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Austeritäts-Politik als Lösung für Griechenland?

Dieses Thema im Forum "Wirtschaft" wurde erstellt von Walter, 7. Juli 2015.

  1. Anideos

    Anideos Well-Known Member

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    Wenn die Evolution nach starren Regeln vorgehen würde, gäbe es uns heute nicht.

    Wie Muzmuz sehr richtig differenziert hat, eigentlich ist Sparpolitik zu keiner Phase der Wirtschaftsentwicklung das richtige Mittel um positiv einzuwirken, aber nur wenn die Sparpolitik als starres Prinzip eingesetzt wird. Bei jedem Projekt muss laufend überprüft werden, ob die bisher eingesetzten Mittel und Maßnahmen zielführend waren und notfalls Korrekturen vorzunehmen sind, sonst ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.

    Im Fall von Griechenland - mal ganz davon abgesehen, dass kaum ein Teil der Hilfsgelder dem Land selbst zugutegekommen ist – ist das bisherige Vorgehen nach fünf Jahren deshalb gescheitert, weil die Regeln zu starr waren. Man kann nicht fünf Jahre lang an der Sparpolitik dogmatisch festhalten, obwohl man sieht, dass die griechische Wirtschaft dadurch zugrunde gerichtet wird. Die Fünfjahrespläne der ehemaligen kommunistischen Staaten haben auch zu ihrem Untergang geführt.

    Martin Schulz hat bemängelt, dass Griechenland 35 Mrd. €, die für die Ankurbelung der Konjunktur bestimmt waren, nicht abgerufen hat, weil Griechenland 15% selbst hätte beisteuern müssen, d. h. von all den vielen Milliarden, die nach Griechenland überwiesen wurden, hat man es nicht geschafft einen so kleinen Teil abzuzweigen, um diese 15% beizusteuern. Wenn man aber berücksichtigt, dass die griechische Finanzpolitik in den letzten fünf Jahren durch die Troika bestimmt wurde, muss man sich fragen, wer da versagt hat und vor allem warum…
     
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  2. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

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    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
    Schon das Wort 'sparen' wirkt bezüglich einer jeden volkswirtschaftlichen Zielsetzung (=makroökonomisch) zu 100 % auto-systemisch kontraindikativ, wie dies auch Muzmuz in Beitrag Nr. 9 korrekt aufgezeigt hat, denn es existiert hierzu überhaupt keine ehrliche Gegenfinanzierung, also ist Sparen in jeder Hinsicht volkswirtschaftlich falsch und ich habe schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass jeder Politiker eigentlich mit einer Ordnungstrafe von 50.000 Euro belegt werden müsste, der es in Zukunft wagen sollte, das Wort 'sparen' als ein zulässige Lösung von volkswirtschaftlichen Problemstellungen schon im Versuchsstadium überhaupt anzudenken sich erlaubt!

    Es sollte in Zukunft gelingen "dürfen" (das know-how existiert dazu längst!), die Funktionsweise und Methoden 'erfolgreicher Geldkreislaufwirtschaft' in ein moralisch sehr einfaches Kontrollkonzept zu bringen, welches nicht nur einseitig die weltweiten 'Interessen der Privatgeldbesitzer' sondern auch die legitimen Interessen der durch die spranationale Alleinwährung des Euro faktisch fiskalpolitisch entmündigte Staatengemeinschaft!

    Rechtlich zulässiger Hinweis: Das längst bestehende und sich bewährt habende Prinzip der Subsidiarität macht es sogar möglich, ein "vertraglich innerhalb der EU-Gesetze stillschweigend vereinbartes Verbot für jede nationale öffentlich-rechtliche Parallelwährung" für jeweils national verfassungswidrig zu erklären, da ansonsten eine fiskalpolitisch irreparable nationale Selbstzerfleischung durch Manipulation von abwechselnd interner Auf- und Abwertung, ohne dass eine interne EU-gesetzliche Vereinbarung zu einem europäisch unverzichtbaren Länderfinanzausgleichssystem existiert, was zum Beispiel nach dem einfachen Prinzip autokommunizierender Röhren nach der Potentialtheorie sogar schon im Kindergarten verständig (Wasserfluss= Geldfluss) gelehrt und geleert werden könnte.......

    Meine persönliche Meinung zu dieser seltsam widersprüchlichen Expansionsfriedenstrotzkindergartenpolitik der EU habe ich hier im Forum ja schon geäußert, siehe:
    http://www.denkforum.at/threads/wem-nuetzen-die-sanktionen.16085/page-5

    Übrigens lassen sich, das ist kein Witz, 'nicht wirklich existierende Idiotenkredite' sehr leicht in existierende Idiosynkrasiekredite ' intern diskret währungsumstellen'.

    Idiosynkrasiekredite werden als Sanktionen bei abweichendem Verhalten von einer Norm durch Status, Kompetenz und Konformität, (so wikipedia) als „Kredit erworben“, die Rede ist hier von einem „Toleranzkredit als Idiosynkrasiekredit“ – quasi als Laissez fair(e) eines stark auto-konkurrierenden Zusammenmengungsgelages innerhalb aller EU-Interessenkollisionäre, wo doch eine Krähe einer anderen Krähe kein Auge auskratzen möchte...

    Bernies Sage
     
  3. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    Nach verzwickten Jahren, strebt ja die Griechische Regierung so einen ausgeglichenen Staatshaushalt an.
    Mit Sparsamkeit geht das aber bei keinem Land voller Schulden.
    Tsipras verweist auf das Jahr 1953: Auf die Londoner Konferenz, bei welcher voll Solidarität dem Deutschland 60% seiner Schulden erlassen worden war.
    EarlyBird hier um 16:57h
    Auch, dass doch -nach Sophokles- das höchste Gesetz des Menschen, der -M e n s c h- sein sollte!
    Warum strebt Tsipras jetzt für sein Land keine 'Sparerei' an?
    Weil er doch dann, mit einem tragfähigen Programm
    (also, auch wie ehemals Deutschland mit demokratisch -
    vernünftigem Teilerlass)
    erhaltene Kredite zurück zahlen möchte. Auch 16:57h
    EarlyBird
     
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  4. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Jetzt schauen wir schon etwas besser durch die Nebelwände der Politik.
    Griechenland hat in erster Linie gelitten und wenig saniert, Portugal scheint fast am Ende des Tunnels angekommen zu sein.
     
  5. Joachim Stiller

    Joachim Stiller Well-Known Member

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    Na ja, die EZB hat auch eine Menge Schulden aufgekauft.. Aber frag mich bitte nciht, wie das quantitativi in speziell diesen beiden Fällen ausseiht... Ich habe absolut keine Ahnung...
     
  6. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Die EZB hat nur einen kleinen Teil der Anleihen von Griechenland und Portugal vom Markt geholt (unter 10%). Die Masse waren italienische, französische. Der Zweck war ja weniger zu sanieren sondern die Wirtschaft im internationalen Austausch in Schwung zu halten, was auch weitgehend gelungen ist.
     
  7. Joachim Stiller

    Joachim Stiller Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Münster
    Danke für die Info...
     
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  8. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Es sind bis jetzt etwa 2,5 Billionen €, die von der EZB den Eurostaaten abgenommen worden sind. Das Interessante dabei ist, dass diese Vorgänge auf das Preisgefüge im Verbraucherkreislauf kaum die beabsichtigten Effekte gezeigt hat.

    Die längerfristigen Anlagen wie Immobilien, Firmen Anteile sind teuer geworden, was auf Wohnkosten und auf den Versicherungs Sektor Auswirkungen hat. Die negativste Auswirkung wird sein, dass der Euro immer mehr zur Reservewährung wird und den USD ablöst, wobei wir Europäer keine militärische Macht bieten können und daher auf dem Geldsektor erpressbar geworden sind. (siehe aktuell Türkei), wo uns die USA treiben.
     
  9. interlocutore

    interlocutore Well-Known Member

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    Im Grunde war alles, was mit Griechenland so angestellt worden ist und noch wird, ein "edukatorisches Programm" gegen den Wildwuchs der Korruption, Privilegien Wirtschaft, Amtswillkur, einer Verwaltung, die nicht einmal ein Kataster Wesen kannte aber trotzdem riesige Gelder aus Ost und West gewaschen hat.

    Griechenland musste unbedingt in die EU, da so ein, zwischen den Blöcken vazierendes, Demokratur Monster im Mittelmeer "gesichert" werden musste. Die Menschen dort können nur wenig dafür, doch sind die Griechen stets ein Opfer ihrer kollektiven Gefühlslage, die von den Wellen und Stürmen der Ägäis bestimmt ist.
     

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