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  1. Eigentlich entspricht es nicht meinem Wesen ein Tagebuch zu führen, und jetzt tue ich es doch.
    Sogar öffentlich-online.

    Vom Schreiben halte ich sehr viel, doch meine eigenen Erlebnisse schienen mir nie so wichtig, um sie in einem Buch festzuhalten.
    Außerdem: Einem Tagebuch einen Namen geben, es ansprechen?
    So nach dem Motto: "Liebe Peggy", oder "Liebes Tagebuch".
    Das erschien mir immer seltsam; obwohl ich Menschen bewundere, die das können, sich einem Buch anzuvertrauen.
    Es ist eine einseitige Sache, denn das Tagebuch gibt niemals Antwort.

    Und doch habe ich in meiner Jugendzeit viel mit der Hand geschrieben, und Bücher gefüllt.
    Es erschien mir sinnvoll, Zitate und Weisheiten, die ich irgendwo gelesen hatte, zu bewahren und aufzuschreiben. Und davon profitiere ich noch jetzt.

    Meine Schrift hat sich im Laufe der Zeit stets verändert. Wenn ich mich bemühe, dann gelingt es mir auch schön zu schreiben; bin ich in Eile, dann "fetze" ich.

    Wie bewundere ich doch die Kunst der Kalligraphie. Wieviel Zeit, wieviel Geduld dafür notwendig ist.

    Ein Blick zurück, mein Schriftbild aus vergangenen Tagen:

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  2. Alles im Leben ist einem Zyklus unterworfen, hat seine Zeit, seinen Anfang und sein Ende.

    Schon sehr zeitig morgens macht sich die "Saubermacherin" auf den Weg zu ihrer Wirkungsstätte.
    Beim Eintritt in die "Wartehalle" sieht sie schon die Kandidaten auf Paletten gestapelt und in Folie gehüllt der Dinge harren.
    Haben Geräte eine Seele? Wenn ja, dann wissen sie längst, welches Schicksal sie erwartet.

    Nun legt die "Saubermacherin" ihre Arbeitsmontur an. Eine Schutzbrille, Stulpen für die Unterarme, schnittfeste Handschuhe.
    So schnell ergeben sich Maschinen nicht. Hat nicht eine jede ihr eigenes Innenleben? Eben!

    Die ersten des Tages werden hereingefahren.
    Welche Krönung der Technik doch jedes einzelne Stück dereinst war. Zierde und Nutzen eines Haushalts. Doch nun ist ihre Lebenszeit schon fast vorüber. Der Mensch, noch niemals treuestes Wesen aller Geschöpfe, hat sich Besseres zugelegt. Neueres, Schöneres, mit allerneuester Technik verfeinert. Nur für ein paar seltene Exemplare (Ausnahmen gibt es immer) ist Nostalgie die Rettung. Sie werden in Museen ausgestellt. Schließlich will man sich später ja doch mancher antiken Stücke erinnern.

    Es ist soweit. Das einstige Wunder der Technik liegt auf dem stabilen Tisch.
    Die "Saubermacherin" braucht Platz für ihre Arbeit. Nun greift sie zur Zwickschere und befreit das gute alte Stück von seinem Netzkabel. Es wird es nie mehr brauchen.
    Jetzt kommt der Griff zum Schraubendreher. Wenn Geräte hassen können, dann dieses Geräusch!
    Doch die "Saubermacherin" tut ja nur ihre Pflicht, und ist an allem Geschehen nur die Ausführende.
    Schnell sind Schrauben weggeschraubt und der Gehäusedeckel abgenommen.
    Nun liegt das Innenleben frei. Wieder werden Kabel durchzwickt, Metallteile entnommen;
    eine Glasröhre "muss" zerschlagen werden, und der Kandidat wehrt sich durch Zischen seinerseits.
    Doch es hilft nichts.
    Schließlich ist das einstmals gute Ding aller seiner Beilagen befreit, und der nackte "Torso" liegt vor ihr. Rührend in seiner Einfachheit und Bloßheit.
    Sie nimmt ihn und lässt ihn sanft in einen dafür bereitgestellten weißfarbenen Plastikbehälter gleiten.
    Seine Lebensreise ist noch nicht ganz zu Ende.

  3. "Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
    und auf den Fluren laß die Winde los."


    Diese Worte, aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke, kamen mir heute in den Sinn,
    als ich Die Garten Tulln besuchte und mir ein kräftiges Lüftchen um die Ohren blies.
    Die Saison geht zu Ende, und ein letztes Mal leuchten die Dahlien auf, in den schönsten Farben.

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    Für alles ist es ein letztes Mal, und doch auch wieder nicht.
    "Kein Grund zur Wehmut", flüstert der Wind, der dir um die Nase weht.

    Muss man weise wie Buddha sein um es zu verstehen?

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    Oder genügt es, aus der Sicht eines Bauers, einer Bäuerin, die Dinge zu betrachten?

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    "Der Himmel ist so nah", flüstert alles...

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    Und du, entspannt in der Gartenliege, sanft wiegend,
    das Gesicht nach oben, ins Blaue, bist geneigt es zu glauben.

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    Alles hat seine Zeit....

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    Ich komme wieder.

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  4. Welcher Ort wäre besser geeignet um einen Einblick in vergangene Zeiten zu bekommen als ein Museum?
    Manchmal lächeln wir ein wenig im Rückblick auf Vergangenes; wie einfach, ja wie "primitiv" doch manches war, im Vergleich zu heute und unseren Möglichkeiten. Oder war vieles eben doch ganz einfach genial und fast nicht mehr zu überbieten?

    Wir befinden uns in einer Zeit, in der wir nach vorne blicken müssen; sehr viel hängt davon ab.
    Das Wohlergehen ganzer Generationen, der Fortschritt der Welt.

    Technik ist eine ideale Möglichkeit um das Gestern und das Morgen miteinander zu verbinden. Wir wollen auch in Zukunft so mobil bleiben wie bisher, und wir wollen die Umwelt schonen; große Herausforderungen.

    Solche Herausforderungen gab es schon immer, und die Menschen haben sie gemeistert.
    Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass uns Menschen der Gegenwart auch dieser Sprung in die Zukunft gelingen wird.
    Und in kommenden Jahrhunderten werden die Besucher eines Museums wieder staunen: So hat man damals gelebt?

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    "Tin Lizzie" - Automobil des 20. Jahrhunderts (Internationale Jury)

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    Alle Fotos: Technisches Museum - Wien