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Vegane Kindertagesstätten

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Munro, 3. August 2018.

  1. Jakob62

    Jakob62 Active Member

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    @Frau Holle

    Meines Erachtens passt der Vergleich mit der Religion durchaus. Wenn Eltern ihre Kinder im Sinne ihrer eigenen kulturellen Tradition erziehen möchten, dann sind die ersten Lebensjahre entscheidend. Diese kann eine Esskultur sein oder eine religiöse Überzeugung. Dass in einer Gesellschaft der externe Part der Kindererziehung sich primär am Status Quo der Mehrheit orientiert und nicht für jede Minderheit Sonderlocken organisiert, halte ich für legitim und nicht grundsätzlich kritikwürdig. Wären wir freie Gesellschaften, dann hätten wir auch kein Problem damit, wenn sich einzelne Minderheitengruppen für das Vorschulalter ihre Organisation schaffen, in der ihre Kinder in KiTas mit der eigenen kulturellen Tradion eingebettet sind. Es hat ja auch niemand etwas dagegen, wenn es in anderen Ländern deutsche Schulen gibt. Natürlich ist es kein Zufall, wenn Kinder anderer religiöser Tradition seltener in KiTas sind. Es wird hierzulande selbst den Sozialeinrichtungen der katholischen Kirche verboten, ihr Personal nach den Kriterien eines christlich-katholischen Erziehungsmodells einzustellen und zu beschäftigen, weshalb es eigentlich noch nicht einmal essentiell katholische KiTas gibt, sondern nur solche mit formal katholischer Trägerschaft. Ich selbst bin übrigens nicht Mitglied einer Kirche.
     
  2. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    Aber ich.
    Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) betrachtet die vegane Ernährung als ungeeignet für alle, die einen vergleichsweise erhöhten Proteinbedarf haben: Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende. Und sie sind keineswegs die einzigen Ernährungsexperten, die diesen Standpunkt vertreten - vielmehr vertritt eine überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler diese Meinung.
    Es ist zwar richtig, dass eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen durch eine vegane Ernährung nicht unmöglich ist. Schwierig ist es allerdings schon.

    Bei genauer Betrachtung stellen sich eine ganze Reihe von zu nehmenden Hürden:
    - Es erfordert ein umfangreiches Ernährungswissen.
    - Es erfordert einen ausgeklügelten Diätplan.
    - Eine mehr oder wenige tägliche Zufuhr von Hülsenfrüchten ist unabdingbar.
    - Die Sojabohne wird zum unentbehrlichen Lebensmittel.
    - Es ist eine Supplementierung mit manchen Nährstoffen notwendig, mindestens mit Vitamin B12 und D (Vitamin A, Kalzium, Zink, Eisen, Jod).
    - Es ist, um bestimmte Nährstoffe aufzunehmen, nicht nur wichtig, das man sie aufnimmt, sondern auch, wie, wann und in welcher Kombination.
    - Ohne täglich selbst für sich zu kochen, geht's gar nicht.
    - Die Disziplin und das Vermögen, das alles auch durchzuziehen.

    Unmöglich ist das nicht - wenn man sein ganzes Tagewerk mit der Ernährung verbringt, quasi als spirituelle Lebensweise. Leider haben wir aber alle noch einen Alltag aus Studium, Haushalt und/oder Beruf zu bewältigen. Für nicht wenige ist das selbst kochen schon nicht immer zu schaffen.

    Die vegane Ernährung weder bedarfsdeckend, noch gesund. Vielmehr handelt es sich um eine Mangelernährung, eine Kopfgeburt ohne historische und kulturelle Parallelen - weltweit. Es handelt sich um den (zum Scheitern verurteilten) Versuch, echte oder vermeintliche politische und gesellschaftliche Missstände durch ein vorgeblich besseres moralisches Verhalten beeinflussen oder gar verbessern zu wollen. Dabei kann man sich einreden, besser zu sein als andere, moralisch höher stehend, als Teil einer neuen Avantgarde.

    Die Folgen sind klar und absehbar. Eine Zeitlang geht eine solche Fehlernährung gut, ein Jahr, vielleicht zwei. Der Körper verfügt über den einen oder anderen Speicher, bislang begann niemand sein Leben als Veganer. Aber dann ...
    ... kommt es zu Mangelerscheinungen. Wer einen Test machen will, der braucht nur einmal Schlagworte wie "Haarausfall", "Hautprobleme" und "Immunsystem" auf einem Veganer-, sogar Vegetarierforum in der Suche eingeben: Man findet sofort Dutzende Einträge. Einträge, in denen sich die Teilnehmer ihre Mangelerscheinungen mit medizinisch nicht existenten Begriffen schön reden: "Stoffwechselanpassungen" oder "Entgiftungen".

    Es geht auch härter: Dieser Beitrag eines Ex-Veganers ist plakativ, aber er stellt mehr oder weniger kommentarlos Bilder veganer Internetaktivisten gegenüber, Anfangs und Jetzt:
    Vegans: The Epitome of Malnourishment 3
    Und vegane Kinder.
    Auf mich wirken diese Menschen - oft nur wenige Jahre später - fehl- und mangelernährt, ja ausgehungert. Wie Menschen aus Entwicklungsländern oder Lagern. Vorzeitig gealtert. Unbewiesen, aber wie es scheint, haben so einige ihre vegane Ernährung mit psychischer Krankheit bezahlt. Es gibt jedenfalls nicht wenige Ex-Veganer, die darüber berichten.

    Man mag einwenden, dass die gezeigten Beispiele Exoten und/oder Dilettanten sind. Schon möglich. Es bleibt aber die Frage, wie ein Otto Normalbürger eine ausreichende vegane Diät schaffen soll, wenn es noch nicht einmal die Aktivisten der eigenen Sache es auf die Reihe bekommen, auch nur ausreichend ernährt zu sein.

    Vegane Kitas setzen der ganzen Kopfgeburt noch das i-Tüpfelchen auf.
    Dem Grundgedanken nämlich, auf den in ganz ähnlicher Weise schon viele politische Bewegungen gekommen sind: Man landet bei der Pädagogik, aus der Überlegung heraus, dass der erwachsene Mensch durch seine - andere - Erziehung und Sozialisierung schon so vorbelastet, ja verdorben ist, dass seine Wandlung zum besseren Menschen unvollkommen bleiben muss. Dass eine "Erziehung zum neuen Menschen" bereits in der frühen Kindheit erfolgen muss. Auf die Idee kamen in der Moderne die Nazis, die Sozialisten und auch die 68er.
    Herausgekommen ist dabei wenig bis nichts.
     
  3. Jakob62

    Jakob62 Active Member

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    Der beste Freund meiner Kindheit wurde später Fußballprofi in der Bundesliga. Als Kinder machten wir in verschiedenen Distanzen Zielschussübungen auf die Stange, an der die Kühe angebunden wurden. Er lebte im Haus nebenan, wo sein Vater eine Wurstfabrik hatte. Als Kind wachte ich deshalb jahrelang morgens durch die lauten Angstschreie der Schweine auf, die kurz vor 7 Uhr angeliefert und zur Schlachtbank getrieben wurden. Daran musste ich später denken, als ich den Film "Das Schweigen der Lämmer" sah. Zwischen 20 und 24 Jahren war ich Vegetarier.
     
  4. Jakob62

    Jakob62 Active Member

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    627
    Als ich 4 Jahre lang Vegetarier war, hatte ich noch nicht mal einen Infekt. Mein Hausarzt machte sich Sorgen. Er hatte Angst, ich würde ohne Fleisch verhungern. Du solltest berücksichtigen, dass die moderne Medizin eine Teildisziplin der Esoterik ist.
     
  5. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    Ich bezog mich auf Veganer, nicht auf Vegetarier. Die meisten der genannten Probleme sind für Vegetarier eher bedeutungslos. Die Proteine von Eiern und Milch sind die hochwertigsten überhaupt.

    Die Ernährungswissenschaft hat zugegebenermaßen methodische Schwächen. Sie ist aber auch eine Wissenschaft mit einer langen Geschichte und ist in ihren ersten Grundlagen älter als so manche Naturwissenschaft (z.B. als die Chemie, wenn man die Alchemie nicht dazu rechnet).
    Sie beruht keineswegs nur auf Umfragen (wie uns eine oberflächliche Presse gern glauben lässt), sondern auf harten Methoden: Chemische Analyse, medizinische Untersuchungen und Experimente (am Menschen, die heute weltweit verboten sind), Obduktionen sowie Tierexperimenten (mit der Ratte als ernährungswissenschaftlich am Besten untersuchten Lebewesen überhaupt).

    Gute ernährungswissenschaftliche Quellen beschreiben auch die Methodik, die zu ihren Erkenntnissen führt. Eine "Esoterik" kann ich da nicht erkennen, wohl aber romantisierte, verkürzte, falsch interpretierte oder schlicht fabulierte Behauptungen in der esoterischen Literatur zum Thema. Berichte in Zeitschriften sind meistens, von wenigen Ausnahmen abgesehen, oberflächlich und reisserisch und haben oft nur das Niveau von Yello-Press-Artikeln. Informationen aus dem Internet kann man ganz vergessen.

    Wer sich für das Thema Ernährungswissenschaft interessiert, der ist mit

    (1) Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa, Prof. Dr. Claus Leitzman
    Ernährung des Menschen
    5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, 790 S.
    Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

    ziemlich umfassend beraten, es bleiben kaum Fragen offen. Auch nicht zur Methodik. Auf Wunsch kann ich gern noch andere Titel nennen.
     
  6. Jakob62

    Jakob62 Active Member

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    Die mit weitem Abstand schädlichste Ernährungsform ist die tägliche Zufuhr tierischer Proteine. Die ärztliche Konsultationsrate von Veganern liegt bei 42% des Durchschnitts aller.
     
  7. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    Es wäre interessant wie man zu dieser Information gelangt ist, und woher sie stammt.
    Es ist nicht einmal genau bekannt, wieviel Veganer es in Deutschlang gibt. Die verlässlichsten Zahlen lassen einen Anteil von Veganern von 0,1-0,3% der Bevölkerung annehmen.

    Sonderlich groß ist die Gruppe der Veganer also nicht, eher: Ziemlich klein.
    Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kann man sicher annehmen: Veganer sind zum größten Teil junge Leute. Es würde mich nicht wundern, wenn die große Mehrheit unter ihnen <30 Jahre alt ist, mit einem Durchschnitt von vielleicht 25 Jahren - genau ist das aber nicht bekannt.

    Da braucht es einen aber genauso wenig wundern, wenn "die ärztliche Konsultationsrate von Veganern bei 42% des Durchschnitts aller liegt" - denn in der Altersgruppe der unter 30jährigen dürfte die nicht sonderlich hoch sein, verglichen mit "allen".

    Oder kurz: Angenommen die Zahl stimmt, so ist die Behauptung, die aus ihr abgeleitet wird, einfach unseriös. Genauso könnte man sagen: Die ärztliche Konsultationsraten von Babybreiessern ist erheblich kleiner wie die der 70-90jährigen.
     
  8. Jakob62

    Jakob62 Active Member

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  9. FrauHolle

    FrauHolle Well-Known Member

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    Weisst du eigentlich was Vitamin B12 ist und wo es herkommt?
    "Tiere sind nicht in der Lage, Vitamin B12 selbst herzustellen. Vitamin B12 wird in der Natur von Mikroorganismen – insbesondere Bakterien – produziert,[20] die als Symbionten sowohl im Verdauungstrakt von Tieren als auch auf der Oberfläche pflanzlicher Wirte (z. B. Leguminosen) vorkommen.[17]
    Geflügelarten und Schweine können das in ihrem Darm produzierte B12 nur unzureichend resorbieren und sind daher auf eine exogene Versorgung über ihr Futter angewiesen.[22] In der Schweinemast wird dem Futter hierfür entweder Fischmehl oder Vitamin B12 zugesetzt; letzteres in einer Dosierung von 10 µg pro kg Futter.[23] Auch im menschlichen Dickdarm kommen Bakterien vor, die Vitamin B12 produzieren. Allerdings reicht diese Synthese zur Bedarfsdeckung nicht aus und das dort gebildete Vitamin wird überwiegend mit dem Stuhl ausgeschieden."
     
  10. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    Ja - na und?
     

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