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Mein Modell einer idealen Schule

Dieses Thema im Forum "Bildung" wurde erstellt von Benjamin, 7. November 2009.

  1. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

    Registriert seit:
    27. Januar 2005
    Beiträge:
    2.268
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    Steiermark
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    Als jemand, der mit dem österreichischen Schulsystem sehr unglücklich war, habe ich mir über Jahre hinweg immer wieder Gedanken gemacht, wie man die Schule verbessern könnte, und zwar im Sinne für Schüler, Lehrer und der Gesellschaft.

    Ich kam dabei zu einem Modell, dass ich hier öffentlich zur Diskussion stellen möchte.

    Die Zeit, die wir heute für Schulbildung aufbringen, ist meines Erachtens unnötig lang. Wir leben in einer Gesellschaft, deren Durchschnittsalter wächst, die Lebenserwartung steigt und gleichzeitig aber auch die Zeit immer länger wird, die wir durchschnittlich für Bildung - ja ich möchte sagen - verschwenden. Das ist nicht nur enorm teuer, es ist in meinen Augen auch eine Vergeudung wertvollen Potentials. Junge Menschen könnten in der Zeit, die sie heute (oftmals widerwillig) auf der Schulbank absitzen, körperlich und geistig vieles leisten, das der Gesellschaft zugute käme.

    Daher meine erste Forderung, die eine ideale Schule von heute erfüllen müsste: Schule darf nicht zu lange dauern. Die effizienteste Art zu lernen, geschieht ohnehin beim Umsetzen von erlerntem.

    Der Schulbeginn ist mit ungefähr 6 Jahren meines Erachtens richtig gesetzt. Von 6 bis ca 12 Jahren wäre ich für eine Gesamtschule. Hier soll der Lehrstoff nicht wesentlich vom heutigen abweichen. Es sollten vordergründig lesen, schreiben und rechnen gelernt werden, sowie grundsätzliches Allgemeinwissen in den Bereichen Geographie und Geschichte vermittelt werden. Darüber hinaus sollten auch Musik, bildnerische Erziehung und Sport ein fester Bestandteil der Schule bleiben. Überdies bin ich aber der Meinung, dass Englisch auch schon hier von Beginn an Platz finden sollte. Die heutige Welt erfordert mehr und mehr die Kommunikation zwischen allen Ländern der Welt. Eine moderne Gesellschaft braucht eine Sprache, mit der sie über alle Grenzen hinweg kommunizieren kann. Englisch wird in absehbarer Zeit diese Sprache sein. In vielen Bereichen ist sie es ja schon.

    Ab 12 Jahren fordere ich jedoch eine völlig neue Schule, die den Ansprüchen der Menschen gerechter wird, als es die heutige Schule tut.
    Ich denke als Fundament wäre dafür ein Kurssystem angebracht. Das in meinen Augen unnötige Wiederholen von ganzen Schuljahren wäre damit hinfällig. Außerdem bin ich der Meinung, dass ein nationaler Schulplan, nach dem die Lehrer strickt vorgehen müssen, unangebracht ist. Schulen sollen viel mehr die Möglichkeit haben, selbst zu gestalten, und damit effektiver mit der Wirtschaft zusammenarbeiten können. Ich denke, dass man - will man ein System verbessern - den Mensch im System die Möglichkeit geben sollte, es selbst zu tun. Das absolute Diktat von oben ist in meinen Augen hinderlich.

    Es soll außerdem dem Schüler nicht vorgeschrieben werden, welche Kurse er belegen muss. Damit soll ihm die Möglichkeit gegeben sein, seine eigenen Stärken selbst zu fördern. Eine allgemeine Bildung, wie wir sie heute erleben, ist nicht nur uneffizient, sondern auch unnütz. Es macht keinen Sinn, dass man jedem Schüler eine zweite Fremdsprache oder die Kenntnisse von Differential- und Integralrechnung aufzwingt.

    Freilich sollten aber dennoch bis zumindest 15 Jahren gewissen Kurse vorgeschrieben werden, die Wissen vermitteln, dass man von einem Menschen in der Gesellschaft als notwendig erachtet. Dazu gehören z.B. das Lösen von einfachen mathematischen Problemen oder das ordentliche Verfassen eines Briefes.

    Des Weiteren erachte ich es für notwendig, das Verhältnis von Schüler und Lehrer grundsätzlich zu überdenken. Es ist kein Geheimnis, dass es Lehrer gibt, die es Schülern unnötig schwer machen, sowie es Schüler gibt, die es Lehren unnötig schwer machen. Eine moderne Schule muss diesem Problem begegnen.
    Das Kurssystem hätte schon Potential dies zu erfüllen. Denn es ermöglicht dem Schüler sich auszusuchen, bei welchem Lehrer er einen Kurs besuchen möchte. Umgekehrt sollte der Lehrer die Möglichkeit haben, Schüler abzulehnen. Freilich muss er das ausreichend und nachweislich begründen können. Ich bin der Ansicht, dass diese gegenseitige Abhängigkeit die Zusammenarbeit von Schüler und Lehrer fördern würde.

    Es sollte des Weiteren auch möglich sein, dass ein Schüler Kurse auf verschiedenen Schulen besucht und eventuell auch vorzeitig Kurse (also Vorlesungen oder Übungen) einer Universität. Der Übergang von Schule zur Universität kann somit fließend und vor allem früher geschehen. Talente können damit viel effizienter gefördert werden. Außerdem, und darin besteht der wesentliche Vorteil für die Gesellschaft, soll damit erreicht werden, dass eine Hochschulausbildung früher abgeschlossen werden kann.

    Überdies sollen Schulen aus der Lockerung der strickten Lehrpläne die Möglichkeit schöpfen nicht nur auf die Wirtschaft besser eingehen zu können, sondern auch Schülern die Möglichkeit bieten, noch während der Ausbildung in die Arbeitswelt integriert zu werden, wie dies ja auch schon im Falle einer Lehre geschieht.

    Ich hätte noch viele andere Ideen dazu, wie man Schule besser machen könnte. Das würde aber zu lange werden und den Rahmen einer Internetdiskussion sprengen. Also sei hier einmal Schluss.

    Meinungen zu diesem Modell sind erwünscht!
     
  2. scilla

    scilla Well-Known Member

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    6.185
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    viele Eltern sind vom Lehrplan und von der Art der Bildungs-Vermittlung in der Schule entsetzt

    man müsste konsequenterweise, um bei Deinem Modell zu bleiben, jedem ermöglichen, eine Schule zu gründen

    und es müsste irgendein zertifiziertes Niveau geben,
    welches dann auf vielen Wegen erreicht werden kann

    die Wirtschaft allein darf nicht diktieren
    die Wirtschaft muss Kröten schlucken, um sich im Sinne der Gesellschaft zu entwickeln,
    sonst landet die Gesellschaft direkt bei der Arier-Auswahl
     
  3. insomnia

    insomnia New Member

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    Wien
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Also, wenn ich zusammenfassen darf, willst du so früh wie möglich eine Schwerpunktausbildung welche sich die Schüler selber aussuchen können? Gezielte Talentförderung im Gegensatz zur gegenwärtigen Allgemeinausbildung.
    Ich weiss nicht... Mein Grundsatz lautet -> je mehr man weiss, desto besser.
    Ein gesundes Mittelmass zwischen Allgemein- und Schwerpunktbildung zu finden ist das Problem. Du ziehst mehr die Schwerpunktausbildung in Betracht, aber ich glaube das dabei viel Wissen auf der Strecke bleiben würde, wenn man so früh damit anfangen würde.
    Wenn ichs im Vergleich stelle glaube ich, dass das Bildungsniveau eines heutigen Allgemeinschülers besser wäre als das Bildungsniveau eines Schülers in deinem System. Er wäre dann zwar nicht so flexibel, begünstigt und zufrieden wie in deinem System, aber das ist wieder eine Frage der Prioritäten: Bildung oder Zufriedenheit. Lernen was ich will!
    Aber letzten Endes sind wir alle faul und wollen einfach nicht lernen, egal welches System wir uns auch aussuchen mögen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  4. Eule58

    Eule58 Moderator Mitarbeiter

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    Ort:
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Hallo Ben!

    In meiner idealen Schule dürften nur max. 15 Schüler in einer Klasse sein. Wenn Kinder mit einer anderen Muttersprache als deutsch in eine Klasse gehen, müßte ein Assistenzlehrer sein, der diese Sprache (neben perfekten deutsch) spricht. In Problemklassen auch ein Sozialpädagoge.
    Klare Grenzen, Konsequenzen für Fehlverhalten, die vorher klar definiert wurden. D.h. jedem Schüler bekannt sind. Bitte nicht verwechseln mit unsinnigen Strafen.
    Bis zur 4. Stufe kein Leistungsdruck durch Schularbeiten, Tests usw. Ich finde die heutigen Schüler sind "zugetestet".
    Leistungsbeurteilung ohne Noten. Nicht die Fehler, sondern das was richtig ist
    rot anstreichen - positive Motivation.
    Ich bin Lehrern immer auf die Nerven gegangen mit der Frage:
    "Wer bitte schön hat das Recht Fehler zu machen, wenn nicht der Lernende?"

    Der Lehrplan müßte rigoros "entmüllt" werden, und es sollte ein Gleichgewicht zwischen "Wissensgegenständen", künstlerischer Bildung und Sport sein.
    Es müßte eine Ganztagsschule sein, wo ältere Schüler jüngeren bei den Hausaufgaben helfen und gemeinsame Projekte gestaltet werden.

    Ab der 5. Stufe Leistungsbeurteilung. Keine Bekanntgabe des Schularbeittermins und Themas, bzw. in Mathematik die Beispiele. Das "zwingt" zum regelmäßigen Mitlernen.
    (Das hört sich nicht nur von vorgestern an, das ist es auch. Aber es ist Illusion zu glauben, daß alle Schüler gerne und freiwillig das ganze Jahr über mitarbeiten und lernen. Und was weiß man noch nach einem halben Jahr was man nur für die Schularbeit gelernt hat?)

    Das kombiniert mit Deiner Vorstellung von einem Modell der idealen Schule wäre für mich die Ideale.

    lg.eule
     
  5. janwal

    janwal New Member

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    AW: Mein Modell einer idealen Schule


    Eins meiner 4 Kinder hatte das Glück für ein paar Jahre in einer solchen Schule sein zu dürfen, es waren dort aber nur 8 Schüler/Jahrgang und es war eine hierzulande sogenannte E(rgänzungs)-Schule. Sie hat da aber gottseidank (bisher sieht es so aus) dort das Rüstzeug bekommen auf einer Regelschule zu bestehen.

    A Propos den Urprung dieses Threads: Diese Schule hat das alles zumindest in Teilen verwirklicht.
     
  6. Thorsten

    Thorsten New Member

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    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Benjamins Vorschlag ist gar nicht übel. Vom Kopf auf die Füße kommt man mit Fremdsprachenunterricht spätestens ab dem dritten Lebensjahr (für deutsche Muttersprachler: Englisch, Chinesisch und Spanisch, wobei man zweckmäßigerweise den Naturkundeunterricht von vornherein mit dem Erlernen der chinesischen Schrift verbinden sollte. Turn- und Kampfausbildung ebenfalls ab dem dritten Lebensjahr, Erlernen eines Musikinstruments ab dem zweiten (hier kann man sich hervorragend an altersgemäßen japanischen Methoden orientieren.)

    Wachheit und Aufmerksamkeit sollen primär gefördert werden. Nichts ist schädlicher, als jahrelang mit denselben Kumpels in der selben Stube zu hocken. Täglich zwei Stunden Laufen, Klettern und Schwimmen.

    Und zwei Stunden Ackerbau, Viehzucht sowie Fischen.

    Dann sind Mathematik und Physik kein Lernstoff mehr, sondern Folgeerscheinungen des Erlebten.

    Zur Rekreation: Eher Yoga als Zen. Es hilft dem Geist nicht, sich auf etwas anderes als sich selbst zu beziehen. Zen lenkt auf das Nichts ab. Christliches Gebet ist ganz untauglich.

    Regelmäßig acht Stunden Schlaf.

    Gruß,
    Thorsten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  7. scilla

    scilla Well-Known Member

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    6.185
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    der Mittagsschlaf verhindert eigentlich den Nachmittagsunterricht,
    es sei denn,
    die Schüler hätten an der Schule eigene Zimmer
    (das wäre dann aber ein Internat)

    wann sind dann die stillen Stunden?

    Hausaufgaben würde ich ganz abschaffen,
    denn bei mir müssten die Schüler jeden zweiten Vormittag in der Schule ran
    und etwas arbeiten

    pro Woche (Montag bis Samstag)
    drei aktive Vormittage
    drei passive Vormittage
    Nachmittage immer frei

    ich würde die verschiedenen Schulfächer nicht kontinuierlich, sondern als Blöcke unterrichten

    ich tippe mal, daß man nach zwei Wochen Blockunterricht den kompletten Schulstoff für ein ganzes Jahr durch hat
    wenn diese zwei Wochen im Schuljahr einmal wiederholt würden,
    dann bräuchte man insgesamt vier Wochen

    bei zehn Schulfächern bräuchte man ingesamt 40 Wochen
    macht 12 Wochen Schulferien
     
  8. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Steiermark
    Nicht nur die Eltern.

    Es liegt mir fern, mein Modell derart radikal zu vertreten.

    Das auf jeden Fall.

    Ich teile die Meinung, dass umso mehr Wissen, umso besser ist. Nur: Schule bringt meines Erachtens sehr wenig Wissen, und das wenige bringt sie umständlich und teuer.

    Ich hätte mir eine Schwerpunktsausbildung von 14 weg sehr gewünscht! Zu meinem heutigen Allgemeinwissen hat die Schule weniger beigetragen, als mein persönliches Interesse. Ich kenne einige, die in der Schule bessere Noten als ich in Geschichte hatten, ich aber heute weit mehr Ahnung davon habe als sie.
    Freilich ist mir klar, dass nicht jeder so geschnitzt ist wie ich. Aber wer sich lieber ohne Schwerpunkt bis zur Volljährigkeit bilden lassen möchte, soll auch weiterhin die Möglichkeit dazu haben. Das Kurssystem macht das ja auch möglich.

    Da magst du jetzt für dich sprechen. Ich bin der Meinung, dass der Mensch von Natur aus sehr neugierig und auch wissbegierig ist. In der Schule hab ich das Lernen gehasst. Heute liebe ich es. Weil ich heute das lerne, was mir Freude bereitet und was mich selbst interessiert.

    Was einem nicht interessiert, vergisst man schnell. Es ist unnütz und sündteuer Jahre seines Lebens mit einer Bildung zu verschwenden, die den Interessen der Menschen nicht gerecht wird.
    Zufriedenheit ist meines Erachtens in jeder Hinsicht wichtiger als Bildung.

    Die ideale Schule für mich muss auch finanzierbar sein!

    Finde ich einen guten Vorschlag.

    Wie schon erwähnt, hätte ich noch viele andere Vorstellungen, die eine ideale Schule in meinen Augen erfüllen müsste. Dazu gehört auch die Ganztagsschule. Dass Jüngere von Älteren lernen sollen, finde ich auch eine gute Idee. Das aber auf freiwilliger Basis der Älteren. Es gäbe gewiss Möglichkeiten, sie dafür entsprechend zu belohnen.

    Es müsste meines Erachtens überhaupt eine ganz neue Art des Zusammenseins geben. Die Schule sollte eine Art Lebensraum für die Schüler darstellen, nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Spielens. Dabei sollten Jüngere und Ältere gemischt werden. Den Älteren kann man, so sie sich bewähren, eine größere Vertrauensrolle und damit mehr Verantwortung übergeben. Sie sollen einen Teil der Erziehungsarbeit leisten, wie dies große Geschwister in Familien auch tun. Damit werden Lehrer und Erzieher entlastet, und zugleich der soziale Umgang der Jungen gefördert.

    Das Kurssystem und die frühe Spezialisierung auf ein Interessensgebiet haben auch hier einen großen Vorteil. Dadurch dass Schüler unterschiedliche Schwerpunkte haben und es somit ganz natürlich wird, das manche in manchen Dingen besser sind, können sie mehr von einander lernen und zugleich wird der Druck einem "Durchschnitt" zu entsprechen geringer.

    Das sind Fragen, deren Antworten ich mehr und mehr den Schulen und Pädagogen selbst überlassen würde. Ich bin der Meinung es gibt hier kein allgemeingültiges Rezept.
    Dadurch das Schulen mehr Recht zur Selbstgestaltung haben, könnte sich eine größere Schulenvielfalt entwickeln. Auch kann sich hierbei pädagogischer Fortschritt auf eigenen Füßen entfalten.
    Freilich sollte es aber dennoch einen gesetzlichen Rahmen gegeben, der die Schulen im Interesse der Gesellschaft belässt.
     
  9. insomnia

    insomnia New Member

    Registriert seit:
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    Wien
    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    Ok, in der Theorie klingt ja alles schön!
    Die Möglichkeit zu haben sich gewünscht zu bilden ist keines Falls verkehrt, aber werden die Jungen diese Möglichkeit auch effizient nutzen?
    Um ehrlich zu sein wurde mir erst nach der Schule bewusst wie wichtig Bildung ist (...obwohl ich auch davor ein grosses Interesse für Wissen hatte). Glaubst du nicht dass viele den Weg mit dem gerignsten Widerstand gehen würden, und nur "einfache" Kurse belegen würden damit sie schnell einen Abschluss bekommen?
    Und ja, die Finanzierbarkeit... Man sollte ja genügend Lehrer bereitstellen um das gesamte Kursprogramm abdecken zu können, aber die Schülerverteilung wird sicherlich nicht in jedem Kurs gleich ausfallen. Hier wird es bestimmt auch Probleme geben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2009
  10. kathi

    kathi Guest

    AW: Mein Modell einer idealen Schule

    hier müsste mMn angesetzt werden.
    unsere gesellschaft und unsere kinder brauchen in einer zeit, in der es keine großfamilie gibt....ja, in der den kindern ganz allgemein die erwachsenen abhanden gekommen sind - ebenso wie die geschwister und spielkameraden - eine neue stätte des begegnens, aufwachsens und auch des lernens.

    an diesen anforderungen müsste sich die neue schule am allermeisten orientieren, wobei der natürliche wissensdrang der kinder sowie die lust am gemeinsamen spiel sowie das bedürnis nach stiller nachbeschäftigung die wegweiser sein sollten.

    die erwachsenen sollten in 1. linie die aufgabe haben, die kinder und jugendlichen zu begleiten - und zwar derart, dass sie für sie vertrauenspersonen darstellen, bei denen sich die kinder gut aufgehoben fühlen - die aber auch nicht von ihnen unterminiert werden können......--> natürliche autoritäten also, die sich als ganze menschen den kindern und jugendlichen zeigen und die allgemeine atmosphäre im gruppengeschehen positiv und ausgleichend beeinflussen können.

    ganz allgemein sollte ein fokus auch auf die gruppendynamik unter den schülern gelegt werden, sodass kollegialität, freundschaft und integration nicht nur schlagworte sind - sondern erlebbar werden können.

    für dieses geschehen muss viel zeit reserviert werden. zeit, die auch mit gemeinsamem spiel, sport und ausgleichsaktivitäten (wie z.b.auch theaterspiel) ausgefüllt sein können.

    auf jeden fall bräuchte mein idealmodell ganz besondere menschen, die diese schulen betreuuen. menschen, die wissen, was für die kinder wichtig ist und die für sie genügend empathie und verständnis entgegenbringen können.


    mMn liegen sehr viele probleme des heutigen schulsystems darin begründet, dass die darin wirkenden erwachsenen keine ahnung davon haben, was sie wie machen soll(t)en.
    und deswegen machen sie irgendwas irgendwie.

    das spüren die kinder und reagieren mit aktivem oder passivem widerstand darauf. sie fühlen sich alleingealssen, nicht angenommen und über- oder unterfordert.
    auch die lerninhalte sind zu wenig flexibel, was mit dem kurssystem von benjamin wesentlich verbessert werden könnte.

    lernen sollte künftig spielerisch erfolgen - und sich in der unterstufe an konkreten aufgabenstellungen orientieren, die praxiswert haben.

    hiezu gibt es schon genügend schulversuche - wenngleich auch nicht in old-fashioned-austria.

    hallo benjamin, hallo eule!
    eure vorschläge gefallen mit gut.
    und sie wären mit dem, was mir wichtig ist, zum teil durchaus kompatibel.

    liebe grüße
    kathi

    was ich noch vergessen hab:

    den lehrern sollte endlich klar werden, dass die noten, die sie den kinder geben, eigentlich ihnen als lehrer gebühren.
    ein lehrer, der einem kind nichts beibringen kann, hat in meinen augen schlichtweg versagt...bzw. das schulsystem, das von dem kind etwas verlangt, das es ihm nicht vermitteln kann.

    wenn ein test ergibt, dass einige kinder den darin abgefragten stoff nicht können, dann sollte der lehrer dies sofort zum anlass nehmen, diesen stoff neuerlich mit den jew. kindern zu vertiefen.

    stattdessen werden die kinder abgenotet und es wird zumnächsten lehrstoff übergegangen. sowas ist voll demotivierend und in meinen augen eigentlich "krank".

    diese art von prüfung sollte in einer neuen schule unbedingt abgeschafft werden!!!

    allein das wäre sogar schon ein guter anfang von einer neuen zeit.
     

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