der Teilnehmer sich mit Spucke die Finger anleckten, um sich mutmaßlich griffsicher an den Zetteln zu bedienen. Außerdem hieß es auf einer Anordnung: ... Wir wollen lernen, ... sich nicht wertend zu verhalten. Meine nicht ausgesprochene Frage war, was das mit dem Selbstwert zu tun hat, inwieweit sich dieser Befehl mit dem Thema beißt.
    Hernach ging es darum, ob geduzt oder gesiezt werden sollte. Allgemeines Gemurmel wurde von der Moderation als Zustimmung, zu duzen aufgenommen. Ich meldete mich, und erklärte, ich würde jeden siezen, hätte aber nichts dagegen, geduzt zu werden.
    Bevor zur Pause gebeten wurde, ging es um die Kosten. Der erste Monat sei kostenfrei, dann würde pro Sitzung um einen $ Raumnutzungsgebühr gebeten. Man werde vom Senat Berlin finanziert, und die bestehen darauf, daß irgendetwas von den Selbsthilfeteilnehmern gezahlt werden müßte, was dann an den Senat zurücküberwiesen wird. Ich fragte nach, wieviel denn da zusammenkomme. Zur Antwort bekam ich keine konkrete Zahl, nur "eine ganze Menge". Ich fragte nicht weiter nach, weil ich in die Pause wollte, die für mich eine Rauchpause darstellte.














  4. Verfall II




    Heute sprach mich meine Gartennachbarin an - ich stand an der Biologie-Tonne, auf der ich eine Fußmatte abbürstete, sie befand sich drei Meter daneben, am Zaun.

    Seit zweieinhalb Wochen leben meine Katzen in der Gartenbude und im Garten, sie fragte, ob meine Katzen springen würden. Ich fragte nach, sie erklärte zu meinen, ob meine Katzen nicht mal über den Gartenzaun (hüftknochenhoch) sprängen, sie hatte es noch nicht beobachten können. Ich auch nicht, wir kamen überein, das kommende Verhalten der Katzen zu beobachten, so weit wie möglich.

    Dann sagte sie, daß ihr Mann (50) für drei Wochen zur Kur fährt - nur, falls Gerüchte aufkommen.
    Ich dachte, sie meinte damit Gerüchte über eine Zerrüttung ihres Verhältnisses, und erklärte, ich bekomme nie Kleingartengerüchte mit. Ich erklärte nicht, daß ich keine Gerüchte mitbekäme, weil ich mich nicht am Sozialleben der Kolonie beteilige; ich ging davon aus, sie weiß das.
    (Seit ein paar Jahren sind wir Kleingartennachbarn, noch nie habe ich eine Einladung angenommen, mich am Kniffeln oder Skatspielen zu beteiligen. Auch Essensangebote schlug ich stets ab. Es gab auch keine Sexualkontakte oder so etwas, selbstverständlich nicht.)

    Ohne Vorwarnung sagte sie dann, daß ihr Mann Krebs habe und nicht mehr lange leben wird. Vor einigen Monaten spuckte er Blut, eine zeitnahe Untersuchung ließ einen faustgroßen Tumor im Lungenbereich feststellen, nicht operierbar. Es sind noch keine anderen Organe betroffen, aber das ist nur eine Frage der kurzen Zeit. Ich soll ihn nicht auf diese Sache ansprechen, er möchte das nicht, diese Fragen, wie geht es. In der kommenden Kleingartensaison werde ich also wahrscheinlich eine Witwe als Nachbarin haben.

    Ich denke öfters und fast gerne an meinen Tod; entweder ich habe keine Angst oder sehr große Angst. Heute ist wieder ein Sänger hinweggestorben, der San Franzisco-Sänger, ständig sterben Menschen und sind weg. Eigentlich ist nichts anders; ich suche immer danach, was anders ist - aber nichts ist anders. Außer, daß der tote Mensch weg ist.
    Ich bin fast froh, daß ich nicht mehr denke, ich habe mein Leben nicht gelebt. Klar, ich machte nichts aus meinem Leben, ich habe meine Talente (Brustschwimmen, Blödsinnschreiben) Talente sein lassen. Mir reichte es fast immer, daß Menschen dachten, ich könnte irgendetwas, an mir sei irgendetwas wie dran.
    Seit Jahren dachte ich, ich bekomme auch Lungenkrebs, am rechten unteren Lungenflügel drückte es gelegentlich. Dann machte mich jemand darauf aufmerksam, daß das nur meine Leber wäre, die da herumdrückt. Also rauche ich weiter, etwas, und trinke unverändert am Abend Bier.

    Ich fühle mich seit einiger Zeit geliebt, ich fühle es tatsächlich. Was soll mir also passieren, außer wie in Liebe zu sterben? Keine Ahnung, ich habe keine Ahnung, das weiß ich.

    Was sollte nun dieser Eintrag?
    Das überlasse ich Ihnen - Ihnen, meinen Kollegen aus dem df.
    Typisch für mich, meiner Nachbarin sage ich nichts, gehe nicht zum Kniffeln rüber (ich hasse Kniffeln, alleine schon diese dämlichen Würfelbechergeräusche) und Ihnen schreibe ich mehr, als alle meine Bekannten zu lesen bekommen.




  5. Verfall I.


    Heute ist der erste Tag, an dem ich mir meines Verfalles bewußt bin.
    Ich weiß nicht, wieviele Tage, Wochen oder Monate ich noch verfallen werde, bis mein Leben als zerfallen gelten wird.
    Meine Motivation, den Verfall aufzuhalten, ist schwächer als meine Lust, ihn zu beschleunigen. Mir kommt es ohnehin so vor, als gäbe es in meinem Leben nur ein Verfallsgaspedal, das ich bedienen kann; gelegentliche Bremsungen oder Auskupplungen registriere ich, ohne sie einleiten und schon gar nicht kontrollieren zu können.


    Wer verfällt? Ich oder mein Leben?

    Vor drei Monaten war ich so weit, oder so weit weg, mein vermeintliches Ich von meinem Leben zu separieren. Anfangs spürte ich Euphorie an dieser Idee, die jedoch nicht gegen die Depressionen meines Lebens anwachsen konnte, und verkümmerte.

    Heute am Vormittag, auf dem Weg zu einer meiner Arbeiten, fand ich vor einer Bankfiliale einen fast toten Jungvogel. Er lag wie herabgefallen auf den Bürgersteigplatten, und röchelte etwas. Seine Augen gingen noch ein paar Male auf und zu.

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    Als ich meine Kamera auf ihn richtete, bewegte sich nichts mehr. Ich hockte mehr als zwei Minuten vor dem Kadaver und filmte. Dabei wartete, daß sich etwas tun würde. Irgendetwas. Nichts tat sich. Das Leben war zerfallen, und nichts tat sich mehr. Dachte ich.

    http://www.youtube.com/watch?v=xStIB0w-_lE&feature=plcp

    Als ich nach meiner einen Arbeit zurück in meine Wohnung unterwegs war, kam ich erneut an dem Kadaver vorbei. In den paar Stunden meines Verfalles hatte sich das Zerfallene wie bewegt und Grund für Leben geboten.
    Ich kniete erneut, beschränkte mich jedoch auf unbewegte Bilder.

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  6. Lieber Pete.

    Heute ist schon ein bißchen vom Winter bewältigt. 2. Januar, die Tage gehen ohne Aufregungen vorüber. Die Temperaturen draußen sind angenehm, mehr als einmal Heizen am Tag wäre in meiner alten Altbauwohnung nicht nötig gewesen.
    Vor einigen Tagen kam meine grauhaarige Nachbarin wie Trinkerin Frau Kroetch vorbei. Ich ließ sie herein, weil ich weiß, sie bringt jedesmal eine Flasche Normwodka mit, irgendetwas Normales, 0.7 l-Flasche für zehn Euro, unangebrochen.
    Ich rollte, sie ging in die Küche, dort steckte sie meinen Körper auf einen Barhocker, in die dort befestigte Dublette meines Autositzes, eine Konstruktion, in die ich gesteckt werden kann, um möglichst schonend für meine wunden Beinamputationsstümpfe wie aufrecht gelagert zu werden.
    Sie stank gewaltig nach Knoblauch, ihre immer starke Schnapsfahne war gar nicht mehr wahrzunehmen, selbst für mich Spürhündin. Umso tiefer belästigte mich ihr knoblaucher Gestank. Ich mußte atmen und diesen Gestank in mich aufnehmen, er diffundierte in mich oder wurde absorbiert oder passierte wunde Darmwände, das ist bekannt schrecklich.
    Wir tranken jeweils zwei Kurze (0.02 l), die leere Flasche blieb bei mir und der Gestank verzog sich. Für zwanzig Minuten Ekel bekam ich fast 0.7 l Wodka.

  7. AW: Stadt, Abfall, Müll


    Anzutreffen? Ich arbeite hier.

    Ich habe vorhin die Geschichte mit dem 29. Februar 2012 oder vier Jahre später nachgelesen. Und mit dem Heiraten, und mit dem Biertrinken. Mehr von Ihren halbschwer lesbaren Beiträgen nahm ich nicht in Wiederholung (ich vergesse immer mehr; aber ich erinnere mich noch an das Vergessene).

    Sie brauchen gar nichts nachzulesen,
    es war nichts.
    Ein paar Frauen schrieen auf,
    vereinzelte Herren biederten sich gelegenheitsnutzend an,
    im Kampf gegen den Dreck.
    Mit Erfolg,
    für den Moment.


    Sie schrieben, Sie haben Kraftfelder, Zugang zu Kraftfeldern. Ja, das bräuchte ich. Ich will es schaffen, daß mir Geld, Bier und der Tod egal sind. Also, ich möchte es wollen; ich brauche Kraft, um es zu wollen. Bis jetzt will ich schon, aber ich bin kraftarm.
    Ich habe die Gedanken, die mir etwas vormachen, aber sie machen nichts; die Gedanken wirken praktisch nicht.

    Vor kurzem plusterte ich mich vor einer frisch rasierten Arbeitskollegin auf und meinte, mein Ich ist mein Bewußtsein.
    Sie fragte nach dem Sein meines Unbewußtseins.
    Ich bemerkte, alles ist nacherzählt, ich weiß nichts. So wie ich es hier mache. Ich kann nichts. Ich sehe, was hier passiert. Ich habe Mittel, mit denen ich arbeiten kann. Dann kommt etwas heraus, aber es ist eigentlich nichts von mir, aus mir selbst kommt nichts; meine Beiträge sind die Leute selbst. Das ist zu umständlich beschrieben.








  8. Es war naß, keineLustWetter.

    Als ich gestern eine Waschmaschine abholte und im Golf II (90 PS, Automatik, aber mit Fensterkurbeln) nach Hause fuhr (die Lieferung an die Trippernutte war für heute geplant, es ist mir leicht alles zuviel, vor allem so ein Scheiß), hielt ich korrekt bremsend an einer gelben Ampel, und nach ein, zwei Sekunden knallte mir leicht ein Ford Ka drauf.
    Zur Seite, Polizei, Daten aufnehmen, das Papier ist unbrauchbar, die Polizistin, wie so oft: Mitte 20, lange blonde Haare, Pferdeschwanz, sehr freundliches, fast strahlendes Auftreten; wahrscheinlich noch in der Ausbildung. Sie war im Umgang völlig normal, ohne dieses Polizistenchefauftreten. Polizisten, die in fast amerikanischer Spielfilmmanier ihre Aufgabe verrichten.
    Am Wagen ist kaum etwas zu sehen, aber es gibt Lackspuren und mechanische Spuren im Bereich unter dem Stoßfänger. Ich gehe davon aus, daß die Versicherung einen festzustellenden Schaden bezahlt.

    Fast bin ich froh, daß ich bei dem behördlich festgestellten Unfall nicht gestorben bin. Frau Birdy ist im Forum abgetreten, sie hat es nicht mehr ausgehalten, zuwenig Spaß, zuwenig Freude, mehr Ärger, und noch mehr.

    Ach, da fällt mir ein, sie hatte damals (damals - zack, sie ist längst Geschichte) so herumgemeckert, von wegen der Perversionsthemen und der Dokumente in ihnen, daß ihrem Meckern (von der damals geschwächten Eule; sie hatte andere Sorgen, als Einwände ordentlich zu überprüfen; ich verstehe das gut) nachgegeben wurde und Perversionsthemen und Dokumente verschwanden, einfach so. Und jetzt ist sie weg, einfach so.

    Damit hier mal wieder etwas zu sehen ist, wiederhole ich ein Foto, das so ähnlich wahrscheinlich schon zu sehen war.
    Das Foto ist mir in den (zugegeben unterzuckerten) Sinn gekommen, als ich dachte, Birdy ist weg, ihre Figur wird zergehen.

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  9. 20. Januar 2012.

    Heute ist ein Freitag.
    Gestern ließ ich meine Schwester in meine Wohnung. Dort gibt es einen kurzen Flur, eine fensterlose Naßzelle, eine kleine Küche, ein kleines Zimmer und ein großes Zimmer. Wir hielten uns in der sogenannten Wohnstube auf.
    Die Schwester sah sich um und wirkte fassungsarm. Sie sagte nur: Du mußt renovieren, es ist ja alles dreckig. Ich sah mich um und gab zu, daß ich mich an alles gewöhnt hatte, schon längst.
    In den letzten vielen Monaten sagte ich bei Möglichkeit, daß ich gerade noch so meine dringendsten Pflichten schaffe, mehr nicht.
    Manchmal atmete ich schwer, in Stößen, obwohl ich nichts machte.

    Heute schrieb ich der Schwester, daß es ihr letzter Besuch in meiner Mietsache war.
    Ich habe nun keine Schwester mehr, alleiner fühle ich mich nicht.
  10. Lieber Svensgar.


    Ich brauche mehr Geld, und bin mir nicht sicher, wo ich es hernehmen soll. Die Grundsicherung, die mir zugestanden wird, reicht gerade mal, täglich meine Blase und meinen Darm zu füllen sowie die Raten für meinen 37er-Fernseher abzuzahlen. Jedes Gramm Standard-Hasch, mehr als Standard ist nie drin, und jeden Liter Wodka muß ich mir mühsamst ersparen. Wenigstens bin ich bei meiner Krüppelkasse von jeden Zuzahlungen befreit und habe auch keine GEZ-Gebühren zu zahlen, aber so verarmt macht es keinen Spaß, dem Überleben hinterherzurollen.
    Mein Rollstuhl muß manuell bewegt werden, einen elektrischen verwehrt mir die Kasse. Meine Armmuskulatur ist frauentypisch schwächlich und erlaubt mir nur eine geringe Mobilität. Außer einem erschlichenen Abitur und einem Volkshochschulkurs in Buchhaltung kann ich keine Papiere vorweisen, habe ich keine Referenzen, keine Beziehungen. Ich bin beinloses Mittelmaß, muß mir meine Nischen mühsam suchen.

    Robert Canon, mein Hauskrankenpfleger, schlug mir kürzlich vor, unsere dubiosen Fotoaufnahmen auszubauen und eine kommerzielle Nutzung zu versuchen, er würde das schon regeln (also bestimmen). Ich weiß nicht um Roberts Phantasien, aber ich glaube, wir haben die möglichen Motive langsam ausgereizt und nicht mehr soviel Verkaufenswertes zu erstellen.

    Nebenbei bat ich ihn, ein wie normales Foto von mir zu machen, das ich meiner Mutter schicken könnte, ohne daß sie denkt, was sie für eine schreckliche Tochter hat.

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    Früher, in jungen, jugendlichen Jahren, führte ich lukrative Nebendienste aus, eigenbestimmt und ohne feste Arbeitszeiten. Ich verfügte noch über zwei Beine, mit denen ich bestens betonen konnte, was mich ernährte und einen mindestens mittleren Konsumstandard zu führen in der Lage hielt. Ja, ich arbeitete als Gelegenheitsprostituierte und das schon als 14jährige. Damals wartete ich noch auf das Wachsen meiner Brüste und die Behaarung meiner Scham (die früher gerne getragen wurde), was aber meinen Marktchancen keinen Abbruch tat. Längere Zeiten gelang es mir, ausschließlich durch orale Praktikationen jugendliche Bedürfnisse zu erfüllen; ich ging auf keinen Strich, arbeitete ausschließlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Damals.





  11. Lieber Svensgar.


    Für meinen Grabstein:

    Sie war ein großartiges Nichts, eine Kulisse; sie nicht gekannt zu haben, ist kein Versäumnis.


    ... Ich hatte ihn bis dahin noch nie nackt gesehen, und blickte begrenzt interessiert auf seinen Schritt. Nicht aus Lust, eher um mal wieder einen echten, an einem Leib anhaftenden Penis zu betrachten. Es war ein gewöhnliches Glied, klein sogar, mit komplett vorhandener Vorhaut. Letztere war, dem Herrn sei Dank, nicht zurückgezogen, sondern bedeckte züchtig die Eichel. Seine Hoden waren noch unscheinbarer, hinter dem Schaft kaum auszumachen, ihr Sack war wenig mit krausen Haaren bestückt. Ich erkannte keine Anzeichen einer Versteifung, schlaff und verknittert hing sein Ding herunter.

    Robert holte wie selbstverständlich die Minolta und eine Plastikplane aus seinem Pflegekoffer, steckte eine neue Speicherkarte in die Kamera und legte die Plastik über seine hängende Schulter; er schien sich nicht an diesem Bild zweier Nackter zu stören. Mir wurde bereits etwas kalt und ich hielt Robert zur Eile an, nicht wissend, was er eigentlich vorhatte.

    Er trat auf mich zu, packte mich unter meinen Arschbacken und trug mich in das Badezimmer. Dabei war ich ihm sehr nahe, mußte seinen stechenden Schweißgeruch riechen. Ich hielt meinen Atem an, bis er mich in der leeren Badewanne ablegte. Er ging zum Klo und legte die Schüssel mit der plastiken Plane aus, hernach hob er mich über diese Installation und steckte mich in dieselbe. Ich mußte mich mit den Armen am Klorand abstützen, um meine empfindlichen Stümpfe so wenig als möglich zu belasten.

    Er quatschte etwas von Trainspotting und wurde ganz aufgeregt.
    Ich wand mich in der Kloschüssel, posierte herum, und er machte mit weiterhin wenig durchblutetem Glied seine Fotos, schien aber nicht ganz zufrieden zu sein.
    Plötzlich stürmte er aus dem Bad und kam mit einer Großbüchse Linseneintopf zurück. Er entdeckelte die Konserve und goß, ehe ich großartig zu protestieren vermochte, die wie Kacke braune und wie Linsen stinkende Suppe über mich. Es ekelte mich und ich war fähig, echte Reaktionen zu zeigen. Zum einen war der Eintopf kalt, meine handtellergroßen Brustwarzen mit den aufgerichteten Nippeln verrieten es, und zum anderen mag ich Linsen überhaupt nicht, auch nicht essen.

    Das Zeug verklebte meine schönen blonden Kopfhaare, floß mir den Hals herab, bedeckte komplett meine kompletten Brüste und schließlich meinen ganzen kaputten Leib. Ich spürte den Linsenbrei durch meine Arsch- und Scheidenritze auf das Plastik ablaufen, rechnete schon mit mehreren unangenehmen und nicht einladend aussehenden Grieben an meinen noch ziemlich strammen Schamlippen, dazu fingen meine entzündeten rectalen Venen zu brennen an.
    Immer noch im Klo steckend, schrie ich Robert an, was das denn nun solle. Er stand jedoch unerreichbare zwei Meter von mir entfernt, wies mich darauf hin, daß er fast fertig sei und ich bis dahin mein Bestes geben sollte.
    Ich konzentrierte mich, versuchte, alles nicht so wichtig zu nehmen, tat wie erregt und rieb wie ein gutes Modell mit der einen Hand die Linsenscheiße über meine Brüste und mit der anderen Hand versuchte ich, einzelne Linsen in meiner Scheidenspalte zu versenken.
    Robert Canon lächelte entrückt wie zufrieden, als die Speicherkarte voll war. Dabei schwoll sein Penis ein klein wenig an, wie ich nebenbei bemerkte.
    Ich schüttelte mich und ließ mich vom erschöpft wirkenden Robert in der Badewanne ablegen und sorgfältig abbrausen. Als ausgebildeter Pfleger legte er besonderen Wert auf ein sauberes Geschlecht; obwohl ich unten rasiert war, beschäftigte er sich fast mehr als nötig, mir die Linsen wieder herauszupulen. Dabei vergaß ich fast, daß er noch immer nackig war, so sehr wenig erotisch war er in diesem Zustand und seinen Bewegungen und so sehr fertig war ich.

    Schließlich zog er uns beide wieder an, brachte das Klo in Ordnung, verband meine Stumpen frisch und holte die Linsen aus dem Abflußsieb der Badewanne, steckte sie ein. Die Speicherkarte war seine und mein Ausweis war verlängert, wir waren quitt.




















  12. Heute ist ein Samstag.

    Und heute ist Silvester. Ich habe nicht vor, mich an öffentlichen oder privaten Feiereien zu beteiligen.
    Gestern ärgerte ich mich über das Angebot in den Verkaufsstellen sogenannter Bäckereien; es gab keinen Käsekuchen, sondern nur diese blöden scheußlichen schrecklichen Pfannkuchen zu kaufen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich in einem Jahr, Ende 2012, hier immer noch herumschreibe.

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    So ein Mensch wie ich kann doch nicht ewig sterben; es ist doch offensichtlich, wie sehr ich keine Lust mehr habe.
  13. Lieber Sonstetwas.

    Es ist kalt. Die meiste Zeit verbringe ich vor dem laufenden Fön.
    Einer für zehn Euro, Karstadt, mehr vom Leben. Er hat zwei Stufen, halbwarm und warm. Kalt auch. Also drei Stufen.
    Ich werde, außer wenn Robert Canon, mein Pfleger gegen Geld, mich aufsucht, auch den Rest der Winterzeit vor dem Elektroheizer verbringen; weil es Geborgenheit vermittelt, im Warmluftstrom vor mich hin zu mümmeln. Ich vermisse dann keine Aufregung oder körperliche Anstrengung. Nur beim seltenen Masturbieren bleibt er abgestellt ... aus privaten Gründen.

    Bereits als Kind habe ich bei jeder Gelegenheit, auch im Sommer, das großkaliberige 3000 Watt-Heizgerät meiner Mutter aus ihren stets schlecht gewählten Verstecken geholt. Sie konnte ja nicht immer zuhause sein; es war eine Lösung für uns beide. Der Warmluftstrom hat mir zeitlebens Körperwärme ersetzt. Meine Liebesaffären waren ausschließlich elektrischer Art.



    Wie schon im letzten Brief beschrieben, mußte ich mit meinem Pfleger Robert Canon die für mich zuständige Meldestelle aufsuchen, um einen abgelaufenen Personalausweis erneuern zu lassen. Robert hatte ich für diese Dienstleistung eine ebensolche versprochen. Ich spüre bei seinen komischen Fotoaktionen keine Erregungen, nicht im Kopf und nicht im Unterleib, nicht einmal wesentliche Schamgefühle, ich sehe alles mehr als Gefallen denn als Nötigung.

    In meiner Behindertenwohnung angekomnen, nahm mir Robert die Verbände meiner noch immer wunden Stümpfe ab. entfernte geübt, das muß man ihm lassen, angesammelten Eiter und Wundbrei, und tupfte hernach anscheinend nie versiegende Wundsäfte ab.
    Ich lag dabei nur mit Schlüpfer und Hemdchen behangen auf dem Küchentisch; einfach weil es praktisch war, dort mit wenigen Blättern einer Küchenrolle Körperschmutz weggewischt werden kann. Hygiene war immer wichtig.
    Mich frisch stumpengewickelt, schlug Robert vor, nun mit dem Fotografieren zu beginnen. Ich sehnte mich nach meinem Fön und stimmte zu.
    Wie sonst auch, sollte ich mich erst einmal ausziehen. Ich tat es und wunderte mich, daß Robert mitzog, nicht an mir, bei sich selbst. Er erklärte, die Fotos würden realistischer und weniger gestellt wirken, wenn wir beide sie ohne Kleidungen erarbeiteten.

    Ich hatte ihn bis dahin noch nie nackt gesehen ...




  14. Liebe Anike.

    Heute ist ein Mittwoch.

    Ich werde zunehmend zum Gespenst, nicht nur wegen fehlender Gliedmaßen. Ich wandele wie als Tote umher, soweit es der Aktionsradius meines Rollstuhles zuläßt. Soziale Kontakte sind weitgehend verwest, die Halbverwesten frieren jetzt zum Jahreswechsel, Winter, ein, Neue gibt es nicht.

    Was wird man später über mich sagen, behaupten, wissen?
    Ihre Scheidenfrequenz war Zeit ihres Lebens niedrig.
    Wer?
    Die Vergangenheit ist der passende Ort für sie.




    Letzte Woche besuchte ich eine Meldestelle, um meinen abgelaufenen (abgelaufenen - welch ein Hohn) Personalausweis erneuern zu lassen. Robert Canon, mein ausgebildeter Hauskrankenpfleger, war so freundlich, meinen teilverstümmelten Körper dorthin zu fahren. (Ich mußte dafür versprechen, ihm in nächster Zeit mal wieder als zweifelhaftes Modell zur Fotoverfügung zu liegen).
    Aufgrund meiner Stumpen habe ich mir vor Monaten eine Art Sitzschale anfertigen lassen, die wie ein Kindersitz im Auto festgeschnallt wird. Dort hinein steckte mich Robert (ich nenne ihn eigentlich nur noch den weichgekochten Bert), damit ich derart gehalten eine Beifahrerin sein kann, die nicht dauernd von ihrem Sitz kippt; die Krankenkassen bezahlen solche Hilfsmittel.
    Wenn meine Stumpen dauerhaft hornfrei bleiben und vielleicht mal verheilen, ich meinen Überlebensmut nicht ganz verloren habe, beantrage ich Beinprothesen. Mit denen werde ich kaum laufen können (meine verbliebenen Oberschenkel sind mehr breit als lang, also zu kurz), sie werden wohl eher als optische Retusche oder als zusätzlicher Reiz beim Fotografieren dienen müssen.

    Auf der zuständigen Meldestelle schob mich Robert Canon in den Warteraum, zog eine Nummer, klemmte sie mir unter den rechten Stumpf und ging erst einmal eine Zigarette rauchen. Die anderen Wartenden glotzten mich und meine gekürzten Glieder wie fasziniert an, ließen mich beim Aufruf der nächsten Wartenummer vor. Robert war noch nicht zurück und so entriegelte ich die Stuhlbremse und rollerte mich in den zuständigen Dienstbereich. Ein überfreundlicher Beamter, Schnauzbartträger wie Robert, also Ostler, Spießer oder Schwuler, füllte mir das Antragsformular aus, als ob ich armamputiert wäre. Ich wackelte mit meinen Stumpen und ließ es geschehen. Bei der Frage nach meiner Größe stockte er. Es war ihm sichtlich wie peinlich. Er wand sich, ohne seinen gesenkten Blick von meinem Schritt zu nehmen. Also kratzte ich mich provozierend an meiner stillgelegten Muschi, er leckte kurz über seine schmale Oberlippe und blickte mir wieder in meine traurigen Augen.
    Wie, groß, ähh, wie lang ich denn nun sei, fragte er. Ich wußte es nicht, ich hatte es nie nachgemessen oder nachmessen lassen. Zu diesem Meßzweck gab es an der Dienstwand ein festgedübelte Meßlatte, die allerdings erst bei 1,40 Meter zu skalieren begann. Früher, mit kompletten Beinen, maß ich knapp 1,70 Meter, jetzt grobschätzte ich mich auf einen Meter, wobei die Frage war, mit Stümpfen oder ohne, denn auf ihnen stehen kann ich ohnehin nicht, zu sehr schmerzend sind die noch offenen Wunden.
    Mir war die Angelegenheit lästig geworden, ich rechnete schon mit unsittlichen Angeboten des Beamten, mich im Frühstücksraum von seinen Kollegen ausmessen zu lassen. Aber der Mann mir gegenüber war moralisch unzweifelhaft und kam mir entgegen. Er ließ einfach im Antragsbogen das entsprechende Feld frei und machte weiter, als ob nichts gewesen wäre. Rasch war die Sache dann erledigt und Robert, der mich schon gesucht hatte, übernahm meinen Stuhl und schob mich zurück zu seinen Wagen, steckte mich in die Schale, und fuhr mich heim in meine kleine Behindertenwohnung. Dort hieß er mich den versprochenen Gefallen einlösen, dem ich unlustig nachkam.

    Ich muß erst noch die Wörter suchen, dieses wieder eher unangenehme Ereignis beschreiben zu können. Wenn sie da sind, hörst Du wieder von mir. Wenn nicht, auch.

  15. Heute ist ein Dienstag,

    ich habe wieder etwas gefunden. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob es sich um eine Plastiktitte oder einen Vogelkadaver handelte.
    Ich mußte meinen Kadaver-LKW umständlich wenden (das dauert unglaublich lange, da die Ampelphasen am weitläufigen Alexanderplatz so angelegt sind, den ambitionierten Kraftfahrer durch Stillstand zu ärgern) und gekonnt parken, zum Tatort marschieren und die Sache zwischen Autokolonnen zur Datei machen; sie hat den Namen Alex/38.


    Es handelt sich um ein harmloses Foto, das kaum Ekelerregendes wie Appetitanregendes zeigt oder Lust dazu macht, es als Ärgernis zu erleben.

    Ich suche stets ein Foto aus, das nicht sehr genau die Verformungen des toten Tieres präsentiert.
    Das ist selbstverständlich, ich möchte nicht noch einmal als Beitragslump am DF-Pranger herumlungern.

    Unnötig zu erwähnen, daß ich nichts an der Sache veränderte, nicht am Kadaver, nicht am Foto.


    Ich weiß, das ist ein Beitrag für den Ordner Tod in Berlin oder Tod im Alltag ... ich muß erst einmal sehen, wie er heißt, der Ordner.
    Ja, Tod im Alltag. Dort zeige ich weitere Fotos derselbigen Sache, falls es jemand interessiert. Die anderen können ja anderes betrachten.
    Es ist es egal. Also sind Sie hier wie zuhause.











    27. Dezember 2011, Mitte, am Alexanderplatz.



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