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Das politische Spiel mit Doppestaatsbürgerschaften - offen oder heimlich

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliche politische Fragen" wurde erstellt von interlocutore, 24. Juli 2018.

  1. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Zum Glück gibt es "noch" einen Puffer in demokratischen Systemen vor solchen emotionalen und Vorurteils-gesteuerten Tendenzen, die in Österreich scheinbar bald "allgemein" werden. Man rufe es sich in Erinnerung, dass Italien einer der 6 Gründerstaaten der EU gewesen ist.

    Vor 2011. also bis zur Ablöse der Regierung Berlusconi durch ein paar Richter in Mailand, war Italien nach der BRD die stärkste und produktivste Volkswirtschaft der EU. Die privaten Guthaben auf Bankkonten haben die Staatsschulden um das Fünffache überstiegen. Die anderen Mitgliedsländer der EU haben es als "beschämend" empfunden, dass Italien zu dieser Zeit von 'Kapitalisten' regiert worden ist. Von 2008 bis 2017 hat es keine Wahlen der Kammern (bei uns so ähnlich wie Bundesrat und Nationalrat) gegeben, sondern die Regierung wurde 2011 nach den Wünschen der EU "eingesetzt" und hat per ministerialer Verordnung so wie die NSDAP nach 1933 regiert - mit dem Ergebnis, dass kurzfristig die Schuldenbilanz saniert worden aber der private Teil der Bevölkerung verarmt ist und der größte Teil der produktiven Wirtschaft (z.B. FIAT) von Italien abgewandert ist. Die emotionale Stimmungslage in der übrigen EU ist beruhigt worden, in Italien aber ist jetzt eine "emotionale" Stimmung entstanden, die in den Wahlen, endlich nach 9 Jahren, ihren Niederschlag gefunden haben.

    Eher wird sich Italien so einer Maus wie Österreich aus der EU entledigen, als dass so ein Hormon-gesteuertes Österreich immer gegen die EU und deren Mitglieder aufrührerisch an-pinkelt. In der Geschichte hat Österreich schon zweimal so eine Art Weltuntergang angestoßen, die Welt wird es nicht ein Drittes-mal erlauben, dass von Österreich Übles ausgehen wird, nur weil sich da so ein 'unbestimmtes Gefühl von Revanchismus' (gegen was? gegen wen?) bei den geistig "Zu-Kurz-Gekommenen" breit-gemacht haben wird.
    In Italien ist es schwierig, einen "Passus im Gesetz" einfach zu streichen. Bei "Gesprächen mit der italienischen Regierung" gibt es das Thema "Doppelstaatsbürgerschaft" nicht. Dieses Thema dient nur der österreichischen Innenpolitik. Ich kenne so einige Personen mit italienisch-österreichischer Doppelstaatsbürgerschaft, die in Italien ungestört seit Jahrzehnten leben. Das ist für diese Personen eher ein Nachteil, da sie bei einer eventuellen Ungleichbehandlung in einem der beiden Staaten nicht so ohne weiteres entscheiden können, welchen Staat sie nun als Beistand anrufen können.
     
  2. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Die Idee der 'EU' ist, dass jeder Staatsbürger eines EU-Mitgliedslandes in jedem anderem volle Rechte eines Staatsbürgers dort genießt. Also wozu Doppelstaatsbürgerschaften, wenn nicht nur im "Kampf um Schlagzeilen"???

    Nur mit Sinnlosigkeiten kann auf Dauer ein Land nicht regiert werden, auch wenn das "Volk"(?) sich eine Zeitlang davon berauschen lässt.
     
  3. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Dieser sinnlose Aufreger der "Vielfachstaatsbürgerschaft zum Zwecke politischer Agitation" hat den Weg jeder Sinnlosigkeit mit Schadenspotenzial genommen, nämlich in die Vergessenheit.
    Naja, vielleicht auch nicht, denn in einer Woche gibt es Wahlen.
     
  4. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

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    Findest du nicht das eine Europawahl"heute,oder in dieser Zeit"mehr Augenmerk verdient hätte.
    Doppelte Staat. Schafft aber auch Vorteile, da sich Gesetze verschiedener Länder meistens nicht ähneln,für solche z.b die Grenzüberschreitende Beziehungen haben.
    Ein Dortmunder/in kann auch einen Schalker/in heiraten....
    Wer büßt hier schon gerne Freiheit ein?
    Ich war und bin bestimmt schon über 25 mal in Italien gewesen,daß ich nicht sagen muss das es mir gefällt, der Weg dorthin führt entweder,durch Frankreich,Basel,Schweiz,Italien,oder halt Deutschland,Basel,Schweiz,Italien.
    Eine Strecke von wenigen Kilometern und hoher Frequenz!
    Vielleicht ist diese für einige zu hoch,was sein könnte,nur,für andere .......
    Die Sprache kann vielleicht nur der Schlüssel sein dort,wo viele Grenzen sind,also wäre ein Kulturaustausch das was eigentlich angestrebt werden sollte,was aber manche stört.
    Zumal sollte man auch erkennen,das das Land Italien,von Norden nach Süden nicht reicher wird.
    Nach oben und rechts und links schaue ich jetzt abder nicht,weil ich nicht weiß wo ich sitze:)
    Vieles verträgt sich nicht halt auf Freiheit:oops:
     
  5. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

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    Vergessen da ich viele Italiener kenne..
    Die haben es in Deutschland geschafft,die anderen nicht,so kenne ich einige die pendeln zwischen Italien (Sizilien,Kalabrien)hin und her.
    Dann kenne ich welche die leben 6 Monate Schweiz,oder Italien,Spanienund und,6 Monate Deutschland, also das es in Österreich bestimmt nicht anders ist,nur,wird es an den Beweggründen liegen"intercoulore",welche doch...
     
  6. Anideos

    Anideos Well-Known Member

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    Nach den Südtirolern sind dann die Ungarn dran und die Südmährer und Böhmen warten schon in Nikolsburg. Ihr braucht nur eine Passbehörde in Poysdorf einzurichten, die kommen dann schon. Das Haus Habsburg existiert auch noch, da kann doch was draus werden....:)
     
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  7. KANTIG

    KANTIG Well-Known Member

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    Man kann das lächerlich machen, weil es offensichtlich auch lächerlich ist, daß man die Staatsbürgerschaft in einem Staat durch ABSTAMMUNG (;) Blutrecht - ius sanguinis) erwirbt, was für eine Doppelstaatsbürgerschaft nicht gilt.
     
  8. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

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    Nur als Saarländer habe ich z.b nach Frankreich 50 Minuten, nach Luxemburg 70 Minuten,Belgien 2 -3 Stunden und Holland daneben,..und die Schweiz 4 Stunden.Italien,wenn es gut läuft :fahren:
    Wo man sich hier wohl kennen lernt:liebe:
    Das jemand sein Heimatrecht aufgeben kann,..ok liberale Staaten z.b,oder die mit Anforderungsprofil usw....
    Wenn aber ein Deutscher in Grenznähe,also z.b in Polen eine Frau findet,kann man nicht verlangen dass sich beide dann für ein Land entscheiden,also das zumindest einer der Beiden zwei Staatsbürgerschaften hat könnten,denn irgendwo müssen sie ja wohnen.
    Weitergemacht könnten die Kinder zwei Staatsbürgerschaften haben.
    Weiter...wenn diese jetzt heiraten könnten, mehr als 2 Staatsbürgerschaften möglich wären.

    Kinder,Kinder:autsch:
     
  9. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Diese Sichtweise ist grundsätzlich falsch. In Alto Adige muss jeder, der einen öffentlichen Posten bekleidet (Beamter, öffentl. Beschäftigter), Deutsch so gut beherrschen, dass er seiner Tätigkeit auf gerechte Weise nachkommen kann.
    Ich denke da etwa an Oberkärnten, wo ein Bezirksrichter Slowenisch können müsste, oder an Eisenstadt, wo jeder Steuerbeamte Ungarisch können müsste. Oder an Wien, wo überhaupt jeder neben Tschechisch auch verständlich Deutsch lesen und schreiben können müsste. In Wien sind die korrekt Deutsch Sprechenden ja eine schützenswerte Minderheit.
     
  10. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Mitteleuropa
    Wozu so eine "kleinstaatliche" Teilerei in Nationalstaaten, die es nicht mehr gibt, wenn es einen europäischen Staat gibt?
    Polnische Frau, holländische Großmutter, italienischer Schwager und was sonst noch denkbar ist - so kompliziert möchte ich nicht denken müssen.
     
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