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Anideos' Gedanken

Dieses Thema im Forum "Eigene Gedichte" wurde erstellt von Anideos, 20. März 2016.

  1. Anideos

    Anideos Well-Known Member

    Registriert seit:
    17. Dezember 2014
    Beiträge:
    8.948
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    Gebeugt von der Melancholie,
    senkt sich der Kopf manchmal
    über den Rand des Brunnens der Vergangenheit
    und spiegelt sich in seiner dunklen Tiefe
    auf der Oberfläche des Unterbewussten.
    Doch kommt es vor,
    dass kurze Tonfolgen diese Oberfläche streicheln
    und sie vermischen sich ganz unverhofft
    mit unbekümmertem kindlichem Gelächter.
    Die Oberfläche fängt dann an zu beben
    und zeichnet Bilder von vergangenen,
    längst vergessenen Tagen,
    von Kindern, die nach diesen Tönen tanzten
    und die vertrauten Melodien
    lassen die verlorengeglaubte Heimat
    über der Oberfläche schweben,
    bis dass der ganze Brunnen Heimat wird
    und die Vergangenheit sich mit der Kindheit verbrüdert.
    Die Melodie verfliegt, aber die Heimat bleibt.​
     
    ^gaia^, FreniIshtar, Kaawi und 3 anderen gefällt das.
  2. Anideos

    Anideos Well-Known Member

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    Beiträge:
    8.948
    Um mich herum sehe ich nur Wege;
    Wege, die Ziele nur verbinden.
    Ziele, die alle angesteuert haben,
    die nur sicher gehen wollten,
    dass sie sich nicht verirren.
    Doch alle diese Ziele waren
    die Ziele Anderer, nicht die Meinen
    und führten zu nichts Neuem;
    nur zur Auflösung in der Masse,
    zu einem fremdgelebten Leben,
    zu Zielen, die zu einem Ende führten
    und doch nur ein Anfang waren.
    Ich will die Wege überqueren
    und neue Wege unter meinen Füssen treten.
    Am Wegesrand beginnt das Leben,
    das nur mir gehört,
    fernab von allem schon Vertrautem,
    fernab vom Lärm der Weggefährten,
    fernab von vorbestimmten Zielen.
    Doch schon am Wegesrand bleib ich stehen,
    die Sehnsucht taumelt, der Zweifel bäumt sich auf:
    Ob ich dort auch Weggefährten finde?
    Doch Weggefährten sind nur auf Wegen
    und meine Weggefährten sind noch hier
    und gehen mit mir diesen Weg.
    Der Wegesrand sind sie, die Weggefährten.
    Ich kann doch nicht den Weg verlassen,
    das ist mein Weg und der der Meinen,
    das ist mein Ziel und das der Meinen
    und meine Sehnsucht richtet sich
    aufs nächste Ziel des nächsten Weges.


    @Zeilinger: nur damit ich auch heute auf meine statistischen 1600 Wörter komme.:)
     
  3. Anideos

    Anideos Well-Known Member

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    Das Leben ist spannend und Ziele dienen nur seiner Bereicherung. Sie sind Etappen, teil des Weges. Jeder erreichte Gipfel öffnet den Blick für eine neue Landschaft, jede neue Begegnung öffnet den Blick für eine neue Welt. Man muss nur hinzusehen lernen.
     
  4. Anideos

    Anideos Well-Known Member

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    Beiträge:
    8.948
    An bakunin

    Du warst nur ein Bild an meiner Wand,
    verschwommen, gerade mal die Umrisse zu erkennen
    und du hast dennoch in manchen Augenblicken
    Gestalt angenommen.
    Ich lieh dir diese Gestalt, ich lieh dir Farben,
    ich malte dich mir zurecht,
    du warst mein Werk und doch warst du auch real
    in deiner Welt.
    In meiner Welt warst du nur ein Bild,
    aber doch mir vertraut.
    Jetzt bist du nur noch ein weißer Fleck,
    an der Stelle an der Wand, die für dich gedacht war.
    Du warst gedacht, doch jetzt bist du Erinnerung
    und sie tut weh, weil der weiße Fleck dich nicht ersetzt.
    Ich habe dich gemalt, doch du mich auch,
    das merke ich jetzt.
    Die Farbkleckse an der Oberfläche meiner Seele
    sind dein Werk und das werde ich bewahren.​
     
  5. Anideos

    Anideos Well-Known Member

    Registriert seit:
    17. Dezember 2014
    Beiträge:
    8.948
    Wäre ich ein Gedanke,
    dann würde ich mich schmücken,
    um mich zu präsentieren,
    um Menschen zu beglücken
    oder zu argumentieren.
    Doch hätt‘ ich‘s auch gerne,
    wenn der, der mich dachte
    mich auch bitte ganz sachte
    zum Ausdruck bringen würde,
    in Schönheit und in Würde,
    anstatt mich auszudrücken,
    dann wenigstens ausdrucken.
    Dann wäre ich auf Papier,
    was wär’ das für ein Plaisier...:D
     
    FreniIshtar gefällt das.
  6. Anideos

    Anideos Well-Known Member

    Registriert seit:
    17. Dezember 2014
    Beiträge:
    8.948
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    Gedanken eines Wanderers, der vom Weg abkam.

    Er liegt am Wegesrand, inzwischen leicht verwittert,
    umrahmt von Gänseblümchen, fernab von seinem Ziel
    und schwelgt in der Erinnerung seines Werdens.
    Sein Duft ist auch schon verflogen
    und kann mit dem der Gänseblümchen nicht mehr in der Morgenluft mittanzen.
    Was hat er alles schon hinter sich, bis er das wurde, was er nun ist...
    Wie viele Lebewesen haben nur für ihn gelebt,
    mit wie viel Liebe Menschen seinen Weg zu seinem Werden schon begleitet haben.
    Jetzt liegt er da und wartet. Sein Schöpfer ließ ihn liegen
    und zog gleich weiter, zu neuer Schöpfung.
    Er ließ ihn liegen, abseits vom Weg, so bleibt er unbeachtet
    von Wanderern, von denen, die sein Schöpfer so geliebt hat
    und auch von ihnen so liebevoll versorgt wurde.
    Nur das Feinste war für seinen Schöpfer gut genug,
    die Menschen sorgten schon für sein Wohlergehen.
    Jetzt liegt er da und wartet, bis ein Wanderer von Weg abkommt,
    vielleicht um seine Notdurft zu verrichten,
    vielleicht tritt er dann auf ihn und nimmt den Rest von seinem Duft
    zu sich nachhause, dann hat er sein Ziel erreicht.
    :)
     
    Soraya gefällt das.
  7. hedgi04

    hedgi04 Member

    Registriert seit:
    12. Juni 2018
    Beiträge:
    88
    Trotz aller Melancholie
    soll es nicht nur als Folie
    dienen,. die Trauriges verdeckt -
    weil wir sonst fühlen schlecht.
    Wir sollten stets geradeaus nach vorn blicken
    und beiseite lassen Schädliches das wir erlitten,
    und nicht ins Leere starren,
    und noch darauf beharren.
    Aber ich bin nur ein flüchtiger Gedanke
    den ich meiner Melancholie verdanke,
    der aber bald erlischt,
    falls ihn niemand wieder auftischt.
    In der Zukunft findest du das Wahre,
    damit fahre
    und das Unterbewusstsein sollte dich dabei nicht stören,.
    dann muss es dich nicht weiter empören
    Es ist die Sprache der Musik,
    die mich beriet,
    die Erinnerungen aus frühen Tagen weckte,
    die auch mir schmeckte.
    Das sollte einem stets im Bewusstsein anhaften.
    dann gehört auch du zu den Standhaften;
    Das was gestern wa ist bald vergessen,
    sei auf das Alte nicht versessen.
    Vergangenes sollte nicht mehr beeinflussen,
    das was galt als fremdbeeinflusst.

    hedgi
     

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