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  1. Ich würde gerne wissen, ob wir etwas über allgemeine Struktur der erkannten Objekte aussagen können: also was erkennt das Subjekt? Dabei denke ich nicht an bestimmte Eigenschaften der Objekte, wie Größe, Gewicht oder Farbe, sondern ich möchte gerne wissen, wie diese Dinge existieren und warum sie überhaupt existieren?

    Leibniz fragte sich: warum existiert überhaupt etwas und nicht nur nichts? Es ist erstaunlich und verwunderlich dass überhaupt etwas existiert: also warum existiert etwas?

    Diese Frage ist rein metaphysisch gedacht. Für Aristoteles war die Metaphysik "prima philosophia". Dieser Teil der Philosophie beschäftigt sich einerseits mit dem Seienden als Seiendem, und andererseits mit dem höchsten SEIN.

    Bis zur Neuzeit wurde die Metaphysik in der Philosophie weiterhin so behandelt, aber dann wurde sie von der Erkenntnistheorie abgelöst. Was kann die Epistemologie über das Seiende aussagen?
  2. Es gibt viele Atheisten im Internet die keine Ahnung haben, dass ihre materialistische Weltsicht passe ist, die QM- hat sie schon längst begraben. Hier möchte ich paar Worte über naiven Realismus schreiben, dem dieser materialistische Atheismus völlig verfallen ist.

    Realismus ist eine Weltsicht, die besagt, dass es eine Wirklichkeit gibt, und dass wir Menschen diese Wirklichkeit "an sich" erkennen können. Hier paar Optionen:

    1) Der ontologische Realist behauptet, dass es eine reale Außenwelt gibt, unabhängig von unserer Wahrnehmung und Bewußtsein. Die gäbe es auch dann, wenn es uns Menschen nicht gäbe. Hier kommt die Rolle des Beobachters ins Spiel. Diese Aussage ist vollkommen falsch. Der Beweis ist trivial: Ohne Bewußtsein gibt es kein Wesen, das es wahrnehmen könnte, und somit ist diese Aussage falsch. Wenn es keine bewußte Lebewesen gibt, dann kann es keine Realität geben. Wer sollte es wahrnehmen? D. h. ontologischer Realist ist sich seiner inkonsistenten Behauptung wohl bewußt, dennoch haltet er an ihr fest!

    Warum? Weil er sonst den Boden unter den Füßen verlieren würde, wenn er anders argumentieren würde. Dennoch, die objektive Realität muss existieren, und das zeigt uns, dass es Gott geben muss, der als Beobachter in dieser Causa fungiert.

    Er ist omnipotent, omniszient und omnibenevolent. Er generiert alles, weil Er absolutes Sein ist. Darum existiert die Welt auch objektiv, denn Gott ist dabei als Beobacher bzw. Kreator da.

    Fazit: objektive Realität können wir Menschen weder "an sich" noch völlig objektiv erkennen. Sie ist aber da, weil Gott da ist. Ohne Gott als Beobacher, kann auch keine objektive Realität existieren. D. h. Gott ist die bewußte, absolute und objektive Realität.

    2) Der erkenntnistheoretische Realist. Er ist der Meinung, dass wir auch das "Ding an sich" erkennen können. Wie er das anstellt, das verratet er keinen. Es kann sich nur um eine Projektion handeln. Alerdings bedeutet die Notwendigkeit, die Welt zu projizieren, eine gewisse Einschränkung ihrer Erkennbarkeit.

    Fazit: Erkenntnistheoretischer Realist ist naiv, indem er die Materie die er nicht mal definieren kann, für "objektive Realität" hält. Er weiß nicht was Materie ist, dennoch glaubt er das "Ding an sich" zu erkennen. Nun aber, da bekommt er es mit dem Induktionsproblem zu tun. Unsere Erkenntnis ist reiner Glaube. In der Diskussion um die Herkunft das Universums geht es um Plausibilitäten und Approximationen, keinesfalls um Wahrheit. Eine Theorie die 60 % richtig ist, ist noch immer falsch.

    Erkenntnistheoretischer Realist ist gescheitert an seinem Unvermögen die Materie zu definieren, und an der Tatsache, dass er "das Ding an sich" nicht erkennen kann.

    "Das Ding an sich" ist aber noch immer nicht die objektive Realität. Er ist ein Gläubiger, der seine Weltsicht niemals rational begründen kann.

    3) Der methodologische Realist ist Wissenschaftsgläubiger. Er erfindet die Modi, wie wir etwas über die Welt erfahren können. Er ist der Meinung, dass die Wissenschaft "real" und "objektiv" die Strukturen der Welt erkennt und definiert. Er ist der Meinung, dass unser Wissen fehlbar, aber auch korrigierbar ist.

    Theorien leisten eine Zusammenfassung durch Verallgemeinerungen, Regelmässigkeiten und Gesetze. Für so einen ist die Wissenschaft konvergent. Das stimmt, aber er ist sich auch bewußt, dass die Theorien daran scheitern, weil sich die Welt nicht so verhält wie es Theorien beschreiben.

    Fazit: Der methodologische Realist ist ein Narr. Er weiß dass er im Unrecht ist, dennoch behauptet er, dass er die Wirklichkeit real und objektiv beschreibt, um später zuzugeben, dass die Theorien doch daran scheitern, weil sich die Wirklichkeit nicht so verhält wie es die Theorie will. Also, er ist gläubig, irrational gläubig und dennoch überzeugt, die reale Welt erkannt zu haben. Die Wissenschaft hat gar nichts mit der objektiven Realität zu tun und damit auch nichts mit Wahrheit.

    Realismus verdoppelt die Welt! Er steht und fällt mit Verdoppelung der Welt, da er sie an der Wirklichkeit überprüfen muss. Er denkt, spricht und schreibt in menschlichen Kategorien. Objektive Realität ist aber undenkbar, unaussprechbar und unbeschreibbar.

    Die naiven Realisten können uns keinesfalls ein Verfahren nennen, wie man herausfinden kann, ob das was wir als Naturwissenschaftler behaupten, auch richtig ist. Sie können uns kein Kriterium nennen, an dem wir uns festmachen können, und sagen, jetzt nähern wir uns der Wahrheit. Indem die Beweise nur auf Plausibilitäten beruhen, kommt es nur auf die Erfahrung des Wissenschaftlers an, etwas zu glauben oder nicht. Nämlich, die objektive Realität kann genau das Gegenteil sein.
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