1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Paracelsus

Published by Aktivdenker in the blog Aktivdenker's blog. Views: 3544

Theophrastus Bombastus Aureolus Phillippus von Hohenheim, auch

P A R A C E L S U S


genannt

Ein Universalgelehrter der Renaissance, Reformator der Medizin, Mitbegründer der Chemie, Naturforscher, Theologe, Mystiker, Philosoph

°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°
Biographie Teil 1 >>>Eltern<<<

Wir besitzen nur spärliche und lückenhafte Fakten über die tatsächlichen Geschehnisse des Lebens- und Bildungsweges des Paracelsus. Die wenigen persönlichen Anmerkungen sind in seinem Gesamtwerk verstreut. Zeitgenössische Quellen stammen meist auch aus zweiter oder dritter Hand und selbst die Paracelsus-Forscher, sind sich beispielsweise über das Geburtsdatum des Paracelsus nicht einig.

Versuchen wir also das Gewirr von Legenden, Mutmaßungen, Dichtung und tatsächlichen Gegebenheiten zu entwirren und eine biographische Darstellung des Paracelsus nachzuvollziehen.

Der Basler Alchemist, Magier und Mediziner Leonhard Thurneys schrieb über das Geburtsdatum des Paracelsus: „n. Chr. 1483, den 10. Novembris, auff rechten Mittag...“ jedoch ist dieses Datum sehr fraglich, wahrscheinlich eine Verwechslung, denn das ist der Tag an dem der große Kirchen-Reformator Martin Luther geboren wurde.

Theophrastus von Hohenheim wurde entweder im Herbst des Jahres 1493 oder Anfang des Jahres 1494 in Einsiedeln in der Schweiz geboren. Sehr häufig wird der 10. November 1493 angegeben, dann hätte Leonhard Thurneys das Geburtsdatum mit einem Schreibfehler 1483 statt 1493 versehen. Teilweise wird auch der 17. Dezember 1493 genannt. Wir können es heute nicht mehr nachprüfen, da es weder eine Geburtsurkunde, noch ein Taufurkunde gibt. Selbst die Eintragungen in den von Paracelsus besuchten Universitäten sind lückenhaft und geben das genaue Geburtsdatum nicht mehr preis. Nach reichlicher Überlegung aller bekannten Tatsachen muss das Geburtsdatum Ende des Jahres 1493 oder Anfang des Jahres 1494 sein.

Das Adelsgeschlecht der Bombaste von Hohenheim stammt aus Schwaben, wo die Familie nahe Stuttgart ihren Sitz hatte und sich urkundlich bis in das frühe 12. Jahrhundert nachweisen lässt. Der Großvater Theophrastus, Jörg Bombastus von Hohenheim, war Ordensritter und Komtur der Johanniter. In dieser Eigenschaft begleitete er seinen Landsherrn 1468 auf einer abenteuerlichen Reise ins Heilige Land. Sein Sohn Wilhelm, der Vater des Paracelsus, wurde 1481 in die Tübinger Universität eingetragen, wo er einige Jahre Medizin studierte. Dem damaligen Brauch entsprechend, zog er umher um Erfahrungen und Kenntnisse – auch der Volksheilkunde, die auf der Universität nicht gelehrt wurde – zu sammeln.

Die Mutter des Theophrastus von Hohenheim arbeitete als Dienstleisterin des Klosters Abtei Maria Einsiedeln, ein viel besuchter Wallfahrtsort, der Pilger aus allen Gegenden Zentraleuropas anzog, um u.a. die Schwarze Madonna zu würdigen. Als der Vater, Wilhelm von Hohenheim, auf seiner Wanderung in Einsiedeln ankam, muss er wohl auf die junge Frau getroffen sein. Die weiteren Umstände sind nicht bekannt bzw. sie sind im Bereich der Spekulationen. Es wird vermutet, dass im Jahre 1490 die Hochzeit stattgefunden haben soll. Über die Mutter ist sehr wenig bekannt, sie soll wohl krank gewesen sein und verstarb recht früh.

In der modernen Psychologie sind die frühen Jahre für die gesamte Entwicklung des Menschen von entscheidender Bedeutung. So können wir heute davon ausgehen, das der Vater des Theophastus von Hohenheim wohl keine besondere Autorität gegenüber seinem Sohn entwickelt haben soll, jedenfalls wäre sonst die Charaktereigenschaft des Paracelsus – die Initiative, das Selbstbewusstsein, die Selbstständigkeit des Denken, Handeln und Tuns vom Vater schon frühzeitig unterdrückt worden. Wahrscheinlich haben sich das abenteuerliche und naturverbundene Verhalten des Vaters auf den Sohn übertragen.

Die hohe Intelligenz des Paracelsus muss jedenfalls angeboren und weiter von seinem Vater als Lehrer ausgeformt worden sein.

Teil 2 der Biographie folgt
You need to be logged in to comment