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Mein Modell einer idealen Schule

Dieses Thema im Forum "Bildung" wurde erstellt von Benjamin, 7. November 2009.

  1. PhilippP

    PhilippP Active Member

    Registriert seit:
    8. April 2003
    Beiträge:
    776
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    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Hallo Benjamin,

    Das ist sehr löblich und ich teile auch Deine Ansicht darüber, dass das Schulsystem (wobei ich hier nur für das in Baden-Wuerttemberg sprechen kann) antiquiert ist und moderne pädagogische Ansätze darin allenfalls ansatzweise und nicht konsequent genug gestützt und repräsentiert werden.

    Aber: bist Du bei Deinen Grübeleien auch schon auf die Idee gekommen, dass Du nicht alleine bist? Es gibt ja unlängst etliche Schulmodelle und auch Bildungssysteme, die viele der von Dir erwähnten Ideen unlängst erfolgreich in die Tat umgesetzt haben: nehmen wir Schweden als Beispiel.

    Hier muss ich Dir widersprechen. Die bloße Dauer der Schulzeit ist kein Qualitätskriterium, der Ansatz aber, dass das Lernen praxisorientiert stattfinden sollte, durchaus. Aber auch und gerade für diesen - in dieser Form sehr allgemein gehaltenen - Lernansatz benötigt man genügend Zeit, es ist also nicht gesagt, dass damit die Schulzeit insgesamt deutlich zu verkürzen wäre.

    Auch hierzu muss ich anmerken, dass dieses Konzept so wohl nicht sinnvoll ist. Wie bspw. das Schwedische Schulsystem gezeigt hat, ist es gerade wichtig, dass schon in der Vorschule damit begonnen wird, die Kinder zu einem selbständigen und eigenkreativen Lernen zu bewegen. In Schweden besuchen über 90% der Kinder eine Vorschule (bei uns heißt das Kindergarten) und lernen dort bereits auf sehr kindgerechte und also spielerische Art das Lesen. Die Erzieher in Schweden sind übrigens keine reinen Betreuer, sondern ausgebildete Pädagogen.

    Wenn hingegen erst mit 12 Jahren damit begonnen wird, die Kinder mit einem alternativen Lernansatz/Bildungsplan zu konfrontieren, dann ist der Reformpädagogikzug - bildlich gesprochen - bereits abgefahren.

    In Schweden ist es übrigens so, dass die Kinder mit zunehmendem Alter immer weniger von pädagogischer Seite unterstützt werden, einfach aus dem Grund, weil sie das selbständige Arbeiten, das sie von klein auf lernen, immer effektiver umsetzen können. Das heißt, dass die Gymnasieskola billiger ist als bspw. die Deutsche Oberstufe, dafür jedoch die Grundskola teurer. Insgesamt betragen die Bildungsausgaben in Schweden um die 7% des Bruttoinlandsprodukts (vgl. Deutschland ca. 6%).

    Ich empfehle Dir wirklich, Dich einmal mit den Skandinavischen Bildungssystemen zu befassen. Dort wirst Du die Punkte, welche bei Dir sehr allgemein und nur ansatzweise erwähnt sind, in einem konkreten praktischen Konzept größtenteils vorfinden.

    Für mich ist das, was Du hier darstellst, eigentlich weniger ein 'Modell', sondern mehr - wie Du auch selbst schreibst - eine Idee, ein theoretischer Ansatz, ausgehend von einer Unzufriedenheit, die sich auf konkrete Grundlagen bezieht. Das Problem ist, dass Du zwar erwähnst, was alles künftig nicht mehr gemacht werden soll, dass dabei aber die möglichen Alternativen noch nicht genügend konkretisiert und systematisiert sind. Von einem Modell würde ich aber gerade dies einfordern.

    Es grüßt Dich herzlich,

    Philipp
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2009
  2. Reinhard70

    Reinhard70 Active Member

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    im Bereich der schönsten Seen Bayerns
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Ich schließe mich der Empfehlung von Philipp an
    (aus familiärer Erfahrung).

    Samstagsgruß
    Reinhard
     

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