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Baerliner hat einige Blogs, die er abwechselnd benutzt und die er miteinander über Links verkettet hat.

Mein ältestes Blog ist Baerliners Weblog
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  1. Gestern an einem schönen Frühlingstag haben wir unsere 1. Kulturreise in dieser Saison ins Berliner Umland unternommen. Über den Brandenburger Veranstaltungskalender bin ich auf ein Harfenkonzert von Dagmar Flemmig gestoßen, deren Programm wir schon vor ein paar Jahren an anderer Stelle gehört haben. Und da es uns damals schon sehr gefiel, haben wir uns erneut, diesmal ins Bürgerhaus in Zernsdorf auf den Weg gemacht. Nach einem kurzen Spaziergang am Ufer des Lankensees begann die musikalische Rundreise, auf der die Harfinistin nicht nur die Konzertstücke der jeweiligen Epoche auf den entsprechenden Instrumenten virtouos spielte, sondern auch die Instrumente erklärte und Anekdoten usw. zu den Komponisten oder Ersterbauern einer neuen Harfenform erzählte.
    Hörbeispiele und ein Kurzvideo, in dem sie ihre Tourneeharfe vorstellt, gibt es auf ihrer Homepage. Natürlich auch einen Terminkalender ihrer diesjährigen Programme in Berlin und Brandenburg. Leider iwird das gestrige Konzert nicht wiederholt. Aber ich kann einen Besuch ihrer Konzerte allen empfehlen, die einen Besuch in Brandenburg vielleicht mit einem Konzertbesuch verknüpfen möchten.
  2. Ich bin heute mittag ins Pflegeheim der Johanniter zu meiner Mutter gefahren, denn sie ist heute in einen Neubau gezogen. An den Altbau wurden zwei Flügel, sog. Trabanten angebaut, wobei ein Teil des Altbaus zwischen den Flügeln abgerissen und der Verbindungsbau neu gebaut worden ist.

    Der Umzug war schon mal zur Probe im November durchgeführt worden :clown2:
    Ja, Ihr lest richtig: Auch an einem Mittwoch wurden die Möbel meiner Mutter von einer Umzugskolonne aus dem alten Zimmer per Fahrstuhl in das neue Zimmer transportiert. Das war so um die Mittagszeit. Der Umzug sollte ab 8 Uhr beginnen, so dass wir eigentlich meinten, dass meine Mutter gegen zehn an der Reihe sein müsse. Sie war aber eine der letzten, weil aus dem Altbau Bewohner verschiedener Etagen umzogen und mit der ersten Etage begonnen wurde, während meine Mutter im 4. Stock wohnte. Es klappte ganz gut mit dem Transport des Kleiderschrankes, den die Umzugsleute nicht mal zerlegten, sondern vorsichtig umkippten und auf Hunde legten.

    Die Bewohner wurden nach dem Frühstück im Neubau an Tischen von den ehrenamtlichen "Grünen Damen" und dem Pflegepersonal betreut. Als wir ungeduldig zwischen altem Zimmer und Neubau pendelten, sahen wir eine größere Gruppe zusammenstehen und diskutieren. Das war die Bauabnahme, die just erst am Tag des Umzugs kam, weil die Gewerke im Verzug waren und die Abnahme nicht zum vorgesehenen Termin erfolgen konnte. Wir dachten uns natürlich nichts Böses....

    Es gab für alle Würstchen und Buletten mit Kartoffelsalat zum Mittag und später Kaffee und Kuchen. Meine Mutter wird nach dem Essen müde, wenn sie bis dahin im Rollstuhl gesessen hat. Und so wurde das Bettzeug aus dem alten Zimmer geholt und meine Butter schlafen gelegt. Wir räumten die Umzugskisten in die beiden Schränke (einer wird vom Heim gestellt). Zu den vom Heim gestellten Möbeln gehören weiter das Pflegebett, ein Nachtschrank, ein Tisch vor dem etwa 40 cm bis zum Fußboden runter reichenden Fenster, ein kleines Sidebord und ein sog. Hochlehner.
    Eigene Möbel können die Bewohner mitnehmen, so sie Platz finden.

    Die Zimmer haben ein einheitliche Größe bis auf vier auf jeder Etage, die für Bewohner mit einem und ein großes, sehr schönes Bad, in dem das Licht durch Bewegungsmelder eingeschaltet wird. Dadurch ist aber der Platz des eigentlichen Zimmers begrenzt. Der Kleiderschrank vom Heim enthält bei 1m Länge lediglich ein Abteil für Wäsche und eines für Mantel, Anorak, Hosen usw. Einiges an Wäsche kann man dann noch im Sidebord unterbringen, dass aber auch nur 60 cm lang und vielleicht 80 hoch ist. Wir hätten ohne unsern Schrank, der mal zu Olafs Jugendzimmer gehörte, nicht alle Wäsche unterbringen können. Meine Frau wollte auch nichts wegwerfen, was eigentlich sinnvoll gewesen wäre, denn vieles ist immer gerade in der Wäsche.
    Weiter vorn hatte ich ja geschrieben, dass der Umzug zur Probe stattfand. Besser hätte ich den Ausdruck vergeblich benutzt, denn plötzlich raunte ein Angehöriger, dass die Bewohner wenigstens für eine Nacht wieder in ihren alten Zimmern schlafen und sich im Altbau aufhalten mussten, weil der Bau nicht abgenommen worden war. Der Mann vom Amt wollte vom Statiker den Nachweis haben, dass Gitter vor den Fenstern im Fall des Falles verhindern, dass die Gitter aus dem Fensterrahmen gerissen werden, wenn z.B. ein Pflegebdürftiger mit einer gewissen Kraft dagegen fällt. Dazu sollte der Statiker bis zum nächsten Tag eine Berechnung vorlegen. Wir waren noch guten Mutes und meinten, dass das ja kein Problem sein sollte, eine solche Berechnung auf dem PC durchzuführen. Und haben nur die nötigste Wäsche zurückgebracht. Die Umzugskolonne brachte aber auch die Möbel und vor allem die Fernseher zurück, wenn die Angehörigen darauf bestanden. Die meisten wollten dies aber nicht, denn es sollte sich ja nur um einen oder zwei Tage verzögern.
    Aus den maximal 2 Tagen wurden zwei Monate wie wir heute wissen. Denn der Nachweis war nicht rechnerisch zu erbringen wie der Statiker heraus fand. Also musste die BAM (Bundesanstalt für Materialforschung) ran und einen Crashtest mit zwei Gittern durchführen. Bei dem Test wurde dann ein Gitter aus dem ensterrahmen gerissen. Also mussten neue Gitter her und in der Mauer verankert werden. Diese Lösung ließ sich auch vom Statiker berechnen. Nun gaben die Angehörigen auf einer Info-Veranstaltung nicht nur den Verantwortlichen von den Johannitern die Schuld an dem Schildbürgerstreich, denn man macht doch keinen Umzug , wenn ein Neubau noch nicht abgenommen ist. Und die Baufirma müsse ja auch inkompetent sein. Der Bauleiter erklärte, dass die Firma schon viele Altenheime ohne Probleme bei der Abnahme fertiggestellt haben und dass ein Statiknachweis erstmals verlangt worden sei. Man machte sich dann weiter Luft wegen schlechter Organisation während der gesamten Bauzeit, die erheblich länger dauerte als geplant. Dabei mussten Küche und der zentrale Speisesaal abgerissen werden, die Fahrstühle waren nicht benutzbar, jedenfalls nicht bis zum Erdgeschoss. Deshalb musste ein provisorischer Rollstuhllift im Freien gebaut werden, der zu einem andern Eingang fuhr, den man auf halber Etage aufgestemmt hatte. Der Andachtsraum konnte auch nicht genutzt werden, weil auch er dem Neubau im Wege war. Und viele Bewohner sind gern zum Gottesdienst gegangen. Andachts- und Speiseraum konnten über eine Schiebetür miteinander verbunden werden, wo dann darin auch Sommerfest, Weihnachtsfeier usw. stattfinden konnten. Die Bewohner mussten in kleinen Essecken ihre Mahlzeiten einnehmen, das Essen wurde von einer Firma angeliefert und war nicht toll. Und die "Veranstaltungen" fanden auf dem Flur einer jeden Etage angrenzend an die Essecke statt. Das Provisorium ging über zwei Jahre.
    Die neuen Zimmer sind alle gleich und bieten den vorgeschrieben Komfort, was die Bäder angeht. Die waren eine Schwachstelle im Altbau. Die Zimmer sind aber teilweise kleiner und vor allem schmaler mit dem Nachteil, dass nicht alle Möbel mitgenommen werden konnten. Wir haben zwar alles ins neue Zimmer schaffen lassen, aber ich habe mich dann doch von einem Sessel und einem Fernsehschrank der 60er Jahre getrennt. damit das Zimmer nicht überladen ist. Z.B. braucht meine Mutter ja keinen Sessel mehr, der viel Platz benötigt. Er diente bisher der Ablage von Kissen und neuem Bettzeug, wenn meine Mutter im Pflegerollstuhl saß.

    Dann hat sie noch einen Schwingstuhl für die Besucher, der aber meist mit neuer Kleidung für den nächsten Tag belegt war. Denn es muss ja alles ruck-zuck gehen, damit das Pflegepersonal durchkommt.

    Wir wissen noch nicht,was die neuen Zimmer kosten werden. Viele, die es aus eigener Tasche bezahlen müssen, befürchten einen großen Sprung. Ich könnte noch mit einem blauen Auge davon kommen, da meine Mutter im Altbau ein großes, schön geschnittenes Zimmer hatte, das einen Aufschlag von rund 120€ kostete. Kaum dass meine Mutter aus dem Zimmer war und die Umzugsleute das Zimmer leer geräumt hatten, rückten auch schon zwei Maler an, denn das Zimmer soll bereits morgen neu bezogen werden.

    Meine Mutter saß in ihren Rollstuhl zusammen mit andern Bewohnern und zwei "Grünen Damen" am Tisch, als ich gegen halb zwölf ankam. Das ist die übliche Mittagszeit. Heute stand Erbsensuppe und eine Nachspeise auf dem Plan. Da meine Mutter wegen Müdigkeit fast nichts aß, habe ich sie vom Pflegepersonal ins Zimmer bringen lassen.

    Ich habe dann noch vier halbe leckere Brötchen gegessen, ehe ich zu meiner Mutter ins Zimmer ging, um die Wäsche aus dem Umzugskarton auf die Schränke zu verteilen, Waschzeug usw. ins Bad zu stellen und mir Gedanken zu machen, welche Möbel ich wegschmeißen sollte, weil dann doch wider Erwarten alles in den beiden Kleiderschränken, dem Sidebord und einem ehemaligen Flurschrank mit Schubladen Platz fand.
    In diesem Schrank musste ich erst mal Ordnung schaffen und wegschmeißen, was nie gebraucht wird. Dafür ist ja ein Umzug eine passende Gelegenheit.

    Den Fernseher werde ich auf einen runden, weißen Tisch vor dem Fenster stellen, wenn die Sperrmüllmöbel von der Umzugskolonne zum Parkplatz gebracht worden sind, von wo ich sie dann in meinem VOLVO V70 bi-fuel zum Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung schaffen werde. Heute waren die Umzugsleute schon entschwunden, als ich sie bitten wollte, die Möbel zum Parkplatz zu schaffen und die andern Möbel im Zimmer anders aufzustellen. Der Flurschrank soll z.B. auch vor das Fenster zwischen Heizung und runden Tisch, der gerade etwa 40 cm hoch ist und mit der Unterkante des Fensterrahmens abschließt. Bilder usw. werden erst in der nächsten Woche nach Abschluss aller Umzüge vom Hausmeister aufgehängt, weil die Leitungsführung der Kabel so ist, dass man ohne Leitungsplan ein Kabel mit dem Nagel treffen kann. Mir soll das nur Recht sein, da kann ich mir wenigstens keine Schmerzen mit dem Hammer zufügen, denn ich habe die sprichwörtlichen zwei linken Hände.

    Alles in allem war ich heute angenehm überrascht, das alles klappte. Nach dem Probelauf sollte es ja auch der Fall sein, aber ich habe schon Pferde kotzen sehen - nichts ist toyota.

    Vom Umzug habe ich ein paar Fotos gemacht, die ich

    hier in einem Album zeigen möchte.
  3. Gleich in der Frühe habe ich ein neues Thema Speziell für Marianne mit einem Link zum Gendarmenmarkt begonnen, weil ich weiß, das Marianne als ehemalige Berlinerin diesen schönsten Platz in Berlin genau so mag wie ich und wir uns dort im Herbst 1996 zuletzt getroffen haben, um uns mal wieder real zu unterhalten.

    Marianne fand meine Idee toll und regte an, das andere User auch ihre Heimatstadt vorstellen sollen, was JérômeJ aus Strasbourg in diesem Beitrag auch tat.

    Ich bin gespannt, wie das Thema weitergeführt wird.

    Ich proste allen Teilnehmern mit einem Glas Sekt zu

    :sekt:

    Ich habe auch eine eigene Homepage und mehrere Blogs ausserhalb des Denkforums, z.B. Berliners Weblog mit verschiedenen Bilderalben wie einem Familienalbum, das u.a ein Hochzeitsfoto von mir und meiner Frau enthält. Ich zeige es zusätzlich hier

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