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  1. Meine Interpretation, zugegeben eine recht frei, des Rush-Songs Bravado, der mir seit zwei Tagen nicht mehr aus dem Schädel will!


    ….auch wenn es das Leben kostet?
    Bist du bereit den Preis zu zahlen,
    bis zu letzten Konsequenz?
    Das Verbrennen riskieren
    wenn du nach der Sonne greifst?
    Bereit zu kämpfen,
    damit der Traum nicht endet
    bevor er beginnt?
    Willst du das Paradies verloren geben
    nur weil das mögliche unmöglich scheint?
    Soll die Hoffnung Opfer werden,
    nur weil der Weg zu weit?
    Wie willst du wissen
    ob nicht die Liebe bleibt,
    wenn du nicht bereit bist
    den Preis bis zur letzten
    Konsequenz zu zahlen, auch
    wenn dies deinen tot bedeutet?
    Ich weiß es nicht!
    Vielleicht...
    wenn du mir dabei hilfst!​


    Mögt es oder hasst es! Ach was, lasst es einfach Ihr alle habt sowieso keine Ahnung!!
    FreniIshtar gefällt das.
  2. Ankommen und Weggehen, wiederholen, Wiederholung! Bloßes im Kreise drehen um immer wieder dort anzukommen, wo man schon war und wo man nicht sein will, ohne dass man jemals dort gewesen ist, wo man eigentlich hinwollte. Ergeben? Oder Ausgeliefert? Ein Schicksal, dass einem immer wieder dorthin zurückwirft. Ein Schicksal welches einem immer bloß das nackte Sein vor Augen führt. Jeder Versuch des Aussteigens ist zum Scheitern verurteilt. Wie unter Zwang, Versuch um Versuch etwas zu verändern um vielleicht doch dorthin zu gelangen, wo man noch nicht war, auch ohne zu wissen, ob man dort überhaupt hin möchte. Stetiges Streben nach Bildern, nach Trugbildern, die einem bloß das vorgaukeln, was man zu sehen gewillt ist. Billigende Inkaufnahme von Lügen! Lebenslügen?
  3. Wenn ich schreiben könnte, würde ich Bücher füllen über die Wunder der Welt. Wenn ich erzählen könnte, würde ich die schönsten Geschichten erfinden. Wenn ich malen könnte, würde ich Farbe in jedes grau bringen. Ja, man möchte so vieles! Ich für meinen Teil möchte, so gut es mir eben möglich ist, die Phantasie anregen. Möchte Phantasie auf den Weg bringen, möchte mich auf den Weg bringen. Durch das Gespräch aber auch durch den Streit der in mir selbst und in denen ist, die wie ich suchen. Durch Bewegung Begegnung schaffen. Einem Ziel folgen, dass man selbst noch nicht oder nur schemenhaft erkennen kann. Wer mitmacht, der macht mit. Wer es lässt, nicht kennt oder es kennt und nicht mitmachen will, der lässt es eben. Die Entscheidung fällt jeder selbst. Aber dies sei gesagt, die Sicherheitszone der Vernunft in der es sich so heimelig einrichten lässt ist oft bloß ein Umweg, denn früher oder später kommt jeder an der Unvernunft vorbei. Und dann? Ja dann, heißt es vernünftig oder unvernünftig sein. Denn wo steht geschrieben, dass sich das Rad der Welt in den Lagern der Vernunft dreht? Eben! Oft ist die Unvernunft die uns zu dem treibt, dass Großartiges, das nicht für möglich gehaltenes in unser Bewusstsein tritt und unsere Visionen so stark werden lässt, dass sich die Wirklichkeit durch unsere Phantasie verändert. Eine Wirklichkeit, von der wir sowieso nicht wissen ob sie wirklich ist. Und würden wir es wissen, was würde es ändern?
    Andersdenk gefällt das.
  4. Du hast dich umgebracht. Einfach so die Reißleine, einen Schlussstrich gezogen. Nichts gesagt. Niemanden! Hast keinem die Möglichkeit gegeben, deinen Entschluss aus dem Leben zu treten zu hinterfragen, dich aufzufangen. Du hast dem Leben den Rücken gekehrt ohne ein Wort, ohne eine große Geste, ohne etwas von dir zu hinterlassen. Das Wissen darum, dass es nichts gab, dass von Wert für dich war, lässt mich ratlos zurück. Manchmal besuche ich dich obschon ich weiß, dass du weder dort, wo ich dich besuche, noch sonst wo bist.
    Dir gefällt das.
  5. Wir laufen durch die Straßen. Sind immer auf den Sprung. Unentwegt sind wir Unterwegs, auch wenn wir nicht immer wissen wohin. Wir jagen unseren Zielen, oder dem was wir dafür halten, hinterher und vergessen dabei auch mal innezuhalten. Doch eines Tages, wenn wir des Hetzens müde sind, bleiben wir stehen und blicken uns um und es trifft uns wie ein Schlag. Da ist ja mehr! Wir streifen unsere Scheuklappen ab und erkennen, da ist mehr als bloßer Vorwärtsdrang und fokussiertes Vorwärtsstreben, da ist Welt um uns. Da ist Welt und wir sind mitten drinn. Es ist als würden ein grauer Schleier von unseren Augen gezogen denn, wir sehen auf einmal Farben. Wir sehen wie Herbstlaub durch die Häuserschluchten weht. Sehen die vielen, architektonisch so verschieden, Häuser und Gebäude, an denen wir tagein tagaus vorbeirennen, ohne von ihnen Notiz zu nehmen. Wir sehen aber auch Menschen, die mit Gesenken Häuptern, gleich Automaten, an uns vorbei strömen. Wir beobachten und folgen mit unserem Blick den Flug der Vögel und plötzlich sehen wir ihn, den Himmel! So endlos, so blau! Durchzogen nur von vereinzelten Wolken, die in ihrem ziehen so launisch sind wie man selbst. Mal sind sie zart weiß und im nächsten Augenblick drohen sie als stählern graue Ungetüme auf uns herabzustürzen. Wir fühlen uns plötzlich wieder wie Kinder, sehen die Welt wieder klar, riechen und hören Dinge, die wir schon längst vergessen meinten, weil wir sie solange nicht mehr gehört und gerochen haben. Für kurze Zeit, lassen wir den Zwang den wir uns selbst aufbürden hinter uns und Atmen frei. In Gedanken wünschten wir, mit den Vögeln zu ziehen, um die Welt mit ihren Augen zu sehen. Das Land würde unter uns dahinfließen wie ein träger Strom in dem alle Farben der Welt ineinander laufen. Am dunstverhangenen Horizont wären, in der Sonne glänzend, unsere nicht genützten Möglichkeiten und all die verpassten Gelegenheiten, gebirgshoch Aufgetürmt, zu erkennen. Und wenn auch alles fern scheint, so könnte es doch nicht klarer sein als hier und jetzt. Doch die Klarheit währt nur kurz! Jemand rempelt uns aus unseren Gedanken und der Mahlstrom der Getriebenen reißt uns wieder mit sich.
    hylozoik, Ellemaus und FreniIshtar gefällt das.
  6. Die Nacht senkt sich mehr und mehr über die Dächer und streut ihre Schatten an die Fronten der Häuser und Straßen, die sich nicht schnell genug vor ihr unter der Straßenbeleuchtung verstecken konnten. Herr W. starrt aus dem Dunkel seines Zimmers in die Nacht und wie immer bleibt sein Blick am einzig beleuchteten Fenster im Haus gegenüber hängen. Er sucht sie, und sie endtäuscht ihn nicht! Wieder steht sie dort im geöffneten Fenster und sucht wie er, so scheint es, mit ihren Blicken die Dunkelheit, ihrer beider Dunkelheit ab. Ein lauer Wind spielt in ihren Haaren nicht ohne ein wenig Chaos zu hinterlassen, was Herrn W. ein leises, sanftes Lächeln ins Gesicht zaubert. Sie weiß nichts von ihm, von ihm, Herrn W. und doch teilen sie Nacht für Nacht ihr beider größtes. Sie teilen sich die Einsamkeit! Oft hat Herr W. schon überlegt, ob er ihr ein Zeichen senden sollte, ihr zu signalisieren, du bist nicht allein. Doch Herr W. weiß, solch ein Zeichen würde all das zerstören was sie verbindet, was sie gemeinsam haben. Es würde sie beide ihrer Einsamkeit berauben. Herr W. tritt näher an das Fenster heran, legt seine Hand auf die Scheibe die ihn von der Dunkelheit trennt und versucht sie zu spüren. Vergeblich, so nah, bloß wenige Meter und doch, die Dunkelheit scheint undurchdringlich. Und so verbringt Herr W. mit ihr gemeinsam und doch jeder für sich die Nächte. Sie starren bar aller Hoffnung in die Dunkelheit der Nacht. Eine Dunkelheit, die ihre ganze Welt widerzuspiegeln scheint. Ob sie wenigstens ahnt nicht alleine zu sein?
    hylozoik gefällt das.
  7. Die, die diesen Weg schon gingen, kehrten niemals wieder. Der Fluss des Lebens führte sie, Schritt für Schritt, tiefer in einen lautlos jedoch gewaltig gefochtenen Kampf. Obschon gewappnet und armiert, konnte an dessen Ende doch nur der Verlust ihrer Existenz auf sie warten. Nach geschlagener Schlacht und aller Sinne beraubt, ist das Atmen zu einem Röcheln verkommen und der Körper nur noch unerträgliche Last. So schleppen sie sich, mit stumpfen und untauglich gewordenen Waffen, über die steinigen, ausgetrockneten und verbrannten Böden, die einst die blühenden Landschaften ihres Lebens waren, dem letzten Rastplatz zu. Noch einmal stillten sie im Fluss ihren Durst, bevor die Zeit sich von ihnen löste und der Fluss sie zu neuen Orten mit sich nahm. In der Auflösung von Zeit und Raum fand ihr Weg sein Ende. Doch für einen Moment, so schien es, wandten sie sich noch einmal um und blickten voll Wehmut auf ihre stolzen, in der Welt verbliebenen, toten Körper.
  8. Zwölf Glockenschläge trägt der Wind vom nahen Kirchturm herüber. Wieder liegt er wach. Sein Herz beginnt, wie immer zu dieser Stunde, zu rasen und er kennt, so glaubt er, auch den Grund. Es ist die Angst. Seine Angst! Weil er alleingelassen ist? Weil die Dunkelheit so vollkommen bedrohlich und undurchdringlich ist? Auch, aber vor allem, weil zur Mitternachtsstunde all sein gequältsein immer aufs Neue hervorbricht! Und plötzlich wieder Stille. Er dreht sich herum, versucht nicht das zu denken, was sein Verstand immer wieder aus den Tiefen hervorholt. Und doch, die Gedanken kommen, immer öfter kommen sie und sie gehen nicht mehr weg. Nisten sich ein. Kalte Erinnerungen! Wo waren die Anderen, als er sie brauchte? Sie ließen ihn einfach allein, wandten sich ab und überließen ihn dem…….Ja, auch sie hatten Angst. Auch sie waren besorgt, aber nicht um ihn sondern bloß um sich selbst. Er wusste, dass sie ihn gehört haben, ja gehört haben mussten, als er nach ihnen rief, ihre Hilfe brauchte. Aber sie kamen nicht! Und immer wieder dieselbe Frage! Warum, woran mag es gelegen haben? Haben sie nicht begriffen dass er alleine war, schutzlos war, wehrlos war? Sein Herz schlägt jetzt noch schneller und kalter Schweiß tritt ihm auf die Stirn. Er wollte bloß noch vergessen! Vergessen, was sie ihm angetan haben und was sie ihm weiterhin antun. Vielleicht wissen sie es nicht einmal, oder doch und es ist ihnen egal, dass er jede Nacht um dieselbe Stunde gebannt ist, gebannt in dunklen Erinnerungen. Aber sie mussten es doch wissen! Oder war er ihnen nicht wichtig genug? Warum? Er hat Angst verlassen und vergessen zu sein. Genau wie jetzt! Er wälzt sich herum und empfindet wie damals, durchlebt alles erneut. Aus all den Gefühlen tritt alleine nur mehr die Angst hervor. Er ruft, genauso wie er damals gerufen hat. Doch vergebens! Er ruft immer und immer wieder, bis seine Stimme versagt und die Ermattung über die Angst obsiegt. Draußen verkündet, in die Kälte der Nacht hinein, das Schlagen der Kirchturmglocken, die erste Stunde des Tages!
    Kaawi gefällt das.
  9. Dein Gesicht, gehalten von gequälten Händen, zerläuft vor meinen brachen Augen zu dickem Blut. Blut, welches vermischt mit meinem, als schwere Tropfen die Erde netzt. Ich will mich abwenden um nicht vom Anblick erschlagen zu werden, allein ich kann es nicht. Einer Bewegung nicht fähig, liegen wir beisammen auf hartem Grund und warten erschöpft und geschunden auf das was noch kommen mag. Irgendetwas scheint uns die Luft aus den schwachen Lungen zu saugen und mir graut vor diesem feindlichen dunkel, dass uns erdrückend umgibt. Meine Lippen suchen die deinen um dir meine letzte Luft zu spenden. Doch du drückst mich fort um flüsternd und mit bleichen Lippen Abschied zu sprechen. Schon ergreifen dich die Hände der Häscher, sie binden eine Schlinge um deinen feinen, gerade noch von mir geküssten Hals und ziehen dich hinauf in die balkenlose Höhe. Das Beben und zittern deiner Beine ist es, dass sich unauslöschlich in mir einbrennt. Fortgerissen, mein Leiden durchschlägt die trüben Himmel, die uns keinen Schutz gewehrten. Unser Heim, verbrannt im entvölkerten Tal, keine Zuflucht mag es mehr schenken, Niemanden!
  10. Es brennt! Feuer züngelt, leckt über das Gesicht. Die Augen trüben sich. Ein Schleier verwischt, was gestern noch klar. Enge in der Brust. Ein stechen von tausend Nadeln. Kein Lächeln schönt den Augenblick. Mein Gang ist schleppend, meine Sprache hart. Ich wollte zwei und mehr und teilte nur mich selbst. Da steh ich, fresse meine Eingeweide und kotz den Schnodder und den Rotz gleich wieder in die Welt. Was nützt es mir, das morgen heute gestern sein wird? Es ändert nichts an der Absurdität des ewigen Wiederkäuens. Luft vor mich herschiebend trage ich seit gestern das Heute ins Morgen hinein und werde doch nur Verborgener sein. Mein Sisyphos, jetzt und immerdar. Auch wenn der Stein längst zu Kiesel zerrieben sein wird.
    EarlyBird gefällt das.
  11. Eine kleine Fingerübung! Wie schreibe ich nichts bzw. wie schreibe ich etwas, was nichts ist? Also! Der vorliegende Text stellt nichts dar. Er dient lediglich dem üben und kann daher beliebig sprich, von jedermann verändert werden. Und damit genügend Text für die Übungen zur Verfügung steht, wird diese kurze Einleitung einfach mehrfach wiederholt. Einfach um die Seite vollzukriegen.

    Hinweis: Der vorliegende Text stellt nichts dar. Es ist ein sinnloser Text. Er dient lediglich zum üben und beinhaltet daher keine wertvollen oder sonstige Informationen.

    Es folgen; sinnlose Aufzählungen bzw. Aufzählungen von sinnlosen Aufzählungen, sowie das sinnlose Aufzählen von sinnlosen Aufzählungen.

    Was auch immer sie üben oder ändern wollen, üben oder ändern sie. Sollten sie nicht wissen, was sie üben oder ändern sollten, üben und ändern sie es trotz dem. Gibt schließlich genug, was es zu üben bzw. zu ändern gibt. Und wenn nicht, erfinden sie etwas, dass sich zu üben oder ändern lohnt.

    Hinweis zum Hinweis: Der vorliegende Text stellt noch immer nichts dar. Er ist immer noch ein sinnloser Text. Er dient immer noch lediglich zum Üben und beinhaltet daher immer noch keine wertvollen oder sonstige Informationen.

    Es folgen; immer noch sinnlose Aufzählungen bzw. Aufzählungen von immer noch sinnlosen Aufzählungen, sowie das immer noch sinnlose Aufzählen von immer noch sinnlosen Aufzählungen.

    Hinweis: Sollten sie, geehrter Leser, dies hier lesen, so heißt das, sie haben bis hierher durchgehalten, Hut ab! Aber nichts desto trotz, haben sie einiges an Lebenszeit beim lesen dieses sinnlosen Textes verplempert. Selbst schuld!
  12. Kurz nach sieben. Wie viel ist kurz? Das tut nichts zur Sache! Der Tag geht auf und doch ist es noch nachtdunkel. Kurz nach sieben mahnt zur Eile. Hektisches Gewese treibt aus dem Haus, hinaus auf die Straße. Es geht in die Stadt! Die Stadt staubt. Feinen, grauen Staub, staubt die Stadt. Feinstaub! Laub, Staub und Pfützen auf dunklen Steinplatten. Steinplatten über die Schritte hassten. Gesetzt von Menschen ohne Gesichter. Nichts war in ihnen zu erkennen, zu lesen. Gesichter wie hinter Glas, hinter verstaubtem Glas! Menschen im Staub, von denen man nicht weiß, wohin sie ihre Schritte führen. Menschen ohne Gesichter laufen durch Menschengruppen ohne Gesichter. Widerstandslos! Schritt um Schritt, laufen sie ins Nichts. Was sie hinterlassen ist Staub, feiner grauer Staub. Feinstaub!
  13. Er ist wie ein Haus in dem niemand lebt und durch das der Wind weht. Es ist kalt in Ihm! Nicht bloß dieser Tage, sondern immer. Eine Ruine im ewigen Winter! Die Stimmen die Ihn leiten sind gedämpft, sie sind tief und doch, sie sind fordernd. Jede Bewegung, jede Regung ist wie tiefgefroren, ist langsam und die Schatten die Ihm folgen, beginnen über Ihm zusammen zu wachsen. Und ständig zerspringt etwas in Ihm wie sprödes Glas. Atemzug um Atemzug atmet Er die Scherben aus, die wie Flitter um Ihn zu Boden fallen. Halt bietet bloß das schreiben! Messerscharf bring Er die Geographie seines inneren Schmerzes zu Papier, und schweigt kalt.
  14. Mit seiner rechten nahm er sich an der Hand, um sich heimzuführen. Weiß rann von den Bäumen im Park, als er unter ihnen hindurchging. Es sammelte sich in kleinen Pfützen, von wo es Tropfen für Tropfen wieder nach oben stieg. So schlenderte er, immer den Pfützen ausweichend, entlang dem mit schon geträumten Träumen gesäumten Weg, auf das schmale Haus zu, welches am Ende der Baumreihe mit starken Trossen gesichert vor Anker lag. Neben dem Eingang saß, auf einem grünen Gartenstuhl, ein einarmiger Mann in Galauniform, Bärenfellmütze und ordengeschmückter Brust. Mit seinem Holzbein, welches in einem tiefblauen, viel zu großen Stöckelschuh steckte, wippte er im Takt zur Musik, die aus dem Haus drang. Als der einarmig- holzbeinige ihm ansichtig wurde, stand er mühsam auf, zog mit seiner noch vorhandenen Hand seine Uniform zurecht, setzte sein bestes Lächeln auf und fordert mit einer einladenden Handbewegung, doch näher zu treten. Noch immer von seiner rechten geführt, trat er durch die Tür und fand sich unversehens in einem großen Saal wieder, dessen Parkett mehr als notwendig einer Wachspflege bedurfte, und der von seinen Ausmaßen nie und nimmer Platz in diesem schmalen Haus finden konnte. Seltsam, sehr seltsam dachte er. Bis auf eine sehr dünne mit einem Brautkleid gewandete Frau, mit opulenter jedoch schlecht sitzender Frisur, die an einem Stehtisch in der Mitte des Saales Zither spielte, war der Saal leer. Angetan von den Klängen und der Melodie, die die dünne Frau der Zither zu entlocken vermochte, lauschte er andächtig der Musik. Ein ungeschicktes Räuspern seinerseits, um sich bemerkbar zu machen, ließ die dünne Frau aufschrecken und mit dem Zitherspielen innehalten. Mit zusammengekniffenen Augen sah sie zu ihm herüber, schüttelte den Kopf, klappte die Zither zusammen und verstaute sie in ihrem unordentlichen Haupthaar. Gleichzeitig zog sie ein rotes Schlauchboot aus der Frisur, setzte sich hinein und paddelte damit aus dem Saal. Noch nicht ganz aus der Tür, hörte er sie rufen; „nein, ich habe nichts dagegen wenn Sie hier rauchen, von mir aus können Sie auch brennen, wenn Ihnen danach ist!“ Und weg war sie. Sonderbar, sehr sonderbar dachte er! So stand er noch eine Weile wie verloren in dem Saal, der für dieses schmale Haus viel zu groß schien, dann zuckte er kurz mit den Schultern, wandte sich um, nahm sich mit seiner rechten wieder an der Hand um sich, widerwillig, heimführen zu lassen….
  15. ......Das Erwachen erscheint wie das öffnen der bereits geöffneten Augen. Die Schwärze welche das Denken in Geiselhafft hielt, lichtet sich und Erkenntnis greift Platz. Der Reisende, gerade noch Spielball und den Gewalten ausgeliefert, wähnt sich plötzlich an einem Ort an dem die Dimensionen aufgehoben sind und für dessen Vorstellung und Benennung ihm die Worte fehlen. Jenem Unort, jenem Nichtort ohne Ausdehnung, außerhalb des Seienden und der Welt, an welchen das, was Gott genannt wird, verortet sein soll. Ist dies, so fragt sich der Reisende, der Ursprung der Welt? Wie aus einem unerschöpflichen Quell, ergießt sich rings um ihn, Raum und Zeit in das vor ihm ausgebreitet liegende Universum. Alles Strömen scheint aus dem Nichts zu kommen, einem Nichts, welches aus Nichts die Welt gebiert. Doch wo ist Gott? Wo ist der Schöpfer, der Beweger, der angeblich Verantwortung trägt für das was Welt genannt wird? Da ist keiner, Gott ist nicht!! Gott ist nicht, Gott ist nicht dröhnt die Erkenntnis in seinem Kopf. Und noch während sich dieser Gedanke seiner bemächtigt, wird er, so plötzlich wie er aus der Welt gerissen wurde, wieder in diese zurückgeschleudert. In jene Welt, von der einmal gesagt wurde, „dass sie die beste aller möglichen Welten ist“*. Ja denkt er, während er sich mit Raum und Zeit zu eben jener Welt manifestiert, sie ist die beste, da sie ist wie sie ist, auch wenn, oder gerade weil,….Gott nicht ist!!
    (*frei nach Leibnitz.)
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